Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Nachfragesorgen belasten US-Sojakurse

17.12.2025 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago gaben weiter nach, da Zweifel bestehen, ob China die vereinbarten 12 Mio. t tatsächlich abnehmen wird. Raps verlor im Sog schwacher Rohölkurse und des weiterhin üppigen Angebots.

Die Sojabohnenkurse haben in der zurückliegenden Berichtswoche ihre Abwärtsbewegung fortgesetzt. Am 16.12.2025 schloss der Fronttermin Januar 2026 bei umgerechnet 331, /t – ein Minus von 11,70 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche.

Belastet wurden die Kurse insbesondere durch die kritische Sicht der Marktteilnehmer auf die US-Exporte. Trotz des Deals mit China haben die Lieferungen bislang noch nicht an Fahrt gewonnen, und es bestehen berechtigte Zweifel, ob die vereinbarten Mengen (12 Mio. t bis Januar 2026) letztlich tatsächlich abgenommen werden. Zudem versorgen sich chinesische Verarbeiter derzeit offenbar in großem Umfang aus staatlichen Reserven. Demnach sollen bis Mitte Dezember bereits 0,72 Mio. t per Auktion aus den staatlichen Vorräten an Ölmühlen gegangen sein. Am 19.12.2025 sollen weitere 0,55 Mio. t auf diesem Weg an den Höchstbietenden veräußert werden. Insgesamt sollen so rund 4,0 Mio. t aus staatlichen Reserven mobilisiert werden.

Darüber hinaus bleiben die brasilianischen Offerten günstiger als ihr US-Pendant und damit klar im Wettbewerbsvorteil. Zudem dürfte mit dem Beginn der Ernte ab Januar schrittweise weiteres Soja aus Brasilien und Argentinien auf den Markt kommen. In Brasilien war die Aussaat bis zum 11.12.2025 bereits zu 97 % abgeschlossen, wie AgRural mitteilte.

Die brasilianische Erntebehörde Conab senkte zwar ihre Prognose für die Sojabohnenernte des Landes in der Saison 2025/26 auf 177,1 Mio. t, was jedoch weiterhin eine Rekordernte darstellen würde – wenn auch leicht unter der vorherigen Schätzung von 177,6 Mio. t.

Raps in Paris schwächer- kanadische Kurse fallen

Die Rapskurse in Paris tendierten indes ebenfalls schwächer. Am 16.12.2025 schloss der Fronttermin Februar 2025 bei 469,25 EUR/t und damit 2,50 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Belastet wurden die Kurse dabei vor allem durch die rückläufigen Notierungen konkurrierender Ölsaaten sowie durch die schwachen kanadischen Kurse. Zudem lastet nach wie vor die Schwäche des Rohölmarktes – der zuletzt auf den tiefsten Stand seit 2021 fiel – auf den Ölsaatennotierungen. Darüber hinaus schmälert der feste Euro die Wettbewerbsfähigkeit des EU-Rapses gegenüber importierten Partien.

Während die Abschläge in Paris noch vergleichsweise moderat ausfielen, rutschten die kanadischen Notierungen in Winnipeg deutlich ab. Der nächstgelegene Kontrakt Januar 26 beendete den Handelstag am 16.12.2025 bei umgerechnet 369,06 EUR/t und damit 15,64 EUR/t niedriger als eine Woche zuvor – der tiefste Stand seit März 2025.

Belastend wirkt insbesondere das weiterhin große globale Angebot bei gleichzeitig zurückhaltender Nachfrage aus China. Zwar verbesserten sich die wöchentlichen Canola-Exporte in der Woche zum 07.12.2025, dennoch lag die seit Jahresbeginn ausgeführte Gesamtmenge laut Canadian Grain Commission (CGC) mit 2,38 Mio. t weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert von 4,03 Mio. t.

Laut dem monatlichen Exportbericht der CGC beliefen sich die kumulierten Canola-Exporte nach China bis Ende Oktober auf lediglich 113.900 t, gegenüber 2,29 Mio. t im gleichen Zeitraum des Vorjahres. China ist traditionell ein wichtiger Abnehmer der kanadischen Ölsaaten, doch sind die Lieferungen seit Beginn des Zollstreits zwischen Ottawa und Peking regelrecht eingebrochen.

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Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
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