Exportkonkurrenz begrenzt Weizenkursanstieg
An der Pariser Börse geht es für die Weizennotierungen auf Wochensicht aufwärts. Am 03.12.25 schloss der Fronttermin Dezember 25 auf 193 EUR/t und lag damit 3,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Auch die Folgetermine der Ernte 25 verzeichneten leichte Gewinne von bis zu 1 EUR/t, während der Kontrakt der Ernte 26 mit 199,25 EUR/t um 1 EUR/t nachgab.
Der Anstieg blieb jedoch begrenzt, da das saisontypisch reichliche Angebot den Markt weiterhin belastet. Hinzu kommt, dass die Rekordernten aus Australien und Argentinien bald auf den Weltmarkt treffen und den Wettbewerb im Exportgeschäft weiter verschärfen dürften. Marktteilnehmer berichten zudem von möglichen Qualitätsproblemen bei der argentinischen Ernte – insbesondere beim Proteingehalt. Offizielle Bestätigungen dafür liegen bislang jedoch nicht vor.
Vor dem Hintergrund der üppigen Versorgungslage ist die Kaufbereitschaft derzeit gering, Ausschreibungen werden nur spärlich veröffentlicht. Kurzzeitig sorgte eine Weizenausschreibung Algeriens zu Wochenbeginn für etwas Optimismus bei den EU-Exporteuren. Diese Hoffnung verpuffte jedoch rasch, nachdem bekannt wurde, dass der Großteil des Bedarfs mit argentinischem Weizen sowie Weizen aus der Schwarzmeerregion gedeckt werden soll. Französischer Weizen bleibt aufgrund der anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Frankreich und Algerien weiterhin außen vor.
Nach Angaben der Europäischen Kommission exportierte die Gemeinschaft im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 30.11.25 kumuliert rund 9,66 Mio. t, damit nur etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (10,14 Mio. t). Nach Marokko wurden in dieser Saison bislang rund 1,74 (Vorjahr: 0,97) Mio. t exportiert, damit ist das Land aktuell größter Empfänger von EU-Weizen. Saudi-Arabien und Ägypten folgen mit einem Importvolumen von 765.113 (448.947) t und 553.654 (691.683) t. In Frankreich wurden in der Vorwoche insgesamt rund 65.000 t Weizen für Ägypten und 66.000 t Gerste für Saudi-Arabien verladen.
Parallel dazu rückte das Kriegsgeschehen in der Ukraine wieder stärker in den Fokus. Die Drohung Russlands, als Reaktion auf Drohnenangriffe den ukrainischen Zugang zum Meer zu blockieren, schürte erneut Sorgen über die Sicherheit und Stabilität des Getreidehandels im Schwarzen Meer – einer der global wichtigsten Exportregionen.
US-Weizenkurse uneinheitlich
In Chicago entwickelten sich die Weizenkurse auf Wochensicht hingegen unterschiedlich. Am 03.12.25 schloss der Fronttermin bei umgerechnet 169,33 EUR/t und verzeichnet ein Wochenplus von 1,45 EUR/t. Folgetermine geben hingegen um bis zu 2,88 EUR/t nach.
Wie bereits in Paris drückt auch in den USA das saisonbedingt üppige Angebot auf die Kurse. Angesichts der komfortablen Versorgungslage sehen viele Importeure derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, Ausschreibungen werden nur vereinzelt veröffentlicht. Zusätzlich erhöhen die attraktiven Offerten aus Argentinien und der Schwarzmeerregion den Wettbewerbsdruck.
Verstärkt wird dieser Ausblick durch Einschätzungen aus der Ukraine: Laut dem stellvertretenden Wirtschaftsminister könnte die ukrainische Weizenernte von rund 23 Mio. t im Jahr 2025 auf 24 bis 25 Mio. t im Jahr 2026 steigen. Trotz der anhaltenden Kriegsrisiken deutet dies langfristig auf eine weiterhin starke Konkurrenz am Weltmarkt hin.
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Svenja Herrmann
Produktmanagerin Agribusiness
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