Wohin führt der Weg nach der Spargelsaison 2018?
Schon in den vergangenen Jahren hatte sich der Index der Saisonbewertung im AMI Stimmungsbarometer Spargel kontinuierlich verschlechtert. Die Saison 2018 hatte noch einmal eine ganz andere Qualität, und das ist an der Stelle nicht im positiven Sinn zu verstehen. Die Gesamtbewertung der Saison hat sich noch einmal erheblich verschlechtert und war die schlechteste seit der Einführung des AMI Stimmungsbarometers Spargel. Der Index der Saisonbewertung lag bei 3,18 und war damit fast 0,8 Punkte höher als im Vorjahr. Lediglich die Erntemenge wurde besser bewertet als im Vorjahr. Die Bewertung von Nachfrage und insbesondere Umsatz, fiel dagegen deutlich schlechter aus als 2017.
Basis für diesen Index der Saisonbewertung ist eine AMI Befragung unter Spargelproduzenten direkt im Anschluss an die Saison. Im AMI Stimmungsbarometer können die Teilnehmer unter anderem ihre Einschätzung zu Erntemenge, Nachfrage und Umsatz abgeben. Die Punkte werden dabei auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) bewertet.
Schlechte Bewertung der Umsätze
Die Erntemengen sind zwar ein wichtiger Faktor zur Bewertung der Saison, aber große Mengen alleine sind nicht alles. Wenn sie nicht, oder nur zu niedrigen Preisen verkauft werden können, dann führt das insgesamt doch zu einer schlechten Gesamtbewertung. Besonders schlecht wurden 2018 die Umsätze bewertet. Zum ersten Mal seit der Einführung des Stimmungsbarometers stand bei der Bewertung der Umsätze ein Drei vor dem Komma. Mit 3,39 war die Bewertung um 0,88 Punkte schlechter als im Vorjahr. Von fast 43 % der Befragungsteilnehmer wurde der Umsatz als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ bewertet. Weitere 41 % entfielen auf die Bewertung „mäßig“, und nur 16 % der Teilnehmer haben die Umsätze als „gut“ bzw. „sehr gut“ bewertet.
Keine weitere Ausweitung der Spargelflächen
Gemessen an der Anbaufläche ist Spargel mit weitem Abstand die Nummer 1 im deutschen Freilandgemüseanbau. In den vergangenen Jahren ist die Anbaufläche immer weiter ausgeweitet worden. Zuletzt wurde auf 23.100 ha Spargel geerntet. Unter bestimmten Rahmenbedingungen ist diese Fläche zu groß, wie die Saison 2018 gezeigt hat. Die Entwicklung der Spargelfläche in Deutschland scheint also an einem Wendepunkt angekommen zu sein, und nie zuvor war die Bereitschaft, die Flächen einzuschränken, so groß, wie nach der Saison 2018. Was von den Vorhaben letztlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten, aber die Überlegungen sind angestoßen.
Im Stimmungsbarometer 2018 gab es erstmals keine Tendenzen mehr, die Anbaufläche stark oder auch nur mäßig auszuweiten. Das hat es in den 7 Jahren zuvor nie gegeben. Noch 2017 planten rund 25 % der Befragungsteilnehmer, ihre Anbaufläche auszuweiten. Für das kommende Jahr ergibt sich ein anderes Bild. Rund 2 % der Befragungsteilnehmer werden die Spargelproduktion 2019 komplett einstellen. Weitere 4 % planen starke Einschränkungen der Anbaufläche. Eine mäßige Einschränkung der Anbaufläche wird von 51 % der Befragungsteilnehmer angegeben. In 43 % der Fälle soll die Anbaufläche unverändert im Vergleich zum Vorjahr bleiben.
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Michael Koch
Marktanalyst Gartenbau
Tel. (0228) 33805-252
Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, Referent von Vorträgen im Bereich Gartenbau, vernetzt mit Produzenten, Händlern und Unternehmen in der Obst- und Gemüsebranche.