Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Hoffnung auf Handelsdeal treibt Soja- und Rapskurse

29.10.2025 (AMI) – Optimismus über ein mögliches Handelsabkommen zwischen China und den USA beflügelt die Märkte und lässt sowohl die Sojabohnen- als auch die Rapskurse kräftig klettern.

Die US-Sojabohnenkurse an der CBot haben in der vergangenen Berichtswoche deutlich zugelegt. Am 28.10.2025 notierte der Fronttermin November-25 bei umgerechnet 340,63 EUR/t, ein Plus von 14,36 EUR/t auf Wochensicht. Zu Beginn der Sitzung erreichte der aktivste Kontrakt Januar-26 mit 345,99 EUR/t seinen höchsten Stand seit dem 08.07.2024.

Im Fokus des Marktes – und wichtigstes Hausse-Argument – war die Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen Washington und Peking, das die US-Verkäufe wieder ankurbeln dürfte. Auslöser waren die anstehenden Gespräche zwischen den beiden Regierungschefs im Laufe dieser Woche in Südkorea.

Zudem wurden Gerüchte laut, dass China bereits Sojabohnen in den USA gekauft haben soll. Aufgrund des Shutdowns beim USDA konnten diese Berichte jedoch nicht bestätigt werden. Es wären die ersten Käufe Chinas seit Monaten und zugleich die erste Order einer Partie der Ernte 2025. Bislang handelt es sich dabei allerdings nur um Spekulationen: Es gibt noch kein Abkommen, und auch mögliche Inhalte sind bisher nicht bekannt. Das US-Finanzministerium äußerte lediglich, dass die avisierten Vereinbarungen die Verkäufe Richtung China für die kommenden Jahre sichern und die US-Farmer zufriedenstellen sollen.

Problematisch ist jedoch, dass China bislang sehr gut in der Lage war, seinen Bedarf selbst beziehungsweise über alternative Herkünfte – insbesondere aus Brasilien – zu decken. Dementsprechend scheint die US-Regierung, wie bereits bei anderen Handelsabkommen, auch hier Mengen verhandeln zu wollen.

In Brasilien schreitet die Aussaat indes zügig voran. Laut Conab waren bis zum 18.10.2025 rund 22 % der Arbeiten abgeschlossen – gegenüber 18 % im Vorjahr, jedoch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 28 %. Das Exporttempo Brasiliens war im laufenden Monat sehr hoch: Bis Mitte Oktober wurden fast 3,6 Mio. t verschifft, was einem Plus von 31 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Verband ANEC schätzt, dass die Ausfuhren insgesamt 7,3 Mio. t erreichen dürften.

Rapskurse fester

Im Windschatten der Sojakurse legten auch die Rapsnotierungen in Paris zu. So schloss der Fronttermin November-25 am 28.10.2025 bei 482,50 EUR/t, ein Plus von 17,75 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Auch der Folgetermin Februar-26 verbuchte ein kräftiges Wochenplus von 14,50 auf 480,00 EUR/t.

Zusätzlich profitierten die Kurse vom festen Rohöl. Hier hatten die Notierungen nach der Ankündigung weitreichender US-Sanktionen gegen Russland zuletzt wieder zugelegt, bleiben jedoch angesichts des derzeitigen Überangebots am Markt auf einem eher niedrigen Kursniveau.

Für Druck auf die Pariser Kurse sorgt zudem der zügige Fortschritt der Aussaat in Deutschland, Frankreich sowie im Vereinigten Königreich, wo mit einem höheren Anbau gerechnet wird. In Polen hingegen könnte die Rapsaussaat aufgrund der verspäteten Maisernte schrumpfen.

Die Canola-Futures an der ICE legten ebenfalls zu und erreichten am 28.10.2025 umgerechnet 383,63 EUR/t, gut 6 EUR/t mehr als eine Woche zuvor. Auch hier waren es Hoffnungen auf ein Handelsabkommen, die die Kontrakte beflügelten. Der kanadische Premier möchte ebenfalls einen Anstoß geben, um den Zollstreit zwischen den beiden Ländern beizulegen.

Auslöser waren Strafzölle seitens Kanadas auf chinesische E-Autos. Als Gegenreaktion verhängte China hohe Zölle auf kanadische Ölsaaten, was die Exporte de facto einbrechen ließ. Begrenzt wurden die Gewinne jedoch durch die nach wie vor schwachen Exporte sowie die über dem Vorjahr liegende Rapsernte, welche in diesen Tagen zu Ende geht.

Wie entwickeln sich die Ölsaaten-Märkte und was sind die relevanten Einflussfaktoren? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Ölsaaten & Bioenergie. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
Druckversion als PDF öffnen

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück
Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex setzt Abwärtstrend im Januar fort

31.01.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Januar 2026 weiter nach und sank von 130,6 auf 124,9 Punkte. Das entspricht einem Minus von 4,4 % gegenüber Dezember. Belastend wirkten vor allem rückläufige Erzeugerpreise bei Milch und Schweinen. Bei Getreide und Ölsaaten zeigte sich insgesamt ein gemischtes Bild: Brotweizen und Körnermais tendierten leicht fester, Futtergerste und Raps gaben nach.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Dezember weiter ab

19.12.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Dezember 2025 weiter nach. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im November weiter ab

27.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im November 2025 weiter zurück. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Oktober weiter ab

03.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Oktober 2025 weiter deutlich nach. Vor allem rückläufige Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im September weiter unter Druck

01.10.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im September 2025 nach. Belastend wirkten vor allem schwächere Erzeugerpreise bei Milch und Getreide. Dagegen behaupteten sich die Rinderpreise auf hohem Niveau.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex gibt im August weiter nach

29.08.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im August 2025 nach. Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtrinder, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juli unter Druck

25.07.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Juli 2025 nach Ausschlaggebend war insbesondere der Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtschweine, Getreide und Raps.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex im Juni fester

01.07.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Juni weiter. Während die Erzeugerpreise für Fleisch und Milch zulegten tendierten die Getreide- und Rapspreise schwächer.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex auf höchstem Stand seit über 2 Jahren

05.06.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex klettert im Mai weiter. Für den Aufwärtstrend sind insbesondere Schlachtschweine und -rinder verantwortlich.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Schlachtviehpreise heben AMI-Rohstoffindex im April

25.04.2025 (AMI) – Der AMI-Agrarrohstoffindex steigt im April 2025. Insbesondere Schlachtschweine und -rinder kosteten deutlich mehr. Aber auch Milcherzeuger konnten sich über stabile bis leicht festere Preise freuen. Ackerbauern erhielten für Raps mehr und für Getreide etwas weniger.   Mehr