Bio-Getreideernte 2011 nur 3 % kleiner als 2010
06.01.2012 (AMI) Die Bio-Getreideernte 2011 ist besser ausgefallen als nach ersten Angaben vieler Vermarkter zu vermuten war. Die Erntemenge von 2010 wird nur um knapp 3 % unterschritten, die große Ernte 2009 allerdings um 12 %.
Die zuerst vermuteten Ernterückgänge von 10 bis 15 % gegenüber 2010 bestätigen sich in der Erntemengenerhebung der AMI nicht. Zwar haben die Hauptkulturen Weizen und Roggen Einbußen von 2 und 11 % zu verzeichnen, Hafer und Tritikale dagegen konnten sogar Zuwächse verzeichnen. Die Ausfälle waren wohl gefühlt viel größer, da auch die Ernte 2010 eine deutlich unter-durchschnittliche war und mehr als die Mengen vor allem die Qualitäten enttäuschten. Hinzu kommt, dass die Läger bei fast allen Getreidearten gründlich geräumt waren und mit Ausnahme von Dinkel kaum Bestände aus der Ernte 2010 ins neue Wirtschaftsjahr genommen wurden.
So sind die Erntemengen von 666.000 t 2010 auf 648.000 Tonnen 2011 gesunken. Das sind 1,8 % der deutschen Getreideernte (ohne Körnermais) von 37 Mio. Tonnen. Der Durchschnittsertrag über alle Kulturen hat sich 2011 zu 2010 von 31,9 dt/ha auf 31,3 dt/ha nur leicht verringert. Diese leicht kleinere Menge trifft auf eine gestiegene Nachfrage vor allem nach Futtermitteln aber auch nach Mahlgetreide.
Das Getreidejahr 2010/11 begann mit einem verregneten Spätsommer/Herbst, wodurch viele Böden schwer oder nur verspätet für die Aussaat befahrbar waren, so dass bei den Winterungen wohl nicht alle Anbaupläne verwirklicht wurden. Dadurch und durch die vorher knappe Versorgung dürften die Flächen von Sommerungen wie Hafer, Braugerste und Körnerleguminosen wieder etwas gestiegen sein. Das dann folgende sehr trockene Frühjahr dagegen ließ insbesondere auf leichten Böden viele Kulturen verdorren und bei den Winte-rungen weniger Körner ansetzen. Die Sommerungen lie-fen teilweise zögerlich auf, konnten aber von dem dann folgenden Regen profitieren. Die Winterungen aber reagierten mit deutlichen Qualitätsproblemen insbesondere im Norden, wo der Regen besonders stark war.
Die Ernte verzögerte sich dann immer wieder, da Flächen nicht befahrbar waren. Die Trocknungskosten waren 2011 so hoch wie nie, denn anderes als in manchen Vorjahren wurde lieber nass geerntet um noch einigermaßen ausreichende Kleber- und Proteinwerte im Weizen oder Dinkel zu erhalten. Diese Strategie ging bei vielen auf und die Qualitätsausfälle waren geringer als zunächst befürchtet, so dass diese Partien und häufig zum backen verwendbar sind.
Nach Regionen betrachtet hat es 2011 besonders den Norden und Nordosten erwischt. Auf den häufig leichten Böden wirkte sich die Trockenheit am stärksten aus und die Sommerregenfälle waren dort am stärksten. Dagegen konnten die südlichen Bundesländer die Verluste durch die Trockenheit mit dem Regen wieder recht gut ausgleichen und ernteten nur leicht unterdurchschnittliche Mengen.
Am größten waren die Ausfälle mit einem Minus von fast 11 % beim Roggen. Als Folge der Frühjahrstrockenheit und dem Ernteregen erzielten die Landwirte insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern häufig nur Erträge um 20-25 dt/ha.
Beim Weizen sind die Ertragsrückgänge überraschenderweise nur gering. In den südlichen Bundesländern wurde sogar mehr Weizen gedroschen als 2010, als dort die Ausfälle am größten waren.
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