Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse in Paris und Chicago geben nach

09.04.2026 (AMI) – Die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten drückt die Weizennotierungen. Sinkende Kurse verbessern zwar die EU-Exportchancen, das globale Angebot bleibt jedoch reichlich.

An der Pariser Terminbörse bewegten sich die Weizennotierungen in der feiertagsbedingt verkürzten Berichtswoche abwärts. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 08.04.2026 bei 197,75 EUR/t und lag damit um 3,50 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Gleichzeitig fiel die Notierung damit erstmals seit vier Wochen wieder unter die Marke von 200 EUR/t. Der September-Kontrakt verzeichnete ein Wochenminus von 3,75 EUR/t und schloss zuletzt bei 207,00 EUR/t. Auch die späteren Termine der Ernte 2026 gaben um bis zu 3,75 EUR/t nach.

Belastet wurden die Weizennotierungen zuletzt vor allem durch die vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten. Mit der Kriegsunterbrechung steigen die Erwartungen auf eine geringere Störung der Energieversorgung und sinkende Düngemittelpreise. Zudem ist die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freigegeben, erste Öltanker passierten die Meerenge bereits seit Beginn der Waffenruhe.

Gleichwohl bleibt die Marktstimmung von Unsicherheit geprägt, da sich die geopolitische Lage im Nahen Osten jederzeit wieder zuspitzen kann. Die Waffenruhe im Iran nährte zudem Hoffnungen auf eine Belebung der internationalen Getreidenachfrage. Viele Abnehmer hatten ihre Käufe aufgrund der seit Kriegsbeginn stark gestiegenen Preise zuletzt zurückgestellt.

Die rückläufigen Weizennotierungen kommen unterdessen den EU-Exportaussichten zugute. Mit niedrigeren Preisen verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Herkunftsländern, insbesondere gegenüber Anbietern aus der Schwarzmeerregion. Das globale Angebot bleibt jedoch weiterhin reichlich, zumal die Ernte 2026 zunehmend in den Fokus rückt.

US-Weizenkurse mit deutlicherem Wochenverlust

An der CBoT fielen die Kursverluste beim Weizen etwas deutlicher aus. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 08.04.2026 bei umgerechnet 182,11 EUR/t und lag damit 7,05 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Auch die Folgetermine verzeichneten Abschläge von bis zu 7,16 EUR/t.

Belastend wirkte in Chicago ebenfalls die erhoffte Waffenruhe im Nahen Osten, die für spürbaren Druck auf die Weizennotierungen sorgte. Zusätzlich trugen verbesserte Witterungsaussichten zur schwächeren Kurstendenz bei. Für wichtige US-Anbauregionen werden in den kommenden Tagen dringend benötigte Niederschläge erwartet, nachdem die Dürre bereits seit mehreren Wochen anhält. Dies verbesserte die US-Ernteaussichten leicht und milderte die zuvor ausgeprägten Sorgen über Trockenstress.

Die Aussaat von Sommerweizen hat in den USA inzwischen begonnen. Zum 05.04.2026 belief sich der Fortschritt laut USDA auf 2 % und lag damit leicht unter dem Fünfjahresmittel von 3 %. Auch hier hatten Marktteilnehmer im Vorfeld einen Fortschritt von etwa 3 % erwartet. In Nebraska verschärft sich die Dürresituation unterdessen weiter. Der Bundesstaat verzeichnet die trockensten ersten drei Monate eines Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwar werden regional ebenfalls Niederschläge prognostiziert, diese dürften jedoch nicht ausreichen, um den Trockenstress nachhaltig zu lindern.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

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