Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Scharfer Wettbewerb am Exportmarkt drückt Kurse

15.01.2026 (AMI) – Die Weizenkurse geben auf Wochensicht nach. Vor allem die große Konkurrenz aus Australien und Argentinien zieht die Notierungen nach unten.

Die Weizenkurse an der Pariser Börse können das Vorwochenniveau nicht halten. Am 14.01.2026 schloss der Fronttermin bei 188,75 EUR/t und verzeichnet ein Wochenminus von 2,75 EUR/t. Hierbei hielten sich die Kursschwankungen von -2,50 bis +1,00 EUR/t aber in Grenzen. Der Schlusskurs für den Kontrakt der Ernte 26 lag jüngst bei 195,00 EUR/t und damit 1,50 EUR/t unter Vorwoche.

Die global komfortable Angebotssituation von Weizen, vor allem in wichtigen Exportländern, drückt weiterhin auf die Kurse. Das unterstrich zuletzt auch nochmals die aktualisierte Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums zu Angebot und Nachfrage. Die vorige Produktionsprognose für 2025/26 wurde nochmals nach oben korrigiert. Nun liegt zu Gunsten der globalen Vorräte zwischen Weizenerzeugung und -verbrauch eine deutliche Differenz von rund 22 Mio. t. Das zog die Notierungen in Paris nochmals nach unten.

Hinzu kommen die trüben Exportaussichten der EU für die zweite Saisonhälfte 2025/26. Eine erwartete Rekordernte in Argentinien trägt zur überreichlichen Weizenversorgung bei und verschärft den Wettbewerb am Exportmarkt. Aufgrund dessen rechnen Marktteilnehmer nun damit, dass die Kurse weiter fallen könnte, damit westlicher EU-Weizen wettbewerbsfähig bleiben kann.

Die große Konkurrenz aus Südamerika veranlasste zudem die französische Landwirtschaftsbehörde FranceAgriMer dazu, ihre monatliche Prognose für die Weichweizenexporte Frankreichs in 2025/26 nochmals um 0,1 auf 7,5 Mio. t zu senken. Hierbei verwies die Behörde vor allem auf den wichtigsten Absatzmarkt für französischen Weizen, Marokko, der sich immer mehr für den günstigeren argentinischen Weizen interessiert, trotz Berichten über eine geringere Qualität. Auch Algerien, ebenso ein wichtiges Importland von EU-Weizen zieht die argentinische Herkunft mehr und mehr in Betracht.

Begrenzt wurden die Kursverluste in Paris durch die Entwicklungen in der Ukraine. Die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur, insbesondere die Häfen, haben die Sorgen vor Handelsunterbrechungen über das Schwarze Meer wieder aufleben lassen.

US-Weizenkurse ebenfalls mit Wochenminus

An der CBoT geht es für Weizen ebenfalls abwärts. Der Fronttermini schloss jüngst bei umgerechnet 161,61 EUR/t und verzeichnet einen Wochenrückgang von 1,27 EUR/t. Auch hier begrenzen die üppige Versorgungslage mit Weizen und die ausbleibenden Ausschreibungen das Aufwärtspotenzial der Weizenkurse.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

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