Sojabohnenkurse bleiben volatil
Die Entwicklungen rund um den Konflikt am Persischen Golf und die daraus resultierenden Bewegungen an den Energiemärkten prägen weiterhin das Geschehen an den Ölsaatenmärkten. Gleichzeitig sorgen ein reichliches globales Angebot sowie kurzfristig orientierte Marktreaktionen für eine insgesamt volatile Preisentwicklung.
Zu Beginn der Woche sorgte eine politische Ankündigung aus den USA zunächst für starke Ausschläge der Sojabohnenkurse. Die Verschiebung möglicher Angriffe auf iranische Energieanlagen ließ die Rohölkurse einbrechen, da Marktteilnehmer dies als potenzielle Entspannung der Lage interpretierten. Obwohl der Rückgang der Ölpreise zunächst Druck auf die Sojabohnen-Futures ausübte, konnten sich diese im dann stabilisieren und zeitweise sogar leicht ins Plus drehen. Diese Erholung verdeutlicht, dass der Markt zwar sensibel auf geopolitische Impulse reagiert, letztlich jedoch auch fundamentale Nachfragefaktoren und technische Kaufimpulse eine Rolle spielen.
An der Börse in Chicago schloss der Mai-26-Kontrakt am 24.03.2026 bei umgerechnet 367 EUR/t, was auf Wochensicht einem Verlust von 2 EUR/t entspricht. Auch der Folgetermin Juli 26 schloss marginal schwächer bei umgerechnet 372 EUR/t und damit 1 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Trotz wieder steigender Ölpreise, die üblicherweise unterstützend wirken, gaben die Sojabohnen-Futures damit leicht nach. Diese gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass an diesem Handelstag technische Faktoren dominierten. Der Preisrückgang trotz festerer Ölpreise ist ein Beispiel für eine Marktphase, in der kurzfristige technische Strategien die fundamentale Logik zeitweise überlagern.
Auf der Angebotsseite erhöht Brasilien den Druck auf den Sojabohnenmarkt: Die Exporte stiegen in der Woche bis zum 21. März auf rund 4,3 Mio. t und lagen damit um 43,6 % über dem Vorwochenniveau. Für den gesamten März werden rund 16,3 Mio. t erwartet, leicht oberhalb des Vorjahresniveaus. Gleichzeitig haben brasilianische Landwirte bereits etwa 70 % der voraussichtlich rekordhohen Ernte eingebracht. Allerdings bremsen logistische Probleme – erhöhte Risiken auf zentralen Schifffahrtsrouten sowie neue chinesische Zertifikatsanforderungen – das Exporttempo trotz hoher Verfügbarkeit. China verlangt zusätzliche Pflanzengesundheitszertifikate, um Lieferungen strenger auf Rückstände, Schädlinge und Qualitätsparameter zu überprüfen. Hintergrund ist laut Branchenangaben eine Ausweitung der Importkontrollen im Zuge verschärfter Bio- und Lebensmittelsicherheitsstrategien, was den Dokumentations- und Inspektionsaufwand deutlich erhöht.
Rapskurse in Paris unter Druck
Die Rapskurse stehen weiterhin unter Druck. Der deutliche Rückgang bei Raps wurde vor allem durch den Einbruch der Rohölpreise ausgelöst. Die angespannte Lage im Nahen Osten sowie die Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus belasten das Marktumfeld weiterhin.
An der Pariser Börse schloss der Fronttermin Mai 26 bei 501 EUR/t, was auf Wochensicht einem Minus von 3 EUR/t entspricht. Der spätere Termin August 26 zeigte sich auf Vorwochenniveau und schloss am 24.03.2026 bei 491 EUR/t, damit unverändert zur Vorwoche.
Auch an der ICE in Winnipeg gaben die Canola-Kurse nach. Der Fronttermin Mai 26 schloss bei umgerechnet 455 EUR/t, ein Wochenverlust von rund 7 EUR/t. Der Folgetermin Juli 26 verbilligte sich um 4 EUR/t auf 463 EUR/t. Auch hier drückten die Rohölkurse auf die Notierungen.
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Kiki Verweel
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