Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja und Raps folgen Rohölkursen

11.06.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago fallen auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar. Gute US-Bestände und eine schwache Exportnachfrage drücken ebenso wie die Vorgaben des Energiemarkts. Raps gibt ebenfalls nach.

Die Sojabohnenkurse in Chicago verloren in der zurückliegenden Berichtswoche deutlich an Wert. Der Fronttermin Juli 2026 schloss am 09.06.2026 bei umgerechnet 353,57 EUR/t und damit 13,94 EUR/t unter dem Niveau vom 02.06.2026. Der Juli-Kontrakt fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar. Auch der November-Kontrakt für die neue Ernte gab in ähnlicher Größenordnung auf 359,37 EUR/t nach.

Belastet wurden die Notierungen vor allem durch die günstigen Wachstumsbedingungen in den US-Anbaugebieten. Warme Temperaturen und wiederholte Niederschläge verbessern die Wasserversorgung der jungen Bestände im Mittleren Westen. Das USDA bewertete zum Wochenbeginn 65 % der Sojabohnenbestände mit gut bis ausgezeichnet, einen Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche und nach 68 % im Vorjahr. Der unerwartete Rückgang der Bonitierung konnte die Kurse jedoch nicht stützen, da die Wetterprognosen für die kommenden zwei Wochen weiterhin günstige Entwicklungsbedingungen signalisieren.

Zusätzlicher Kursdruck kam von der Exportseite. Marktteilnehmer warten weiterhin auf größere chinesische Käufe von US-Sojabohnen, nachdem China im Mai zusätzliche Agrarimporte aus den USA in Aussicht gestellt hatte. Entsprechende Abschlüsse blieben bislang jedoch aus. Die USDA-Exportinspektionen erreichten zuletzt 398.186 t und lagen damit innerhalb der Markterwartungen. Zudem bestätigte das USDA einen Verkauf von 264.000 t an nicht genannte Bestimmungsländer. Dies reichte jedoch nicht aus, um die Sorgen über die schwache China-Nachfrage nach US-Ware zu zerstreuen.

China bleibt vor allem mit brasilianischer Ware gut versorgt. Die chinesischen Sojabohnenimporte lagen im Mai zwar 15,3 % unter dem hohen Vorjahreswert, erreichten mit 11,79 Mio. t aber dennoch eines der höchsten jemals für diesen Monat registrierten Volumina. Ausschlaggebend waren umfangreiche Lieferungen aus Brasilien, wo die Rekordernte ein wettbewerbsfähiges Exportangebot ermöglicht. Argentinien erhöht mit der weit fortgeschrittenen Ernte zusätzlich das südamerikanische Angebot, spielt im direkten China-Geschäft jedoch eine deutlich kleinere Rolle. Damit bleibt das Absatzfenster für US-Sojabohnen begrenzt.

Zeitweise belastete auch der Rückgang der Rohölpreise den Sojabohnenmarkt. Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahostkonflikt und Fortschritte in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran hatten die Energiepreise zunächst deutlich nachgeben lassen. Nach neuen Angriffen und Gegenangriffen zogen die Rohölpreise jedoch wieder an. Die anhaltenden Einschränkungen in der Straße von Hormus erhöhten die Risikoprämie und stützten damit den Biokraftstoffkomplex sowie Sojaöl. Für die Bohne reichte dieser Impuls bislang jedoch nicht aus, um den Druck aus Wetter, Exportlage und südamerikanischem Angebot auszugleichen.

Rapskurse geben nach

Auch die Rapskurse in Paris standen im Spannungsfeld des volatilen Rohölmarktes. Auf Wochensicht überwogen jedoch die Belastungen durch die zwischenzeitlich gesunkenen Energiepreise. Der Fronttermin August 2026 schloss am 09.06.2026 bei 520,75 EUR/t und damit 6,75 EUR/t unter dem Niveau vom 02.06.2026. Der November-Kontrakt gab ebenfalls auf 526,00 EUR/t nach. Die jüngste Erholung der Rohölpreise dürfte nun wieder stützend wirken.

Zusätzlicher Gegenwind kam vom Pflanzenölkomplex. Palmöl verlor in Kuala Lumpur, nachdem Marktteilnehmer vor dem Bericht des Malaysian Palm Oil Board mit einem deutlichen Anstieg der malaysischen Lagerbestände gerechnet hatten. Gleichzeitig blieben die Vorgaben aus dem Sojakomplex schwach.

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Beitrag von Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau

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