Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse fester, Nachfrageimpulse bleiben verhalten

26.02.2026 (AMI) – EU-Weizen bleibt am internationalen Wettbewerb unter Druck, was den Kursspielraum nach oben auch in den kommenden Wochen begrenzen dürfte.

An der Pariser Terminbörse konnten die Weizennotierungen auf Wochensicht zulegen. Der Fronttermin März 2026 schloss am 25.02.2026 bei 193 EUR/t und lag damit um 2,25 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich erreichte der Kontrakt mit 197 EUR/t den höchsten Stand seit Mitte August 2025. Der Erntekontrakt 2026 verbuchte mit einem Wochenplus von 5,75 EUR/t auf 200,75 EUR/t einen etwas stärkeren Anstieg, während spätere Fälligkeiten um bis zu 4,75 EUR/t zulegten.

Seit Wochenbeginn zeigen sich die Pariser Weizenkurse jedoch wieder etwas schwächer. Belastend wirkt unter anderem die laufende Weizenausschreibung Algeriens, deren endgültiges Buchungsvolumen bislang unklar ist. Angesichts der anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Algerien und Frankreich war bereits im Vorfeld davon auszugehen, dass französischer Weizen erneut nicht berücksichtigt wird. Marktteilnehmer hofften zunächst auf eine stärkere Nachfrage nach Weizen anderer EU-Herkunft, was sich bislang jedoch nicht bestätigt hat. Stattdessen soll die Ausschreibung für Lieferungen im April/Mai vor allem mit Weizen aus der Schwarzmeerregion gedeckt werden, darunter aber auch kleinere Mengen rumänischer Herkunft.

Auch aus Marokko, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der EU, wird Nachfrage gemeldet. Demnach suchen zwei Käufer jeweils 30.000 t Weichweizen zur Verschiffung im Februar/März 2026. Ägypten, ebenfalls ein bedeutender Exportmarkt für die EU, zeigte hingegen Interesse an russischem Weizen mit 11,5 % Protein für die Lieferung im März. Auch ukrainischer und rumänischer Weizen könnte hier zum Zug kommen. EU-Weizen erweist sich im internationalen Wettbewerb derzeit als kaum konkurrenzfähig.

Die Exportofferten aus wichtigen Lieferländern wie Russland, der Ukraine oder Argentinien bleiben reichlich verfügbar und preislich teils deutlich unter dem Niveau westeuropäischer Ware. Entsprechend dürfte der verschärfte Exportwettbewerb das Aufwärtspotenzial der Weizennotierungen auch in den kommenden Wochen begrenzen. Gleichwohl belaufen sich die EU-Weichweizenausfuhren im bisherigen Wirtschaftsjahr auf rund 15,38 Mio. t und liegen damit über dem Vorjahreswert von 14,02 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 hatten die Exporte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits 21,31 Mio. t erreicht.

Unterstützung erhielten die Kurse zuletzt von teils kräftigen Niederschlägen in wichtigen französischen Anbauregionen, die den Krankheitsdruck erhöhten. In der Folge senkte FranceAgriMer die Zustandsbewertung „gut bis sehr gut“ um 3 Prozentpunkte auf 88 %. Damit präsentieren sich die Bestände weiterhin deutlich besser als im Vorjahr, als lediglich 74 % entsprechend eingestuft wurden. Zuletzt verbesserten sich die Witterungsbedingungen wieder und milderten die Sorgen um die Bestandsentwicklung. Für die kommenden Tage werden überwiegend trockene Verhältnisse erwartet.

US-Weizen deutlich fester

An der CBoT fielen die Wochengewinne bei den Weizennotierungen deutlicher aus als an der Euronext in Paris. Der März 26-Kontrakt schloss am 24.02.2026 bei umgerechnet 176,39 EUR/t und lag damit um 6,72 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich erreichte der Kontrakt mit 179,06 EUR/t ein Wochenhoch. Auch die Folgetermine verbuchten Zugewinne von bis zu 6,51 EUR/t.

Kursstützend wirkten zum einen die Witterungsentwicklungen in wichtigen US-Anbauregionen, zum anderen die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Ausgestaltung der US-Zollpolitik. Nach einer längeren Trockenperiode sagen aktuelle Wetterprognosen nun dringend benötigte Niederschläge voraus. Gleichzeitig dürften die Temperaturen etwas milder ausfallen, was das Wachstum der Bestände begünstigt. In der Folge wurden die zuletzt zunehmenden Sorgen um die Bestandsentwicklung etwas gedämpft.

Darüber hinaus rückte die US-Zollpolitik erneut in den Fokus der Marktteilnehmer. Die Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung der US-Handelsabkommen, unter anderem im Hinblick auf Öl- und Getreideimporte, sorgt derzeit für Zurückhaltung am Markt. Insbesondere China könnte dadurch in den anstehenden Gesprächen mit den USA zusätzlichen Verhandlungsspielraum gewinnen.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

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