Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Rohöl treibt Raps stärker als Soja

29.04.2026 (AMI) – Der Biodieselkomplex stützt die Ölsaatenmärkte, doch die Wirkung fällt unterschiedlich aus. Raps in Paris profitiert deutlich von den festen Rohölkursen. In Chicago deckeln jedoch technische Verkäufe, zügiger US-Aussaatfortschritt und das reichliche südamerikanische Angebot den Aufwärtsspielraum für Sojabohnen.

Die Sojabohnenkurse in Chicago konnten sich in der Berichtswoche leicht befestigen. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 28.04.2026 bei umgerechnet 368,97 EUR/t. Das entspricht einem Plus von 2,26 EUR/t auf Wochensicht. Der Kontrakt war mit einem Umsatz von 82.537 Kontrakten und einem Open Interest von 61.524 weiterhin ausreichend liquide und bleibt damit als Referenz relevant. Der Folgetermin Juli 2026 stieg in ähnlicher Größenordnung.

Gestützt wurde der Sojabohnenmarkt vor allem durch den Energie- und Biokraftstoffkomplex. Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie die weiterhin stark eingeschränkte Schifffahrt in der Straße von Hormus hielten den Rohölmarkt unter Spannung. Da Sojabohnen über Sojaöl eng mit Biodiesel und Renewable Diesel verbunden sind, sorgte dies auch in Chicago für Unterstützung. Sojaöl legte zuletzt deutlich zu, während Sojaschrot leicht nachgab. Für den Sojabohnenmarkt ergibt sich daraus ein geteiltes Bild: Der Ölanteil stützt, fehlende Unterstützung aus dem Schrot begrenzt aber den Spielraum nach oben.

Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für Rücksetzer. Teilweise gaben die Sojabohnenfutures in der Berichtswoche trotz festerem Rohöl nach. Auslöser waren technische Verkäufe und die weiter reichliche Versorgungslage infolge der großen südamerikanischen Ernten. Hinzu kommt, dass die US-Aussaat bislang gut vorankommt. Nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums waren die Sojabohnenflächen zum 26.04. bereits zu 23 % bestellt, nach 17 % im Vorjahr und 12 % im Fünfjahresschnitt. Damit liegt der Start der US-Saison klar über dem üblichen Tempo. Zwar könnten Stürme im Mittleren Westen die Feldarbeiten regional bremsen, für Anfang Mai wird aber wieder eine Beruhigung der Niederschläge erwartet. Das nimmt der Wetterprämie zunächst etwas Gewicht.

Rapskurse in Paris deutlich fester

Die Rapskurse in Paris legten in der Berichtswoche deutlich zu. Der auslaufende Mai-Kontrakt sprang am 28.04.2026 auf 663,00 EUR/t, nach 517,75 EUR/t am 21.04.2026. Diese Bewegung ist jedoch nur eingeschränkt als Marktsignal zu werten, da der Kontrakt unmittelbar vor dem Auslaufen steht und die Liquidität entsprechend dünn ist. Für die Marktbeurteilung aussagekräftiger ist daher der liquidere August-Kontrakt: Dieser kletterte auf 513,00 EUR/t am 28.04.2026. Das entspricht einem Plus von 12,75 EUR/t auf Wochensicht.

Haupttreiber war der Rohölmarkt. Die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus hielten WTI-Rohöl zeitweise über der Marke von 100 USD/bbl. Damit gewann der gesamte Biokraftstoffsektor an Unterstützung. Raps profitierte davon besonders stark, weil die Nachfrage der Biodieselindustrie nach Pflanzenölen bei hohen Energiepreisen zunimmt. Der französische Marktbericht verweist zudem auf eine etwas lebhaftere Nachfrage innerhalb der EU sowie auf Unterstützung durch den Wechselkurs.

Auffällig ist, dass Raps deutlich stärker zulegen konnte als Sojabohnen. Das liegt daran, dass Paris stärker vom europäischen Biodiesel- und Rapsölkomplex getragen wurde, während Chicago stärker unter dem reichlichen Sojaangebot aus Südamerika und dem guten US-Aussaatfortschritt stand. Kurz gesagt: Bei Raps dominierte der Energieimpuls, bei Soja wirkten Angebot und Technik stärker bremsend.

Wie entwickeln sich die Ölsaaten-Märkte und was sind die relevanten Einflussfaktoren? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Ölsaaten & Bioenergie. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück
Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex kann sich im April 2026 behaupten

29.04.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex stabilisierte sich im April 2026 und hielt sein Niveau. Stützend wirkten vor allem festere Preise bei Raps sowie stabile Entwicklungen am Schweinemarkt, während der Druck von der Milchseite nachließ. Belastend wirkten hingegen schwächere Rinder- und Brotgetreidepreise.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex kann sich im April 2026 behaupten

31.03.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex stabilisierte sich im April 2026 und hielt sein Niveau. Stützend wirkten vor allem festere Preise bei Raps sowie stabile Entwicklungen am Schweinemarkt, während der Druck von der Milchseite nachließ. Belastend wirkten hingegen schwächere Rinder- und Brotgetreidepreise.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex gibt im Februar weiter nach

02.03.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Februar 2026 weiter nach. Der Index sinkt damit den achten Monat in Folge. Belastend wirkten vor allem weiter rückläufige Erzeugerpreise bei Milch.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex setzt Abwärtstrend im Januar fort

31.01.2026 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Januar 2026 weiter nach und sank von 130,6 auf 124,9 Punkte. Das entspricht einem Minus von 4,4 % gegenüber Dezember. Belastend wirkten vor allem rückläufige Erzeugerpreise bei Milch und Schweinen. Bei Getreide und Ölsaaten zeigte sich insgesamt ein gemischtes Bild: Brotweizen und Körnermais tendierten leicht fester, Futtergerste und Raps gaben nach.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im Dezember weiter ab

19.12.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im Dezember 2025 weiter nach. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

AMI-Rohstoffindex rutscht im November weiter ab

27.11.2025 (AMI) – Der von der AMI ermittelte deutsche Agrarrohstoffindex gab im November 2025 weiter zurück. Sinkende Erzeugerpreise für Milch und Schweine belasteten den Index erneut.   Mehr