MUSTER - Markt aktuell Getreide - Stand 31.01.2012

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Regionale Markttendenzen auf Erzeuger- und Erfasserebene für die Woche um den 24.01.2012

Schleswig-Holstein

Für Brotweizen treten die Preise auf der Stelle. Es gibt nur wenig Verkaufsbereitschaft seitens der Erzeuger, aber auch kein größeres Kaufinteresse seitens der Verarbeiter. Für Futtergetreide wird von einer stetigen und lebhaften Nachfrage aus dem Raum Südoldenburg berichtet. Aber auch in andere EU-Länder fließt stetig Ware ab. Im Norden wurde eine Lieferung Gerste Richtung Jordanien abgewickelt, wobei das geringe Inlandsangebot mit Importen aus benachbarten EU-Ländern aufgestockt werden musste. Brotroggen ist kaum mehr vorhanden. Die Erzeuger warten mit dem Verkauf der eingelagerten Rapsmengen weiter ab. Bei den gestiegenen Sojanotierungen in Chicago hoffen die Erzeuger auf steigende Rapspreise und halten die Restmengen zurück. Auch mit dem Abschluss von Kontrakten für die neue Ernte wird auf eine neue, noch nicht absehbare, Preisspitze gehofft.

Mecklenburg-Vorpommern

Alterntige Ware wird nach wie vor gesucht und von den Erfassern zu erneut höheren Preisen umworben. Dabei kommt es zu kleineren Umsätzen mit A-Weizen und Futterweizen sowie vereinzelt auch Raps. Abnehmer findet nun auch zunehmend Braugerste trotz Proteingehalten über 12%. Der Handel mit Futtergetreide nach Südoldenburg ist spürbar zurückgegangen, da kaum noch Ware zur Lieferung bereit steht. Die Interessenten müssen jetzt auf das höherpreisige Angebot in Schleswig-Holstein zurückgreifen. Die Getreide- und Rapsge-bote ex Ernte 2012 halten überwiegend das Preisniveau der Vorwoche. Dementsprechend hat sich die Erfassung aus der Landwirtschaft für die neue Ernte beruhigt, zu-mal die Bereitschaft der Landwirte deutlich nachgelassen hat. Bislang bleibt das Volumen der vertraglich gebundenen Ware nach Angaben des Handels unter dem Stand des Vorjahres zu diesem Zeitpunkt.

Brandenburg

Die Preise auf dem Getreide- und Rapsmarkt bewegen sich kaum. Das geringe Angebot an Partien aus der Ernte 2011 wird immer lückiger und kann teils mit Aufgeldern am Markt platziert werden. So kommt auch hin und wieder Brotroggen auf den Markt. Futtergerste in überschaubaren Rahmen wurde Richtung Südoldenburg gehandelt. Die Bereitschaft seitens der Erzeuger Kontrakten ex Ernte 2012 abzuschließen hat sich deutlich abgeschwächt. Bislang wurden ohnehin nur kleinere Teilmengen zwecks Risikominimierung verkauft. Noch ist nicht klar wie die Feldbestände in diesem bis jetzt sehr milden Winter bestehen werden. In den vergangenen Wochen hat es sehr viel geregnet, so dass in einigen Regionen wieder Äcker unter Wasser stehen.

Niedersachsen West

Am hiesigen Markt für Futtergetreide herrschten auch in der 4. Januarwoche insgesamt feste Tendenzen vor. Infolge der zuletzt wieder angezogenen Börsenkursentwicklungen herrschte auch am Loko Markt eine feste Marktlage mit leicht anziehenden Preisen zu vor. Gerste wird nach wie vor oberhalb des Weizenpreisniveaus bewertet. Insgesamt bleibt die Verfügbarkeit hier nach wie vor gering. Auch für Mais stiegen die Kurse erneut leicht an. Fortgesetzt rechnen die Marktbeteiligten zunächst mit weiterhin festen Getreidepreisen.

Niedersachsen Ost

Die rege Nachfrage insbesondere aus dem Mischfutterbereich hält an. Für Futtergetreide wie Gerste, Weizen, Roggen und Mais konnten wieder festere Forderungen durchgesetzt werden. Dabei werden nur kleine Mengen gehandelt, wobei Weizen eine Ausnahme macht. Für Brotweizen der kommenden Ernte bieten Ersterfasser 180 EUR/t. Die Bereitschaft zum Vertragsabschluss scheint auf beiden Seiten zuzunehmen. Für Raps kommt das Kontraktgeschäft ebenfalls langsam in Schwung. Daneben gibt es sporadisch auch noch Lieferungen an alterntiger Ware.

Sachsen-Anhalt

Die Getreidepreise tendieren im Vergleich zur Vorwoche unverändert und spiegeln damit die geringe Umsatztätigkeit wider. Mühlen und Stärkeindustrie kaufen spo-radisch A- und B-Weizen. Auch einige Lieferverträge mit alt- und neuerntiger Gerste wurden abgeschlossen. Kleinmenge an Eliteweizen wurde Richtung Belgien verschifft. Für sortenreine Lieferungen mit Bussard und einem Proteingehalt von mind. 15 % RP konnten 225 EUR/t ab Station erlöst werden. Die Partien gehen Rich-tung Italien. Erzeuger schließen kaum noch Verträge auf die kommende Ernte ab. Die Feldbestände lassen derzeit zwar auf eine gute Ernte 2012 hoffen, aber der Win-ter ist längst noch nicht vorbei. Die Niederschläge der letzten Tage gleichen das Defizit des Herbstes weiter aus. Wechselfröste tragen zur Abhärtung der Pflanzen bei.

Westfalen

In Westfalen-Lippe konnten sich die Preise für Brot- und Futtergetreide halten, wobei für Futterroggen und Futterweizen höhere Preiszuschläge erzielt wurden. Die Umsätze mit Futterweizen haben sich wieder belebt. Mischfutterhersteller bekundeten Kaufinteresse und es kam zu Anschlusskontrakten bis einschließlich März. Körnermais tendiert ebenfalls fester. Daran trägt auch das überschaubare Angebot Rechnung. Raps wird unverändert bewertet. Die Nachfrage der Ölmühlen ist gering, zumal auf zusätzliches Angebot an ukrainischen und australischen Herkünften zurückgegriffen werden kann.

Nordrhein

Die Preise für Brot- und Futtergetreide konnten in Nordrhein ihr bisheriges Preisniveau mit wenigen Ausnahmen behaupten. Für Futterweizen und Futtergerste konnte im Vergleich zur Vorwoche etwas mehr erzielt werden. Nachfrage besteht auch seitens der Mühlen für Brotweizen im vorderen Lieferbereich. A-Weizen bleibt demgegenüber vernachlässigt. Für die neue Ernte rechnet der Handel mit schwächeren Preisen. Bei Braugerste bleiben die Probleme mit der Qualität. Für die neue Ernte gibt es bisher kaum Vertragsabschlüsse. Die festen Preise für Raps fördern die Abgabebereitschaft. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass noch maximal 15 bis 20 Prozent der Rapsernte 2011 zur Verfügung stehen.

Rheinland-Pfalz

Mittlerweile hat die positive Preisentwicklung am heimischen Getreidemarkt zu Umsatzbelebungen geführt. Der Handel berichtet von steigender Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft, sowohl für Restmengen alterntiger Ware, als auch an Kontrakten auf die neue Ernte. Auf Verarbeiterseite sind vor allem die Mischfutterwerke wieder als Käufer am Markt, aber auch Brotweizen verzeichnet zunehmende Nachfrage. Die festen Vorgaben der Terminmärkte lassen sich am Kassamarkt nur zögerlich umsetzen. Schwach ist und bleibt das Ge-schäft und die Preisentwicklung für bessere Weizenqualitäten, die marginalen Aufschläge haben oft nur symbolischen Charakter und nicht geringe Anteile hochwertigen A-Weizens landen letztlich im Futtertrog. Rapskurse tendieren uneinheitlich, während ex Ernte-Termine fest bewertet werden, wurden für alterntige Partien die Prämien auf die Terminkurse gekürzt, mit entsprechen-den Abschlägen auf die Erzeugerpreise. Für Sommerbraugerste wird ex Ernte 205-215 EUR/t und für Win-terbraugerste 165-225 EUR/t geboten.

Baden-Württemberg

Der Getreidemarkt ist weiterhin von Unsicherheit geprägt. Landwirtschaft und Handel warten den weiteren Marktverlauf ab. Die Umsätze sind bei unveränderten Preisen gering. Für Futtergetreide und Braugerste konnten höhere Preise als in der Vorwoche realisiert werden. Die Rapspreise tendieren stabil auf bisherigem Niveau. Dabei ist absehbar, dass die Ernteprognosen auf die bevorstehenden Ernten für Preisbewegung sorgen werden. Die relativ hohen Preise der Vorwochen wurden vielfach genutzt die Restbestände abzusetzen. Auch die höheren Gebote für Partien der nächsten Ernte wurden vereinzelt für Teilverkäufe bewilligt.

Südbaden

Der Getreidemarkt entwickelt sich uneinheitlich, dabei zeichnet sich ein immer lückigeres Angebot in Erzeugerhand ab. Brotweizen und Raps werden vereinzelt umgesetzt. Auch Körnermais wird wieder häufiger offeriert. Mit Blick auf die Ernte 2012 werden Kontrakte für Brotweizen und Körnermais im Bereich um 160 EUR/t angeboten. Von den Erzeugern aber nur zögerlich angenommen. Rapskontrakte liegen bei etwa 400 EUR/t.

Thüringen

Die rege Handelstätigkeit der zweiten Kalenderwoche konnte nicht wiederholt werden. Die Getreide- und Rapspreise auf dem Kassamarkt sind im Vergleich zur Vorwoche stabil. Das Engagement der Rapserzeuger hinsichtlich der Vermarktung ex Ernte 2012 hat deutlich nachgelassen. Dieses wird vermutlich erst mit Ende des Winters und somit besserer Beurteilung der Pflanzenbestände wieder zunehmen, es sei denn die späteren Termine ziehen zwischenzeitlich preislich deutlich an. Für Qualitätsweizen der kommenden Saison wird mehr als 195 EUR/t ab Station gefordert. Alterntige Weizenpartien mit sehr guter Qualität (RP >14,5%) sind für 205-209 EUR/t ab Station gehandelt worden. Qualitätsbraugerste wurde für 230-235 EUR/t ab Station aufgekauft. Auch Körnermais konnte platziert werden.

Sachsen

Die Situation am Kassamarkt für Getreide und Raps gleicht der Vorwoche. Die Preise sind überwiegend stabil. Kleinere Mengen an Brotroggen aber auch Brotweizen wurden gehandelt. Wobei die Nachfrage der Mühlen als gering eingestuft wird. Etwas mehr Interesse besteht für Gerste, Futterweizen und Triticale seitens der Mischfutterindustrie. Der Absatz von Eliteweizen ist nach wie vor schwierig, zumal der Handel Richtung Italien nicht vorankommt. Auch nach Tschechien und Polen lässt sich Ware zu den bisherigen Preisen nicht absetzen. Es fehlen die Impulse zum Abschluss von Kontrakten auf die neue Ernte. Die gut entwickelten Feldbestände befinden sich in Vegetationsruhe. Heftige Niederschläge haben regional zu starker Vernässung der Äcker geführt.

Bayern

Die Kurse an den Börsen setzten ihre freundliche Entwicklung fort, aber der physische Markt in Bayern hat an Schwung verloren. Die inländischen Mühlen und Mischfutterhersteller haben sich im Verlauf der letzten Wochen gut eingedeckt und halten sich zurück. Sie sind auch nicht bereit alle erhöhten Preisforderungen mitzugehen. Dies gilt vor allem für Futtergetreide einschließlich Mais. Für Brotgetreide gibt es allerdings reges Interesse aus Italien und den Beneluxstaaten. Braugerste wird ebenfalls häufiger nachgefragt, wobei die Bereitschaft wächst auch Proteingehalte über 12 Prozent zu akzeptieren. Raps wird auf Erzeugerebene stabil bewer-tet und daher der Handel vergleichsweise ruhig.

Hessen

Uneinheitliche Vorgaben von den Rohstoffmärkten bremsen die ohnehin geringen Umsätze am Kassamarkt. Sowohl die Erzeuger wie auch die Abnehmer zeigen nur sporadisch Interesse an Neugeschäften. Infolgedessen werden derzeit vornehmlich Kontrakte abgewickelt. Zudem bestehen zum Teil konträre Preisvorstellungen zwischen Anbietern und Verarbeitern bzw. dem Handel. Die Erzeuger verfolgen die teilweise festeren Kurse, die an den Börsen und Terminbörsen realisiert wurden und möchten diese auch am Kassamarkt umgesetzt wissen. Gegenüber der Vorwoche konnten sich die Preise für Brot- und Futtergetreide gut behaupten, teilweise auch befestigen. Der schwächere Euro begünstigt den Export und stärkt die Kurse auf dem heimischen Markt. Obwohl die Rapslager leergefegt sind, besteht weiterhin Bedarf auf festem Preisniveau. Zwar rückt die neue Ernte verstärkt in den Vordergrund, dennoch wurden bislang kaum Kontrakte in die Bücher genommen. Raps ex-Ernte 2012 pendelt um die Marke von 400 EUR/t.

Saarland

Die freundlichere Stimmung an den Warenterminbörsen zeigt noch keine Auswirkungen auf den Kassamarkt. Die Getreidepreise sind weitgehend unverändert, lediglich der gesuchte Brotroggen konnte sich leicht befestigen. Die Rapspreise dagegen haben sich aufgrund zurückgenommener Prämien der Mühlen etwas abgeschwächt. Der Markt ist von geringer Umsatztätigkeit geprägt und stellt sich abwartend dar. Kontrakte für die Ernte 2012 kommen zurzeit kaum zum Abschluss.

Quelle: AMI/LK

 
 
 
AMI natürlich informiert.