Deutschland | Gemüse | Lagerbestand

Mehr Weiß- und Rotkohl, aber weniger Zwiebeln verfügbar

21.12.2017 (AMI) – Die AMI-Erhebung der Gemüsevorräte hat insgesamt ein leichtes Plus zum Vorjahr ergeben. Zum Stichtag 1. Dezember lagen mehr Rot- und Weißkohl sowie Sellerie und Rote Bete in deutschen Lägern. Einen deutlichen Rückgang zum Vorjahr zeigen nur die Zwiebelvorräte.

Insgesamt hat die AMI bei Lagerhaltern in Deutschland eine Menge an Frischmarktgemüse von über 470.000 t erfasst. Als Einzelprodukt führen Zwiebeln die Rangfolge der mengenstärksten Produkte an. In Niedersachsen, dem wichtigsten Bundesland für die Zwiebellagerung, haben die regenreichen Monate September und Oktober die Ernte stark behindert und zu einem Mengenrückgang an Lagerware von über 20 % geführt. Andere Regionen können dies nicht vollständig kompensieren, so dass die Zwiebelvorräte etwa 7 % niedriger ausfallen als vor Jahresfrist.

Bei anderen Kulturen, wie Kopfkohl, hat das hohe Maß an Niederschlägen das Wachstum begünstigt und die Erträge fielen oft überdurchschnittlich aus. So kann nach der knappen Marktversorgung mit Rotkohl im Vorjahr nun wieder auf gut bedarfsgerechte Mengen zurückgegriffen werden. Dies hat allerdings Auswirkungen auf den Preis, und vor allem beim Rotkohl reichen die Preise bei weitem nicht mehr an die des Vorjahres heran.

Bei Möhren erfolgte die Marktversorgung bis Mitte Dezember aus Feldbeständen und provisorisch eingelagerten Partien. Mit den ersten Schneefällen und den anhaltend nassen Bedingungen ist die Ernte vom Feld jedoch vor den Weihnachtsfeiertagen weitgehend beendet. Lediglich in den Regionen im Südwesten Deutschlands werden die abgedeckten Feldbestände noch über den Jahreswechsel hinweg zur Ernte gelangen. Insgesamt sind bei Möhren etwa Vorjahresmengen verfügbar. Demgegenüber sind die Lagermengen an Sellerie und Roter Bete in diesem Jahr höher als 2016 und auch höher als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Allerdings ist bei beiden Produkten auch ein steigender Bedarf festzustellen.

Eine detaillierte Analyse der Lagermengen für einzelne Gemüsearten finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Markt Woche Obst und Gemüse, die seit 21. Dezember verfügbar ist.

Deutsches Lagergemüse wird je nach Art den Bedarf in Deutschland bis weit in den Mai hinein decken. Die Abbaugeschwindigkeit der Lagermengen, die Qualität der eingelagerten Produkte und nicht zuletzt die Marktlage im europäischen Umfeld werden die Preise bestimmen. Verfolgen Sie daher auch die Marktentwicklungen in unseren Markt Wochen Spezial für Zwiebeln, Möhren und Kopfkohl.


Beitrag von Sonja Illert

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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