US-Sojakurse können Vorwochenniveau nicht behaupten
Die Sojabohnenkurse in Chicago standen in der zurückliegenden Berichtswoche unter Druck. Am 25.11.2025 schloss der Fronttermin Januar 2026 bei umgerechnet 357,75 EUR/t und damit 7,90 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Damit fielen die Kurse von ihrem 17-Monats-Hoch der Vorwoche zurück, da Zweifel über das Tempo der chinesischen Käufe aufkamen. Da noch kein Abkommen unterzeichnet wurde, bleiben die Agrarmärkte weiterhin anfällig für Stimmungs- und Politikumschwünge zwischen den USA und China.
Die US-Regierung verbreitet jedoch weiterhin Optimismus. Die chinesischen Käufe von US-Sojabohnen verlaufen „genau nach Plan“, sagte der US-Finanzminister in der laufenden Woche unter Verweis auf die Vereinbarung, wonach China in den nächsten dreieinhalb Jahren 87,5 Mio. t kaufen soll. Indes befanden sich zwei Frachtschiffe zu Beginn der Woche auf dem Weg zu Terminals in der Nähe von New Orleans, um Chinas erste US-Sojabohnenlieferungen seit Mai zu laden.
Das grundlegende Problem für die US-Exporte liegt jedoch nicht nur im Streit mit China, sondern auch in der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der US-Sojabohnen gegenüber ihrem größten Konkurrenten Brasilien. Diese sind sowohl bei kurzfristigen Lieferungen als auch bei Lieferungen bis Mitte des Jahres bislang die günstigere Alternative. Zudem steuert Brasilien erneut auf eine große oder sogar eine Rekordernte zu, sodass das Exporttempo aufrechterhalten werden kann. Darüber hinaus haben die Schlagzeilen, dass China wieder US-Sojabohnen kaufen wird, einen ungünstigen Nebeneffekt: Sie trieben die Kurse und damit auch die Exportpreise an.
Rapskurse unter Druck
Angesichts der Vorgaben der US-Sojakurse tendierten auch die Rapsnotierungen an der Börse in Paris schwächer. Der Fronttermin Februar 2026 schloss am 25.11.2025 bei 483 EUR/t und damit 2,25 EUR/t niedriger als noch eine Woche zuvor. Zusätzlich wurden die Notierungen durch die Schwäche des Rohölmarktes belastet. Der nahegelegene Kontrakt mit Erfüllung im Januar 26 rutschte im Laufe der Berichtswoche auf 57,95 USD/bbl und damit unter die wichtige Marke von 60 USD. Besonders die Hoffnung auf ein mögliches Friedensabkommen in der Ukraine belastete die Rohölkurse und setzte damit Raps als Ausgangsrohstoff der Biokraftstoffindustrie unter Druck.
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