15./16. September 2016 - Deutscher Obst & Gemüse Kongress, Düsseldorf

DOGK 2016: Mehr Wertschöpfung bei konstanter Menge

19.09.2016 (AMI) – Deutlich mehr als 500 Teilnehmer konnten die Veranstalter am 16.09.2016 auf dem Deutschen Obst & Gemüse Kongress in Düsseldorf begrüßen. Damit setzte diese Veranstaltung am neuen Standort im Congress Center Düsseldorf das Wachstum der Vorjahre fort.

Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens versicherte den Zuhörern in seinem Grußwort, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium weiterhin konsequent die Erschließung neuer Absatzmärkte fördere, denn die Vernichtung von Lebensmitteln sei keine akzeptable Option. Allerdings sei die Öffnung neuer Märkte eine langwierige Angelegenheit, bei der man einen langen Atem haben müsse. Später wurde aus Kreisen der Obstwirtschaft auch etwas Unmut über bislang noch ausgebliebene Erfolge dieser Bemühungen deutlich.

Im höherwertigen Sortiment der Obst- und Gemüseabteilung kommt es auf den richtigen Riecher an. Trendscout Richard Kägi zeigte, wie man neue Produkte mit Absatzpotential aufspürt. Dabei kann es durchaus auch schon einmal abenteuerlich zugehen. Der Trend zu Premium Produkten wurde auch durch die von Helmut Hübsch von der GfK vorgestellten Fakten bestätigt. In vielen Segmenten nimmt der Anteil höherwertiger Artikel zu und treibt so den gezahlten Preis in die Höhe. Regionalität, Bio, Nachhaltigkeit, aber auch Convenience sind Treiber der Wertsteigerung. Auch der Trend zu kleineren Verpackungseinheiten lässt die durchschnittlich pro kg gezahlten Preise steigen.

Rainer Carstens vom Westhof in Schlewig Holstein versicherte, dass Bio auch bei Obst und Gemüse wächst, zumindest bei ihm auf dem Westhof. Allerdings zeigte er auch die Grenzen der Regionalität auf. Denn reine Regionalität nehme keine Rücksicht auf die Standortfaktoren. Die fruchtbaren Böden der Westküste eignen sich gut für den Bio-Anbau gewisser Gemüsearten, der Absatz müsse dann aber aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte in dieser Region übergebietlich erfolgen. Johannes von Eerde und Sarah Schabert von der Rewe Group Buying GmbH plädierten für eine „moderne“ Präsentation von Bio-Obst und Gemüse, unter anderem durch ein Angebot an Bio-Fresh-Cut Salaten.

Der Trend zur Regionalität war auch Gegenstand eines weiteren Vortragsblocks, bei dem es um Möglichkeiten der Herkunftskontrolle ging. Für deutsches Obst und Gemüse und insbesondere für regionales wird ein Mehrpreis erzielt, der einen Anreiz für Falschdeklarationen bietet. Damit steigt auch der Bedarf an Kontrolle. Heinrich-Gerd Bolten von der LANUV zeigte, dass diese auch erfolgt und in einigen Fällen zu empfindlichen Strafen führen kann. Gleichzeitig wurde in der Diskussion allerdings auch klar, dass Betrugsfälle eine absolute Ausnahme und nicht die Regel sind.

Insgesamt war der von GS1 Germany, dem Fruchthandel Magazin und der AMI veranstalte Deutsche Obst & Gemüse Kongress wieder eine hervorragende Gelegenheit, die Mitglieder der gesamten Absatzkette von Obst und Gemüse ins Gespräch zu bringen. Nicht zuletzt die hohe Beteiligung aus dem Lebensmitteleinzelhandel bot hervorragende Voraussetzungen dafür. Der Termin für die nächste Veranstaltung im Herbst 2017 wird zeitnah bekannt gegeben.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.fruchthandel.de/dogk/

Eine Veranstaltung von AMI, Fruchthandel und GS1 Germany