MUSTER - Markt aktuell Kartoffeln - Stand 02.02.2012
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Regionale Markttendenzen auf Erzeuger- und Erfasserebene für die Woche um den 31.01.2012
Schleswig-Holstein
Mit der kühleren Witterung sind die Chancen auf eine wieder freundliche Tendenz am Kartoffelmarkt gestiegen. Zunächst haben sich damit die Lagerbedingungen verbessert, die Vorräte kommen zu Ruhe, die Keimbildung wird etwas reduziert. Damit lässt auch der Angebotsdruck nach. Zudem halten die Erzeuger derzeit auch die Scheunen geschlossen, damit die Temperaturen in den Lagern gehalten werden können. Die Abpackbetriebe sind so auf die eigenen Vorräte angewiesen. Auch Zulieferungen aus den anderen Regionen Deutschlands fallen geringer aus. So können die bisherigen Preise gehalten werden, es bleibt aber schwer höhere Kurse zu realisieren. Für beste Qualitäten wird schon von leichten Preiszuschlägen berichtet. Daneben zeigt die kühlere Witterung auch einen Einfluss auf die Verbrauchernachfrage. Es ist eine leichte Belebung festzustellen. Die in den Discountern und im Lebensmitteleinzelhandel angebotene Ware weist ein hohes Qualitätsniveau auf. Ausgehend von der derzeitigen Marktlage und den erwarteten geringeren Importmengen aus Nordafrika tendiert der Markt freundlich und fest.
Mecklenburg-Vorpommern
Die Preissituation auf dem Speisekartoffelmarkt ist unverändert. Der Jahreszeit entsprechend ist die Nachfrage verhalten. Noch belasten vor allem lagerkritische Partien den ohnehin gesättigten Markt. Der plötzliche Kälteeinbruch erschwert den überregionalen Transport. Provisorische Läger sind fast alle geräumt. Die Bedingungen im Kartoffellager haben sich derzeit erstmal gebessert. Das Keimwachstum wird gebremst, da es nun endlich möglich ist, tiefere Temperaturen im Lager zu erreichen. Die milden Temperaturen der letzten Wochen hatten bereits zu problematischen Lagerbedingungen geführt. Es wird davon ausgegangen, dass die bisherigen Kurse sich behaupten.
Brandenburg
Der Absatz von Speisekartoffeln ist unverändert ruhig. Das genannte Kursniveau hat sich nicht verändert. In Abhängigkeit von der Qualität werden die Kartoffeln jedoch im Schnitt billiger gehandelt. Insbesondere lagerkritische Partien belasten den Markt immer noch. Alle Absatzmöglichkeiten werden genutzt (Futter, Stärke, Biogas). Die Exportmöglichkeiten sind sehr beschränkt. Die derzeitigen eisigen Temperaturen sorgen zunächst für verbesserte Lagerbedingungen. Die Scheunentore bleiben vorzugsweise geschlossen, so dass die Abpacker auf eigene Ware angewiesen sind. Längere Transportwege werden möglichst vermieden.
Niedersachsen West
Am hiesigen Markt für Speisekartoffeln herrschte auch zum Monatswechsel eine insgesamt eher ruhige Marktlage vor. Die Absatzmengen lagen verglichen mit den Vorjahren aber wohl auf normalem Niveau. Teilweise versucht man das Geschäft im Lebensmitteleinzelhandel durch Sonderaktionen anzuregen. Das insgesamt am Markt verfügbare Angebot reicht gut zur Deckung des bestehenden Bedarfs aus. Seitens der Abpacker berichtete man weiterhin vom einem mitunter größeren Sortieraufwand. Teilweise kommen lagerkritische Partien auf den Markt. Im Bereich der Industrieware herrschten zuletzt unveränderte Entwicklungen vor, nachdem die Kurse zuvor leicht zur Schwäche neigten.
Niedersachsen Ost
Der hiesige Markt für Speisekartoffeln tendiert weiter unverändert. Die Preise bewegen sich kaum. Die fortgesetzten Sonderaktionen im Lebensmitteleinzelhandel zeigen nur bedingt Wirkung. Der Saison entsprechend bleibt die Nachfrage auf niedrigem Niveau. Im Handel werden bereits Frühkartoffeln von Zypern angeboten. Der Absatz gestaltet sich aber noch verhalten. Der Export in Richtung Osteuropa verläuft nach wie vor schwach. Wenn Geschäfte zustande kommen, behindern aktuell die niedrigen Temperaturen die Verladungen. Nach der vorangegangen Preiserholung zum Jahresanfang tendiert der Markt für Industrieware wieder schwächer. Die Notierungen in Westeuropa sind nach Zugewinnen wieder leicht rückläufig. Auch im Verarbeitungsbereich treten nun Qualitätsprobleme auf. Vereinzelt können anfällige Sorten vor allem auf Grund mangelnder Backqualität und Glasigkeit die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Die Nachfrage der Verarbeitungsunternehmen ist weiterhin rege. Davon profitiert aber weitestgehend nur die Vertragsware.
Sachsen-Anhalt
Die Situation auf dem Speisekartoffelmarkt ist unverändert. Das Preisniveau gleicht dem der Vorwochen. Die kalten Temperaturen im zweistelligen Minusbereich haben zunächst einmal für bessere Lagerbedingungen gesorgt. Die Kartoffel kommt zur Ruhe, die Keimbildung wird reduziert. Bei diesen Temperaturen werden jedoch auch viele Lagerhäuser bereits geschlossen gehalten. Der Aufwand für die Auslagerung und den Transport bei extremen Frostgraden ist für viele zu hoch. Das wird zunächst das Preisniveau nicht wesentlich beeinflussen, weil diejenigen, die liefern können und wollen froh sind, dass sie ihre Ware verkaufen können. Das Angebot ist nach wie vor reichlich und der Absatz trotz Aktionen im Handel zu gering. Das Versandgeschäft ist immer noch unbefriedigend. Übermengen werden nicht abgeschöpft. Etwas Ware geht in die Verarbeitungsindustrie. Ob der Frost den Export nach Osteuropa ankurbeln kann, bleibt abzuwarten.
Rheinland-Pfalz
Marktlage und Preise ohne Veränderung zur Vorwoche. Vollsortimenter geben deutschen Speisekartoffeln bislang den Vorrang. Aber das Interesse an ausländischer Ware wächst. Discounter im Südwesten stellen einzelne Filialen auf französische Herkünfte um. Verkaufsaktionen im LEH bleiben ohne wesentliche Nachfragebelebung. Aufgrund dieser Sonderangebote ergeben sich auch im Ab-Hof-Verkauf keinerlei Spielräume für höhere Preise.
Baden-Württemberg
Die Geschäfte am Kartoffelmarkt dümpeln im Großen und Ganzen wie bisher vor sich hin. Es ist keine Belebung in Sicht; es fehlen Nachfrageimpulse. Die Qualitäten nehmen weiter ab und führen somit zu ansteigenden Absortierungen. Der Absatz von Speisekartoffeln an den Endverbraucher läuft stetig. Verarbeiter wickeln nur vorkontraktierte Mengen ab. Der Winter in Osteuropa verhindert Verladungen dorthin. Die Preise für Speisekartoffeln liegen auf unverändertem Niveau.
Hessen
Die ruhige Marktlage für Speisekartoffeln setzt sich fort. Gegenüber der Vorwoche sind die Erzeugerpreise überwiegend unverändert. Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage wurden Spekulationen auf Preisbefestigungen bislang enttäuscht. Zwar soll durch Verkaufsaktionen im LEH der Absatz angekurbelt werden, dennoch bleibt der Markt fortgesetzt unter Angebotsdruck. Zudem drängt optisch ansprechende Ware aus Frankreich verstärkt in den Markt. Mit einer Trendwende wird vorerst kaum gerechnet. In Folge der fortschreitenden Lagerzeit bereiten die Qualitäten zunehmend Sorgen. Nur durch umfangreiche Absortierungen lassen sich vermarktungsfähige Partien zusammen stellen. Teilweise sorgt der Kälteeinbruch für Beeinträchtigungen bei Auslagerung und Transport.
Thüringen
Der Speisekartoffelmarkt päsentiert sich wie normal zu dieser Jahreszeit mit schwachem Absatz. Die Preise liegen stabil auf Vorwochenniveau. Trotz der derzeit empflindlich kalten Temperaturen sind keine Preisänderungen geplant. Da nach wie vor reichlich Ware vorhanden ist, sind höhere Kurse auch nur schwer realisierbar. Ob lang anhaltender Frost und somit eine reduzierte Verfügbarkeit infolge erschwerter Auslager- und Transportbedingungen daran etwas ändern können, bleibt abzuwarten. Die Kartoffelqualitäten im Lager werden als noch gut beschrieben. Erste Probleme mit Lagerdruckstellen werden gemeldet. Im kleinerem Umfang tritt in Abhängigkeit von der Sorte auch Fäule auf.
Sachsen
Die Lage auf dem hiesigen Markt für Speisekartoffeln ist weiterhin ruhig. Die Nachfrage ist, typisch für die Jahreszeit, verhalten. Die Preise sind stabil. Die Kartoffelqualität ist häufig nicht zufriedenstellend. Lagerkritische Kartoffeln drängen weiter auf den Markt. Der Sortieraufwand ist hoch. Die momentan tiefen Temperaturen verbessern zunächst die Lagerbedingungen, die infolge der lang anhaltenden milden Temperaturen schon problematisch waren. Die Neigung zu Keimung wird reduziert. Der Transport wird bei tiefen Frostgraden problematisch. Der Aufwand wird zu groß. Überregionale Lieferungen werden möglichst vermieden. So dürfte der Angebotsdruck bei anhaltendem Frost nachlassen. Die Schälkartoffelverwender sind nach wie vor gut mit Kartoffeln versorgt.
Bayern
Die Vermarktung von Speisekartoffeln war weiterhin von ruhiger Nachfrage geprägt. Die Preise blieben weitgehend auf dem niedrigen Niveau der letzten Wochen. Es gibt keine Luft nach oben, dazu ist die Nachfrage zu gering, aber auch die Qualitäten sind insgesamt zu schlecht. Zu den bekannten Problemen wie Schwarzfleckigkeit und Rhizoctonia kommen nun zunehmend auch Druckstellen, die den Sortieraufwand noch größer machen. Im Verarbeitungsbereich wurde überwiegend Vertragsware abgewickelt. Freie Ware kam kaum zum Zug. Importe spielen bislang noch keine Rolle, obwohl vom Einzelhandel teilweise schon Interesse an französischer Ware geäußert wurde.
Nordrhein-Westfalen
Probleme mit Lagerdruck in Flächenlägern nimmt weiter zu. Die Abpacker räumen diese Partien vorrangig. Höhe Notierungen sind kurzfristig nicht in Sicht. Die Qualitäten der Kartoffeln sowohl aus Deutschland als auch aus Frankreich stehen unter Beobachtung. Die Einkäufer für Verarbeitungskartoffeln haben zurzeit fast gar kein Interesse am Kauf freier Ware für direkte Lieferung. Bei hier und da auftretenden kritischen Partien finden sich nur Käufer bei Preiszugeständnissen. Bei weiterem Angebotsdruck ist ein genereller Preisrückgang nicht auszuschließen. Die momentane Witterungslage mit Frost lässt Hoffnung auf Export in Richtung Osten aufkommen. So schließen Optimisten eine Trendwende für spätere Lieferzeitpunkte nicht aus.
Quelle: AMI/LK



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