Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnen und Raps drehen ins Plus

11.06.2025 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago legen zu. Unterstützung kommt von positiven Exportzahlen und der Hoffnung auf Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit. Raps in Paris legt im Windschatten der kanadischen Kurse zu.

Die Sojabohnenkurse an der Börse in Chicago konnten in der zurückliegenden Berichtswoche zulegen. Am 10.06.2025 schloss der Fronttermin Juli 2025 bei umgerechnet 340,03 EUR/t, was einem Plus von 4,20 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche entspricht.

Die Notierungen profitierten vom Optimismus hinsichtlich der fortgesetzten Handelsgespräche zwischen Vertretern aus Washington und Peking. China ist weltweit der wichtigste Importeur von Sojabohnen. Eine Einigung im Handelsstreit könnte die Bedingungen für US-Lieferungen in der kommenden Vermarktungssaison verbessern – so die Hoffnung am Markt. Auch aktuelle Außenhandelsdaten stützten die Kurse: Laut USDA-Inspektionsbericht wurden in der 23. KW knapp 547.040 t Sojabohnen verschifft – im Vergleich zu 301.459 t in der Vorwoche und 234.061 t im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Begrenzt wurden die Gewinne durch die günstigen Vegetationsbedingungen in den US-Anbaugebieten. Das USDA stufte zu Beginn der Woche 68 % der US-Sojabohnenernte als gut bis ausgezeichnet ein – ein Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. Zudem waren bis zum 8.6.2025 bereits 90 % der US-Flächen gedrillt, verglichen mit 84 % eine Woche zuvor. Damit liegt der Aussaatfortschritt zwei Prozentpunkte über dem langjährigen Durchschnitt.

Paris im Windschatten kanadischer Rapskurse

Auch in Paris drehten die Kurse zuletzt ins Plus, konnten jedoch die zwischenzeitlich erreichte Marke von 490 EUR/t nicht behaupten. So schloss der Fronttermin August 2025 am 10.06.2025 bei 487 EUR/t, ein Wochenplus von 8,75 EUR/t. Begrenzend wirkten weiterhin der feste Euro, der Importe in die EU erleichtert, sowie die jüngsten Niederschläge in Frankreich und Deutschland, die den Feldbeständen zugutekommen dürften.

Wie in den Wochen zuvor war erneut die Entwicklung der kanadischen Canola-Notierungen der Hauptantrieb für die Kursbewegung. An der ICE in Winnipeg notierte die kanadische Saat zuletzt bei umgerechnet 453,25 EUR/t und damit rund 8,60 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Ausschlaggebend waren die Dürre und die Waldbrände im Westen Kanadas, insbesondere in Saskatchewan, wodurch bereits mit Ertragseinbußen gerechnet wird. Die Aussaat war Anfang Juni bereits abgeschlossen.

Zusätzlich profitieren die Canola-Kurse weiterhin von den schnell schwindenden kanadischen Vorräten – bedingt durch das hohe Exporttempo in dieser Saison. Einen Monat vor Ende des Wirtschaftsjahres 2024/25 übertrafen die kanadischen Ausfuhren mit 8,53 Mio. t bereits die USDA-Prognose von 8,50 Mio. t.

Für zusätzliche Impulse sorgte die mögliche Entscheidung der US-Umweltschutzbehörde EPA über die Zielmenge für die Beimischung von Biodiesel im Jahr 2026. Diese soll bei 4,65 Milliarden Gallonen liegen – zwar unter dem Vorschlag der Branchenverbände (5,25 Milliarden), aber deutlich über dem Wert für 2025 von 3,35 Milliarden Gallonen.

Wie entwickeln sich die Ölsaaten-Märkte und was sind die relevanten Einflussfaktoren? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Ölsaaten & Bioenergie. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
Druckversion als PDF öffnen

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück
Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Dezember weiter ab

19.12.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Dezember 2025 weiter nach. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im November weiter ab

27.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im November 2025 weiter zurück. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Oktober weiter ab

03.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Oktober 2025 weiter deutlich nach. Vor allem rückläufige Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im September weiter unter Druck

01.10.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im September 2025 nach. Belastend wirkten vor allem schwächere Erzeugerpreise bei Milch und Getreide. Dagegen behaupteten sich die Rinderpreise auf hohem Niveau.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex gibt im August weiter nach

29.08.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im August 2025 nach. Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtrinder, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juli unter Druck

25.07.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Juli 2025 nach Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtschweine, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juni fester

01.07.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Juni weiter. Während die Erzeugerpreise für Fleisch und Milch zulegten tendierten die Getreide- und Rapspreise schwächer.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex auf höchstem Stand seit über 2 Jahren

05.06.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Mai weiter. Für den Aufwärtstrend sind insbesondere Schlachtschweine und -rinder verantwortlich.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Schlachtviehpreise heben AMI-Rohstoffindex im April

25.04.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex steigt im April 2025. Insbesondere Schlachtschweine und -rinder kosteten deutlich mehr. Aber auch Milcherzeuger konnten sich über stabile bis leicht festere Preise freuen. Ackerbauern erhielten für Raps mehr und für Getreide etwas weniger.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex bleibt stabil

31.03.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex tendierte im März 2025 stabil. Festere Preise für Schlachtrinder können den Rückgang bei den Erzeugerpreisen für Getreide und Ölsaaten ausgleichen.   Mehr