Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurs stabilisiert sich – Weltmarkt bleibt hart umkämpft

23.10.2025 (AMI) – Die Weizennotierungen in Paris bewegen sich in einer engen Spanne. Während harter Wettbewerb am Weltmarkt den europäischen Kursen weiter zusetzt, schenken leichte Aufschläge in Chicago und neue Exportausschreibungen Zuversicht.

Die Weizenkurse in Paris bewegten sich in der zurückliegenden Berichtswoche in einer engen Spanne. Am 22.10.2025 notierte der Fronttermin Dezember 2025 bei 191,50 EUR/t und damit marginal niedriger als eine Woche zuvor (-0,25 EUR/t).

Belastend wirkt nach wie vor der harte Wettbewerb am Weltmarkt. Besonders die Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion, aber auch aus Argentinien, erschwert es Partien aus der westlichen EU derzeit, Absatz zu finden. Die jüngste Ausschreibung der staatlichen algerischen Einkäufer wurde jedoch als positives Signal gewertet, dass das niedrigere Preisniveau die Nachfrage ankurbeln könnte. Theoretisch hätten die Franzosen gute Chancen gehabt, bei der Ausschreibung zum Zuge zu kommen, allerdings blockieren die diplomatischen Spannungen zwischen Paris und Algier derzeit den Handel, heißt es.

Das genaue Volumen des algerischen Kaufs ist unklar. Handelsunternehmen zufolge wurden etwa 258,50 USD/t cif gezahlt. Bedient wurde der Tender wohl von Anbietern aus der Schwarzmeerregion sowie aus Argentinien. Letztere gelten derzeit aufgrund der Abschwächung des Pesos und der großen diesjährigen Ernte mit Preisen zwischen 204 und 210 USD/t fob für Weizen mit 11,5 % Proteingehalt als die günstigsten Anbieter am Weltmarkt. Gerüchten zufolge hat auch Marokko – einer der wichtigsten Kunden Frankreichs – auf die preiswerten südamerikanischen Offerten reagiert und rund 120.000 bis 150.000 t Weizen erworben.

Wöchentliche Daten der EU-Kommission zeigen, dass die Weizenexporte der EU in der laufenden Saison 2025/26 um 21 % unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Angaben für große Exporteure wie Frankreich und Bulgarien sind jedoch noch unvollständig, sodass die Aussagekraft der Daten eingeschränkt ist.

Ein weiterer bärischer Faktor ist die angehobene Weizenernteprognose in Russland: Die Beratungsfirma IKAR hob ihre Schätzung für die russische Weizenernte 2025 von 87 auf 88 Mio. t an.

In Chicago tendierten die Weizenkurse dagegen fester. Der Fronttermin Dezember 2025 stieg im Vergleich zur Vorwoche um 2,06 EUR auf umgerechnet 159,72 EUR/t. Dabei profitierten die Kurse vom Aufschwung der Sojanotierungen, angesichts der Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Handelsgespräche zwischen Peking und Washington. Zudem bot der feste Kassamarkt Unterstützung.

Laut Marktumfragen ist die Winterweizenaussaat in den USA derzeit zu etwa 75 % abgeschlossen, nachdem sie in der Vorwoche bei 66 % lag. Wegen des andauernden Shutdowns bleiben die wöchentlichen USDA-Berichte weiterhin aus.

Wie entwickelten sich die Kursverläufe für Weizen? Und was sind die relevanten Einflussfaktoren der Getreidemärkte? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Getreide. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
Druckversion als PDF öffnen

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück
Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex setzt Abwärtstrend im Januar fort

31.01.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Januar 2026 weiter nach und sank von 130,6 auf 124,9 Punkte. Das entspricht einem Minus von 4,4 % gegenüber Dezember. Belastend wirkten vor allem rückläufige Erzeugerpreise bei Milch und Schweinen. Bei Getreide und Ölsaaten zeigte sich insgesamt ein gemischtes Bild: Brotweizen und Körnermais tendierten leicht fester, Futtergerste und Raps gaben nach.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Dezember weiter ab

19.12.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Dezember 2025 weiter nach. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im November weiter ab

27.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im November 2025 weiter zurück. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Oktober weiter ab

03.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Oktober 2025 weiter deutlich nach. Vor allem rückläufige Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im September weiter unter Druck

01.10.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im September 2025 nach. Belastend wirkten vor allem schwächere Erzeugerpreise bei Milch und Getreide. Dagegen behaupteten sich die Rinderpreise auf hohem Niveau.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex gibt im August weiter nach

29.08.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im August 2025 nach. Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtrinder, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juli unter Druck

25.07.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Juli 2025 nach Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtschweine, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juni fester

01.07.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Juni weiter. Während die Erzeugerpreise für Fleisch und Milch zulegten tendierten die Getreide- und Rapspreise schwächer.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex auf höchstem Stand seit über 2 Jahren

05.06.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Mai weiter. Für den Aufwärtstrend sind insbesondere Schlachtschweine und -rinder verantwortlich.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Schlachtviehpreise heben AMI-Rohstoffindex im April

25.04.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex steigt im April 2025. Insbesondere Schlachtschweine und -rinder kosteten deutlich mehr. Aber auch Milcherzeuger konnten sich über stabile bis leicht festere Preise freuen. Ackerbauern erhielten für Raps mehr und für Getreide etwas weniger.   Mehr