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Kartoffelanbau in Belgien schrumpft spürbar

15.06.2026 (AMI) – Die belgischen Kartoffelanbauflächen gehen deutlich zurück und könnten das Angebot zur Saison 2026/27 spürbar verringern. Witterung und Ertragsentwicklung gelten aktuell als Unsicherheitsfaktoren.

Die aktuelle Flächenerhebung des Service public de Wallonie zeigt für 2026 einen deutlichen Rückgang der Kartoffelanbauflächen in der Wallonie. Die Gesamtfläche sinkt gegenüber dem Vorjahr um 11,9 % auf 44.322 ha. Die Konsumkartoffelflächen gehen um 11,6 % auf 43.008 ha zurück, die Pflanzkartoffelflächen sogar um 21,2 % auf 1.313 ha.

Auch wenn die Zahlen noch vorläufig sind, ist der Abwärtstrend klar erkennbar. Für Flandern liegen noch keine offiziellen Daten vor. Erste Erhebungen von Viaverda deuten jedoch ebenfalls auf einen Flächenrückgang von rund 20 % hin. Damit könnten die belgischen Kartoffelanbauflächen insgesamt um mehr als 15 % sinken.

Die deutliche Flächenreduzierung wirkt sich aus Marktsicht preisstützend für die Saison 2026/27. Das tatsächliche Marktangebot wird jedoch weiterhin maßgeblich von der Witterung in den kommenden Monaten und den Erträgen abhängen.

Niederschlagslage in Wallonien weitgehend normalisiert

In Wallonien haben die vergleichsweise hohen Niederschläge im Mai zu einer deutlichen Entspannung der Wassersituation geführt. In den wichtigsten Kartoffelanbaugebieten wurden in den vergangenen drei Monaten bis zum 31. Mai Niederschlagsmengen von 150 bis 180 mm gemessen, womit diese Regionen wieder weitgehend im Normalbereich liegen. Lediglich im äußersten Westen Walloniens (Westhainaut) bleibt die Wasserversorgung mit 110 bis 120 mm unterdurchschnittlich.

Die teils gewittrigen Niederschläge Anfang Juni haben die Situation regional weiter differenziert. Während im Zentrum Belgiens lokal sehr hohe, teils übermäßige Regenmengen gefallen sind und dort punktuell Risiken durch Staunässe und erhöhten Krankheitsdruck bestehen, melden die beiden flämischen Regionen weiterhin eine vergleichsweise trockene Witterung. Dort steigt der Bewässerungsbedarf, und ohne zeitnahe Niederschläge könnten sich die Ertragsaussichten eintrüben.

Den Kartoffelmarkt in Gänze durchleuchtet die Markt Woche Kartoffeln oder Markt aktuell Kartoffeln.

Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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