Europa | Gemüse | Markttrends

Fresh Cut bei Großverbrauchern stark vertreten

13.06.2018 (AMI) – Der Absatz von Fresh Cut Produkten aus Obst und Gemüse verzeichnet in Deutschland in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufwärtstendenz. Dies gilt nicht nur für die Nachfrage der Haushalte im Einzelhandel, sondern auch für den Außer-Haus-Verzehr. Allerdings ist Deutschland bei Fresh Cut nicht die führende Adresse in Europa.

Gut 150 Teilnehmer konnten die Organisatoren des ersten European Convenience Forums am 7. Juni 2018 in Hamburg begrüßen. Auf diesem von Fruitnet Media und AMI veranstalteten Kongress trafen sich Vertreter der ganzen Wertschöpfungskette vom Hersteller bis zu Großverbrauchern und Verantwortlichen aus dem LEH. Ein Blick über den deutschen Tellerrand machte allen Teilnehmern klar, dass bei uns noch ein gewisser Nachholbedarf im Sortiment besteht. Besonders in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich ist der Anteil von Fresh Cut an den Verbraucherausgaben deutlich höher als in Deutschland. Dort konzentriert sich das Angebot nicht wie in Deutschland oder Frankreich auf Salate, sondern auch auf andere Gemüsearten und auf Obst, wie Bauke von Lenteren von der Firma Rijk Zwaan eindrucksvoll zeigen konnte. In den Niederlanden hat der Kauf von fertigen Suppen- und anderen Kochgemüsemischungen schon eine lange Tradition, diese wurden schon vor Jahrzehnten in Fachgeschäften angeboten.

Ganz so klein, wie man meinen möchte, ist der deutsche Markt für Fresh Cut Produkte aber nicht. Denn der Food-Service Bereich ist hier ein großer Abnehmer. Betrachtet man Fresh Cut Produkte aus Obst, Gemüse und Kartoffeln, dann übersteigt der Umsatz bei Lieferung in den Food-Service Bereich den Umsatz bei Lieferung an die Lager des Lebensmitteleinzelhandels um rund 60 %. Lässt man die Kartoffeln außer Acht, so kommt man immer noch auf einen um gut 10 % höheren Umsatz im Food-Service Bereich. Die AMI hat mit Unterstützung des Deutschen Fruchthandelsverbandes eine Studie zum Fresh Cut Einsatz im Außer-Haus-Verzehr erstellt, nähere Informationen und die Möglichkeit zur Bestellung finden Sie hier.

Neben Marktanalysen wurden auch technische Fragen auf dem Forum behandelt. Reges Interesse fanden Vorschläge von Prof. Stefan Töpfl vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. zur schonenden Behandlung von Fresh Cut Produkten. Mit den vorgestellten Methoden (High Pressure Processing, Pulsed Electric Fields) wird einerseits die Haltbarkeit deutlich erhöht, andererseits geht aber der Eindruck der Frische nicht verloren. Hygiene war natürlich auch in anderen Vorträgen ein immer wiederkehrendes Thema. Ob in Zukunft der Salat für Fresh Cut Produkte ausschließlich in sterilen Kulturräumen in Nährlösung erzeugt wird, bleibt aber abzuwarten. Es gibt Firmen, die auf dieses Konzept setzen.

Die sehr fokussierte Veranstaltung erlaubte intensive Diskussionen, denn hier waren nur Fachleute versammelt. Das positive Echo der Teilnehmer führte dazu, dass die Organisatoren eine Wiederholung planen, allerdings noch nicht im nächsten Jahr.

Beitrag von Dr. Hans-Christoph Behr

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Login

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Fruchtgemüse | Aktionspreise

Weniger Salatgurken in der Werbung als im Vorjahr

20.06.2018 (AMI) – Im Juni waren Salatgurken bislang nicht so oft in den Werbezetteln des Lebensmitteleinzelhandels vertreten wie im Vorjahr. Besonders in der 22. Woche hatte die geringere Anzahl an Werbeanstößen einen recht deutlichen Nachfragerückgang zur Folge. Auch in den darauffolgenden Wochen blieb der Anteil der Haushalte, die Salatgurken kaufen, meist niedriger als im Vorjahr.  Mehr

Deutschland | Fruchtgemüse | Einzelhandel

Angebotsaktionen mit Tomaten verändern sich

20.06.2018 (AMI) – Das Angebot an Tomaten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wird von Jahr zu Jahr vielfältiger. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Tomatentypen teilweise nur geringfügig, und der Verbraucher kann kaum unterscheiden, ob er nun Cocktail-, Cherry-, Mini- oder Snack-Tomaten gekauft hat. Inzwischen ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass eine Supermarktkette gleich mehrere unterschiedliche Tomaten innerhalb einer Woche in der Werbung hat. Dabei ist für viele Verbraucher nach wie vor der Preis ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung.  Mehr

Deutschland | Beerenobst | Angebot

Heidelbeeren stehen in den Startlöchern

14.06.2018 (AMI) – Mitte Juni ist das Angebot an Heidelbeeren aus der deutschen Produktion etwas mehr in den Fokus gerückt. Nicht nur aus Süddeutschland steht Ware aus dem Tunnelanbau an den deutschen Großmärkten bereit, inzwischen ergänzen auch erste kleine Mengen aus dem verfrühten Anbau des norddeutschen Raums das Angebot.   Mehr