Deutschland | Kohlgemüse | Aktionspreise

Zahlreiche Angebotsaktionen mit Broccoli

19.02.2026 (AMI) – Trotz der widrigen Witterungsbedingungen stehen Mitte Februar umfangreiche Mengen an Broccoli aus Spanien bereit, die auch auf den deutschen Markt drängen. Diese veränderte Angebotssituation spiegelt sich auch in den Angebotsaktionen des Lebensmitteleinzelhandels wider. Die Zahl der Werbeanstöße erreichte ein Rekordniveau. Doch wie sah es preislich aus?

In der 8. Woche 2026 ist die Zahl der Werbeanstöße für Broccoli im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) auf ein Rekordniveau gestiegen. Nicht nur für den Saisonstand, sondern auch im langfristigen Vergleich. Der Wert von 27 Werbeanstößen wurde in keiner einzigen Woche seit 2018 erreicht. Das zeigt eine Analyse auf Basis von AMI-Aktionspreise im LEH. Würden auch Bimi® Broccoli oder die küchenfertige Variante berücksichtigt, wäre die Zahl der Werbeanstöße noch höher. Vorangegangen war seit der 5. Woche eine Zeit mit nur wenigen Angebotsaktionen. Aufgrund der Witterungsbedingungen in Spanien und Italien fehlte Menge. In der 8. Woche des Vorjahres war Broccoli nur 19-mal in den Werbeblättern des LEH zu finden. Und schon das war im langjährigen Vergleich ein hoher Wert. Von der Gesamtzahl der Werbeanstöße entfallen neun auf Bio-Broccoli.

Unterschiedliche Entwicklungen

Aus preislicher Sicht ergeben sich für Bio-Broccoli und Broccoli aus konventioneller Produktion in der 8. Woche unterschiedliche Entwicklungen. Der Einstiegspreis in die Angebotsaktionen liegt bei beiden Varianten auf Vorjahresniveau. So wird Broccoli aus konventioneller Produktion zu Preisen ab 1,98 EUR/kg beworben, während der niedrigste Aktionspreis für Bio-Broccoli bei 3,73 EUR/kg liegt. Die Entwicklung des durchschnittlichen Werbepreises geht jedoch in unterschiedliche Richtungen. Im Durchschnitt wird Broccoli aus konventioneller Produktion in der 8. Woche zu 2,08 EUR/kg beworben. Das sind fast 17 % weniger als zur selben Zeit des Vorjahres. Der durchschnittliche Aktionspreis für Bio-Broccoli liegt mit 4,45 EUR/kg hingegen um 19 % über dem Niveau des Vorjahres.

Verbraucherpreise sinken – Nachfrage steigt

Bereits in der 7. Woche war der durchschnittliche Verbraucherpreis für Broccoli in Deutschland um fast 11 % im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Das war bereits eine Auswirkung der sich ändernden Marktsituation. Letztlich wurde durch die niedrigeren Preise auch das damit verbundene Ziel erreicht: Der Anteil der Haushalte, die Broccoli kauften, stieg gegenüber der Vorwoche um zwei Prozentpunkte. Die hohe Zahl an Werbeanstößen in der 8. Woche dürfte dazu führen, dass der durchschnittliche Verbraucherpreis weiter sinkt, und die Nachfrage hoch bleibt.

Was folgt auf die starke Werbewoche? Die vergangenen Jahre zeigen, dass die Zahl der Werbeanstöße für Broccoli noch bis Ende März hoch bleiben wird. Welche Auswirkungen hat das auf die Verbraucherpreise und die private Nachfrage? Diese Fragen beantworten die AMI-Marktexperten. AMI-Aktionspreise im LEH geben einen wöchentlichen Überblick über die Zahl der Werbeanstöße im LEH, über Herkünfte und über Aktionspreise. Nicht nur für Broccoli, sondern auch für das gesamte Obst- und Gemüsesortiment. Auswirkungen auf die Verbraucherpreise können in der Folgewoche auf Basis des AMI-Verbraucherpreisspiegels analysiert werden. Das klingt für Sie interessant? Dann vereinbaren Sie gerne einen Termin mit den AMI-Marktexperten, und wir schauen zusammen auf Ihre Produkte und Fragestellungen.

Beitrag von Michael Koch
Bereichsleiter Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Kernobst | Ernte

Europas Apfelernte fällt deutlich kleiner aus

06.08.2026 (AM) – Extreme Wetterbedingungen hinterlassen Spuren im europäischen Obstbau. Nach Frost, Hagel, Starkregen und regionaler Trockenheit wird die EU-Apfelernte 2026/27 auf rund 9,5 Mio. Tonnen geschätzt. Damit dürfte sie die niedrigste Erntemenge seit 2017 erreichen.   Mehr

Deutschland | Fruchtgemüse | Erzeugung

Extremwitterung begrenzt Erntemengen bei Tomaten

06.08.2026 (AMI) – Aktuell fallen die Erntemengen bei Tomaten witterungsbedingt deutlich geringer als im saisonüblichen Rahmen aus. Gleichzeitig ist die Nachfrage lebhaft.   Mehr

Deutschland | Fruchtgemüse | Ernte

Hohe Preise und kaum Werbeaktionen für Salatgurken

30.07.2026 (AMI) – Salatgurken sind knapp. Die Auswirkungen der wochenlangen Sommerhitze sind weiterhin spürbar und die Erntemengen fallen nach wie vor geringer aus als geplant. Infolgedessen sind die Preise auf allen Handelsstufen gestiegen und die Werbeaktivität wurde runtergefahren.   Mehr