Vor dem Feiertag ziehen die Kurse in Chicago an
In Chicago tendieren die Maiskurse im Wochenvergleich etwas fester. Der Fronttermin Dezember 25 schloss am 26.11.25 auf umgerechnet 146,83 EUR/t und lag damit knapp 1 EUR/t über dem Vorwochenstand. Mit dem festeren Dollar war der Kursanstieg an der Börse sogar stärker als umgerechnet in Euro. Feste Impulse kamen aus dem US-Kassamarkt, da Verarbeiter vor dem langen Wochenende ihren Bedarf deckten. Daher ging es vor allem zum Ende der Berichtswoche aufwärts.
Der Markt erhielt zudem Unterstützung von Hoffnungen auf zusätzliche chinesische Nachfrage, nachdem China zuletzt höhere Mengen US-Sojabohnen gekauft hatte. Händler werteten dies als mögliches Signal für weitere Käufe von US-Mais. Der festere Dollar begrenzte allerdings auch den Spielraum nach oben, da US-Mais für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer wurde; spürbare Nachfrageeinbußen blieben jedoch aus.
Exportseitig meldete das USDA für die Woche bis zum 09.10.25 Nettoverkäufe von 1,33 Mio. t, im Rahmen der Erwartungen. Die Exportinspektionen der Vorwoche lagen mit 1,63 Mio. t ebenfalls innerhalb des erwarteten Bandes. Konkrete Impulse für eine Ausweitung der Exportdynamik blieben damit aus. Dadurch blieb die Wirkung auf die Kurse begrenzt.
Ertragsseitig liegen weiterhin keine neuen amtlichen Zahlen vor; der Markt orientiert sich an stabilen Schätzungen. Die laufenden Meldungen aus den Corn Belt-Regionen bestätigen überwiegend heterogene, aber im Durchschnitt unveränderte Ergebnisse gegenüber der jüngsten USDA-Schätzung von 47 dt/ha und rund 425 Mio. t Produktion. Die US-Maisernte war laut dem jüngsten Crop-Progress-Report vom 24.11.25 zu 96 % abgeschlossen und lag damit nur geringfügig unter dem Fortschritt zu diesem Zeitpunkt im Fünfjahresmittel.
Maiskurse in Paris unter Druck
In Paris gaben die Kurse an der Börse dagegen leicht nach. Der März-Termin schloss am 26.11.25 auf 189,25 EUR/t und damit 1,25 EUR/t unter Vorwochenlinie. Belastend wirkten die zuerst schwächeren internationalen Vorgaben und das ruhige Exportumfeld. Die EU-Maisernte schreitet weiter voran; Marktteilnehmer berichten aus Südosteuropa und Frankreich weiterhin von teils niedrigen Erträgen. Aktuelle Schätzungen gehen für die EU von einer Ernte um 60 Mio. t aus und damit etwas unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Die EU-Importe blieben zuletzt unter Vorjahresniveau, was den Binnenmarkt stabilisierte; klare Impulse vom Exportgeschäft fehlten jedoch.
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Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau
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