Weizenkurse geben nach
Die Weizenkurse in Paris konnten das Niveau der Vorwoche nicht behaupten. Am 17.12.2025 schloss der Fronttermin März 26 bei 185,25 EUR/t und verbuchte damit ein Wochenminus von 4,75 EUR/t. Auch der Folgekontrakt verzeichnete einen entsprechenden Rückgang. Die täglichen Kursschwankungen blieben in den vorangegangenen Handelstagen mit Spannen von -2,00 bis +0,50 EUR/t überschaubar. Der Erntetermin 26 gab sogar um 5,00 EUR/t nach und notierte zuletzt bei 192 EUR/t.
In den vergangenen Handelstagen wirkten nur wenige Impulse kursbestimmend. Weiterhin belastet das global reichliche Weizenangebot die Notierungen und begrenzt das Aufwärtspotenzial. Besonders stark ist dabei der Wettbewerbsdruck aus Argentinien. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern dürfte die dortige Weizenernte ein Rekordniveau erreichen. Argentinischer Weizen wird derzeit zu deutlich günstigeren Preisen als EU-Ware auf dem Weltmarkt angeboten. Zwar gibt es Berichte über Qualitätsprobleme, doch die niedrigen Preise ermöglichen dennoch umfangreiche Verkäufe, unter anderem nach Asien und Afrika. Diese Regionen zählen zu den wichtigen Absatzmärkten der EU, wodurch sich der Exportwettbewerb weiter verschärft – zumal Argentinien zuletzt seine Exportsteuern gesenkt hat.
Zusätzlich mindert der feste Euro die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Getreide. Mit dem Heranrücken des Jahreswechsels nimmt die Marktaktivität zudem saisontypisch ab. Ausschreibungen für Weizen werden nur vereinzelt veröffentlicht und umfassen in der Regel keine größeren Mengen.
Die Europäische Union exportierte im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres bis zum 14.12.2025 insgesamt rund 10,52 Mio. t Weichweizen. Nach Angaben der EU-Kommission sind die Daten einiger Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, noch unvollständig. Das Vorjahresvolumen von 10,79 Mio. t wird damit nur knapp unterschritten, zum gleichen Zeitpunkt der Saison 2023/24 wurden allerdings bereits 15,17 Mio. t Weichweizen ausgeführt. Bedeutendstes Empfangsland ist im aktuellen Wirtschaftsjahr Marokko mit 1,96 (Vorjahr: 1,05) Mio. t und einem Anteil von knapp 19 % (10 %) an den EU-Ausfuhren. Es folgen Saudi-Arabien mit 824.339 (448.947) t sowie Ägypten mit 777.925 (817.683) t.
Zusätzlicher Preisdruck entstand zuletzt durch steigende Erwartungen an eine mögliche Einigung zur Beendigung des Krieges in der Ukraine, auch wenn sich Marktteilnehmer weiterhin vorsichtig zeigen. Ein potenzielles Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine würde die Exportmengen voraussichtlich kaum verändern, könnte jedoch die Transportkosten für Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum senken und diese damit attraktiver machen.
Konkurrenzdruck aus Südamerika steigt weiter
In Chicago lief der Dezember-25-Kontrakt am 12.12.2025 bei umgerechnet rund 167,40 EUR/t aus. Der neue Fronttermin März 26 schloss am 17.12.2025 bei rund 158,67 EUR/t und verzeichnete damit innerhalb einer Woche ein Minus von 8,54 EUR/t. Auch die Folgetermine gaben auf Wochensicht nach und verloren bis zu 7,68 EUR/t.
Ähnlich wie in Paris stehen die Notierungen unter dem Druck einer weltweit üppigen Versorgungslage. Insbesondere das zunehmende Angebot aus Südamerika belastet die Kurse. Zuletzt erhöhte die Getreidebörse in Rosario ihre Prognose für die argentinische Weizenernte in dieser Saison nochmals deutlich um 3,2 Mio. t auf ein Rekordvolumen von 27,7 Mio. t. Begünstigt wurde diese Anpassung durch günstige Vegetationsbedingungen, die höhere Erträge erwarten lassen.
Darüber hinaus steuert auch Australien mit einer voraussichtlich drittgrößten Weizenernte seiner Geschichte zu einer weiteren Entspannung der globalen Angebotslage bei. Nach Schätzungen von ABARES dürfte die Ernte mit rund 35,6 Mio. t nicht nur 4 % über dem Vorjahresniveau liegen, sondern auch den 10-Jahresdurchschnitt um 29 % übertreffen.
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Svenja Herrmann
Produktmanagerin Agribusiness
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