Deutschland | Gemüse | Einzelhandel

Zahl der Angebotsaktionen mit Gemüse ist 2017 nicht weiter gestiegen

25.01.2018 (AMI) – Der Lebensmitteleinzelhandel hat auch 2017 wieder intensiv mit frischem Gemüse geworben. Allerdings reichte die durchschnittliche Zahl der Werbeanstöße je Einkaufsstätte nicht an den Vorjahreswert heran. Insbesondere zum Jahresstart blieb die Zahl der Werbeanstöße aufgrund der eingeschränkten Warenverfügbarkeit deutlich hinter dem Vorjahr zurück.

Insgesamt ist die Zahl der Werbeanstöße für frisches Gemüse 2017 erneut gestiegen. In der Datensammlung AMI Aktionspreise im LEH wurden 19.936 Werbeanstöße erfasst. Allerdings ist 2017 die Zahl der erfassten Einkaufsstätten bzw. Regionalgesellschaften auf 53 vergrößert worden. Damit entfielen auf eine Einkaufsstätte durchschnittlich 376 Werbeanstöße. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um gut 7 %. Bei Bio-Gemüse ist die durchschnittliche Zahl der Werbeanstöße je Einkaufsstätte noch stärker zurückgegangen. Die Gesamtzahl der Werbeanstöße von 2.845 verteilt auf 53 Einkaufsstätten ergibt durchschnittlich 54 Anstöße je Einkaufsstätte und damit gut 13 % weniger als im Vorjahr. Der Bio-Anteil in den Angebotsaktionen ist von 15 % im Jahr 2016 auf 14 % zurückgegangen. Als Basis für die Analyse von Angebotspreisen erfasst die AMI die Werbezettel von 53 Ketten und deren Regionalgesellschaften. Dabei werden nur die Flyer in den Postwurfsendungen und im Internet berücksichtigt. Radiowerbung und Reduzierungen im Geschäft werden nicht erfasst.

Starke Werbewochen zu Ostern und Weihnachten

Bei einer gleichmäßigen Verteilung der Angebotsaktionen auf die einzelnen Wochen eines Jahres wären 2017 rund 383 Werbeanstöße auf jede Woche entfallen. Tatsächlich zeigt sich aber eine große Bandbreite bezüglich der Aktionen in den einzelnen Wochen. So waren in der 7. Woche lediglich 288 Werbeanstöße zu verzeichnen. Das war der niedrigste Wert des gesamten Jahres. Zu diesem Zeitpunkt erreichte die witterungsbedingte Angebotsknappheit in den südeuropäischen Anbaugebieten ihren Höhepunkt, und die Preise waren im gesamten Sortiment deutlich gestiegen. Die Möglichkeiten, Gemüse für Angebotsaktionen zu bekommen waren sehr begrenzt.

Im Gegensatz dazu wurde die höchste Zahl der Werbeanstöße in der 15. Woche mit 510 erreicht. Das war die Osterwoche, die ohnehin schon als sehr werbeintensiv gilt. Zudem war das Angebot an Frühlingsgemüse nach einem warmen und sonnenreichen März zu diesem Zeitpunkt bereits ausgesprochen groß, so dass Aktionen notwendig waren, um die Ware am Markt platzieren zu können. Spargel und Rhabarber, aber auch Frühkartoffeln, Kopfsalat, Kräuter und Bohnen haben zu diesem Zeitpunkt zu der hohen Zahl der Angebotsaktionen beigetragen. Die Weihnachtswoche, die beim Obst in der Regel die werbeintensivste Woche ist, landete beim Gemüse mit 507 Werbeanstößen knapp hinter der Osterwoche. Hier sind es vor allem Rotkohl, Rosenkohl, Feldsalat und Bohnen, die die Zahl der Werbeanstöße nach oben treiben.

Regionalität liegt weiter im Trend

Regionalität liegt weiter im Trend, auch in den Angebotsaktionen für frisches Gemüse. Mit knapp 18 % erreichte der Anteil der Regionalmarken an den gesamten Werbeanstößen für Gemüse den bislang höchsten Wert. Gegenüber dem Vorjahr ist er um gut ein Prozentpunkt gestiegen. Deutsches Gemüse war in den Angebotsaktionen in fast 38 % der Fälle mit einer Regionalmarke ausgezeichnet.

Angebotsaktionen mit Obst und Gemüse im Blick

Detailliertere Informationen zu Entwicklung der Angebotsaktionen mit Gemüse im Jahr 2017 finden Sie in der ausführlichen Analyse, die in der Ausgabe 4/2018 der AMI Markt Woche Obst & Gemüse erschienen ist. In der kurzfristigen Marktanalyse sind die Angebotspreise Woche für Woche der erste Indikator dafür, in welche Richtung sich die Verbraucherpreise in Deutschland entwickelt. Bereits am Dienstag bietet AMI Aktionspreise im LEH einen vollständigen Überblick über die Angebotsaktionen mit Obst und Gemüse in Deutschland. Bei der Aufbereitung orientieren sich die AMI Marktexperten an den individuellen Bedürfnissen der Kunden. Ist es auch für Sie wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben? Dann rufen Sie uns an und fragen nach den Lösungen, die wir Ihnen bieten können.

Beitrag von Michael Koch

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Login

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Zwiebelgemüse | Ernte

Kleinste EU Zwiebelernte seit 2006

16.11.2018 (AMI) – Die europäische Zwiebelbranche steht vor einer großen Herausforderung. Besonders im Westen sorgte die Dürre dieses Sommers für eine sehr kleine Ernte, aber auch in fast allen anderen Gebieten fiel die Ernte unterdurchschnittlich aus. In der zweiten Saisonhälfte wird man verstärkt auf Importe zurückgreifen müssen. Der größte Unsicherheitsfaktor bei der Saisonbeurteilung ist die Haltbarkeit der Zwiebeln im Lager.   Mehr

Deutschland | Blattgemüse | Angebot

Schwieriger Saisonstart bei spanischem Eissalat

15.11.2018 (AMI) – Nach dem Ende der mitteleuropäischen Angebotssaison bei Eissalat kann die spanische Produktion den Anschluss in der Versorgung der europäischen Märkte nur schwer herstellen. Das Wachstum der Kulturen hat sich verzögert, so dass das Angebot an Standardgewichten begrenzt ist. Die knappere Marktversorgung zeigt sich bereits in der Preisentwicklung.  Mehr

Deutschland | Zitrusfrüchte | Marktversorgung

Orangen rücken nun in den Vordergrund

08.11.2018 (AMI) – Da aus Spanien größere Mengen an Navelina-Orangen für den Export bereitstehen, steigt der Druck auf der Angebotsseite – vor allem bei den kleinen Kalibergrößen. Denn auch die Bestände aus Übersee fallen für den Saisonstand noch hoch aus und Preiszugeständnisse prägen den Verkauf.  Mehr