Deutschland | Südfrüchte | Außenhandel

Einfuhren von Datteln nur zu geringen Teilen aus dem Iran

20.03.2026 (AMI) – Datteln liegen im Trend, die Einfuhren nach Deutschland sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Droht nun eine Trendumkehr oder gar eine Knappheit? Immerhin hat der Iran ein Exportverbot für Agrarprodukte, darunter auch Datteln, verhängt. Doch welche Rolle spielen Datteln aus dem Iran überhaupt für den deutschen Markt?

Der Bedarf an Datteln in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist eine Inlandsproduktion nicht möglich, und die Marktversorgung erfolgt über Importe. Im Jahr 2025 wurden nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 36.329 t Datteln nach Deutschland importiert. Das war die größte Menge der vergangenen zehn Jahren. Im linearen Trend der Jahre 2016 bis 2025 sind die Einfuhren um durchschnittlich 5,4 % pro Jahr gestiegen.

Seit dem 3. März 2026 hat der Iran aufgrund der eskalierenden geopolitischen und militärischen Lage in der Region einen umfassenden Exportstopp für Obst, Gemüse und weitere Agrarprodukte verhängt. Ziel der Maßnahme ist es, die nationale Versorgung sicherzustellen und einen Preisanstieg auf dem Binnenmarkt zu verhindern. Die Auswirkungen auf die internationalen Handelsströme werden zu spüren sein, und das betrifft auch die Datteln.

Iran bei den Herkünften nur auf Rang 4

Welche Auswirkungen könnte der Exportstopp des Irans auf den Dattelmarkt in Deutschland haben? Ein Blick auf die Außenhandelsstatistik zeigt, dass die Auswirkungen für den deutschen Markt zunächst überschaubar ausfallen dürften. Zwar hat Deutschland in den vergangenen Jahren aus dem Iran steigende Mengen an Datteln importiert, in der Rangliste der wichtigsten Herkünfte landet der Iran dennoch nur auf dem 4. Platz. Mit rund 2.366 t machte der Iran zuletzt gut 6 % der deutschen Einfuhren an Datteln aus. Die wichtigsten Herkunftsländer Tunesien, Israel und Pakistan weisen ebenfalls einen positiven Trend auf.

Steigende Präsenz in den Angebotsaktionen

Der positive Trend bei den Datteln zeigt sich auch in den Angebotsaktionen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Im linearen Trend der vergangenen zehn Jahre ist die Zahl der Werbeanstöße für Datteln um durchschnittlich 4,8 % pro Jahr gestiegen. Das zeigt eine Analyse auf Basis von AMI-Aktionspreise im LEH. Tunesien ist mit einem Anteil von 35 % die wichtigste Herkunftsangabe in den Angebotsaktionen, gefolgt von Israel mit 22 %. In 32 % der Fälle wird keine Herkunft angegeben. Die Herkunft Iran hat kontinuierlich Anteile verloren und stand zuletzt nur noch für knapp 1 % der Angebotsaktionen.

Die AMI-Marktexperten werden sowohl die internationalen Warenströme als auch die Entwicklungen in den Angebotsaktionen des LEH weiterhin im Blick behalten und analysieren. Mit den Aktionspreisen stellt die AMI einen frühen Indikator für Entwicklungen auf Verbraucherebene zur Verfügung. Datteln spielen in Ihrem Portfolio keine Rolle? Kein Problem, mit unseren Analysen zu den Angebotsaktionen decken wir das gesamte Obst- und Gemüsesortiment ab. Sprechen Sie uns an, und wir entwickeln zusammen die passende Lösung für Sie. Denken Sie schon jetzt daran: Im September steht wieder der DOGK an, und die Obst- und Gemüsebranche trifft sich in Düsseldorf. Also am besten den 21./22. September schon einmal vormerken. Noch besser: Direkt bis Ende März ein Ticket sichern und vom Super-Early-Bird-Tarif profitieren.

Beitrag von Michael Koch
Bereichsleiter Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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