
Kontakte tragen Früchte – 2. AMI Europäisches Obst- und Gemüseforum war ertragreich
14. November 2011 (AMI) – „Kontakte tragen Früchte“, war die Schlussfolgerung des Vortrages von Stefan Grubendorfer (Rewe Grubendorfer, Dortmund) auf dem 2. AMI Europäischen Obst und Gemüseforum. Er hatte auf dem ersten Forum die Partner für ein Projekt kennengelernt, bei dem Fruchtgemüse und die dazu gehörenden Pflanzen gemeinsam vermarktet werden.
Inzwischen ist der Markttest erfolgreich absolviert und in der nächsten Saison wird die Absatzstrategie weiter verfeinert. Von solchen praktischen Ergebnissen waren selbst die Veranstalter des 2. AMI Europäischen Obst – und Gemüseforums überrascht. Die zweite Veranstaltung am 10./11. November im Ramada Hotel Berlin Alexanderplatz konnte mit 160 Teilnehmern das Vorjahresergebnis noch einmal deutlich übertreffen. Die Agrarmarkt Informations-GmbH wird die erfolgreiche Reihe deshalb fortsetzen, die nächste Veranstaltung wird am 8./9. November 2012 am selben Ort stattfinden.
Neben erfolgreichen Unternehmern aus Groß- und Einzelhandel kamen auf der Veranstaltung auch Züchter, Vertreter von Erzeugerorganisationen, Inhaber von Verarbeitungsunternehmen, Importeure und Marktforscher zu Wort. Letztlich war die ganze Kette vom Saatgut bis hin zum Konsumenten vertreten. Über das Konsumklima in Europa wusste Dietmar Pech-Lopatta nicht viel Positives zu berichten. Ein Trost ist jedoch, dass die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs bislang recht robust blieb.
Dies gilt insbesondere für Nahrungsmittel. Friedhelm Dornseifer (Unternehmensgruppe Dornseifer, Wenden) zeigte, wie man Obst- und Gemüsekunden mit Premium- und Bio-Inseln, mit langen Apfelregalen und einem kompetenten Convenience Team gewinnen kann. Herwig Niggemann (Werner Niggemann GmbH, Bochum) ermunterte die Obst- und Gemüsewirtschaft, einen prominenteren Platz auf dem Teller der Verbraucher zu erkämpfen. Der Portbello (Champignon) könne es durchaus mit dem Steak aufnehmen und auch andere Pilze kommen gut ohne Fleisch aus.
Das Fachgeschäfte wieder Marktanteile erobern, stößt vor einem deutschen Publikum eher auf ungläubiges Kopfschütteln. Christian Hutin vom Ctifl in Paris zeigte den Erfolg der grünen Ketten in Frankreich, die ihren Marktanteil seit 5 Jahren langsam, aber kontinuierlich ausbauen und inzwischen gut 9 % der Obst- und Gemüseeinkäufe auf sich vereinigen. Über Chancen und Risiken beim Import von Bio- und Fairtrade-Bananen nach Europa sprach Mike Port von der Traditionsfirma Port International aus Hamburg. Absolute Glaubhaftigkeit und eine lückenlose Kontrolle seien das A und O in diesem Geschäft. Besondere Anforderungen werden auch an die Logistik gestellt, da man es mit tausenden kleiner Erzeuger zu tun habe.
Dr. Peter von Nahmen von der Obstkelterei von Nahmen aus Hamminkeln zeigte schließlich wie man auch in der Verarbeitung mit Regionalität und Herkunft punkten kann, wenn das Produkt gut ist.
Da der Begriff Regionalität mehrfach zur Sprache kam ließen es sich die internationalen Obstvermarkter nicht nehmen, den Blick der Teilnehmer wieder zu weiten. Denn eine regionale Vermarktung der belgischen Birnen (Filip Lowette, BfV), der Äpfel aus Südtirol (Gerhard Dichgans, VOG) oder der Äpfel aus Neuseeland (Didier Groven, Enza) scheidet aus begreiflichen Gründen aus. Doch weltoffene Konsumenten wollen natürlich in ihrer Auswahl nicht auf das beschränkt bleiben, was im Umkreis von wenigen Kilometern erzeugt wird. Die Inhalte der meisten Referate finden Sie in den nächsten Wochen in der AMI Markt Woche Obst und Gemüse.



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