Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse mit Wochenplus

23.04.2026 (AMI) – Vor allem die Kontrakte der neuen Ernte verzeichnen in Paris und Chicago deutliche Wochengewinne. Steigende Produktionskosten infolge des Nahostkonflikts und wachsende Sorgen um die US-Winterweizenbestände rücken stärker in den Fokus.

Nach mehreren Wochen mit rückläufigen Notierungen konnten die Weizenkurse an der Euronext in Paris zuletzt zumindest ein kleines Wochenplus verbuchen. Der Fronttermin Mai 26 schloss am 22.04.26 bei 195,50 EUR/t und lag damit um 1,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Zuvor war der Mai-Kontrakt jedoch zeitweise bis auf 191,25 EUR/t gefallen und hatte damit den niedrigsten Stand seit zwei Monaten erreicht. Der Kontrakt der neuen Ernte entwickelte sich etwas fester und legte um 4,00 EUR/t auf 208,50 EUR/t zu.

Kursbestimmend bleibt weiterhin die geopolitische Lage im Nahen Osten, insbesondere die Situation rund um die Straße von Hormus. Die Märkte reagieren unverändert sehr sensibel auf neue Meldungen aus der Region. So belasteten zunächst Berichte über eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran die Notierungen. Im weiteren Verlauf sorgte jedoch ein iranischer Angriff auf ein Güterschiff in der Straße von Hormus erneut für erhebliche Marktunsicherheit und trieb die Kurse nach oben.

Gleichzeitig bremst der Iran-Konflikt das Kaufinteresse wichtiger Importländer. Aktuell treten lediglich ein algerischer sowie ein ägyptischer Käufer mit jeweils rund 30.000 t Weizen am Markt auf, die voraussichtlich mit Ware aus der Schwarzmeerregion gedeckt werden. Hinzu kommt eine türkische Ausschreibung über 10.000 t Weizen. In der Türkei entwickeln sich die Feldbestände nach Angaben von Marktteilnehmern jedoch zufriedenstellend, sodass die Weizenimporte des Landes ab Mai/Juni voraussichtlich weiter eingeschränkt werden. Vergleichbares gilt für Marokko: Nach dem Ende einer langjährigen Dürre dürfte das für die EU bedeutende Importland in diesem Jahr eine deutlich höhere Getreideernte einfahren, was die Importnachfrage dämpfen dürfte.

Indes exportierte die EU nach Angaben der Europäischen Kommission im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 19.04.2026 insgesamt rund 19,01 Mio. t Weizen. Damit liegen die Ausfuhren knapp 8 % über dem Vorjahresniveau, wobei die Daten für mehrere Mitgliedstaaten weiterhin noch unvollständig sind.

US-Weizenkurse von Trockenheit getrieben

Auch an der Börse in Chicago konnten die Weizenkurse zuletzt zulegen. Der Mai 26-Kontrakt schloss jüngst umgerechnet bei 187,65 EUR/t und lag damit um 2,46 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der Juli-Kontrakt entwickelte sich ebenfalls fester und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von 2,40 EUR/t auf 190,01 EUR/t.

Neben den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bleibt vor allem die Sorge um den Zustand der US-Feldbestände der treibende Faktor. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) befinden sich derzeit lediglich 30 % der Winterweizenbestände in einem guten bis sehr guten Zustand. In der Vorwoche lag dieser Anteil noch bei 34 %, im Vorjahr Mitte April sogar bei 45 %. Demgegenüber werden inzwischen 33 % der Bestände als schlecht eingestuft, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche und ganze 12 Prozentpunkte mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Die Aussaat von Sommerweizen ist aktuell zu 12 % abgeschlossen.

Zwar dürften die angekündigten Niederschläge in wichtigen Anbauregionen die Ertragsverluste beim Winterweizen begrenzen, insbesondere in den zentralen Plains. In den südlichen Plains hingegen dürfte die Trockenheit weiter anhalten. Zudem sind bereits Schäden an den Beständen entstanden, die nicht mehr vollständig ausgeglichen werden können.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

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