Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnen legen zu – trotz schwacher Rohölkurse

17.06.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse konnten im Wochenverlauf zulegen und sich nach anfänglichem Druck stabilisieren. Belastend wirkten zunächst günstige Anbaubedingungen in den USA sowie deutlich nachgebende Rohölkurse. Im weiteren Verlauf sorgten jedoch technische Erholungen, Eindeckungen und Hoffnungen auf eine stärkere Exportnachfrage für Auftrieb.

Die Sojabohnenkurse konnten im Wochenverlauf zulegen. An der Börse in Chicago schloss der Fronttermin Juli 2026 am 16.06.2026 mit einem Wochenplus von umgerechnet 4,51 EUR/t bei 358,08 EUR/t. Auch der Folgetermin August 2026 verzeichnete Gewinne und notierte zuletzt bei 359,51 EUR/t, was einem Anstieg von 4,35 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht.

Zu Wochenbeginn überwogen jedoch noch preisdämpfende Faktoren. Günstige Wetterbedingungen im US-Mittleren Westen verbesserten die Ernteaussichten – laut USDA wurden zuletzt 66 % der Bestände als gut bis exzellent bewertet (+1 Prozentpunkt zur Vorwoche). Zudem sind 95 % der Flächen bestellt, was über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Gleichzeitig belasteten deutlich gefallene Rohölkurse insbesondere den Sojaölmarkt.

Im weiteren Verlauf setzte eine Erholung ein. Technische Gegenbewegungen nach Mehrmonatstiefs sowie Eindeckungen stützten die Kurse. Zusätzliche Impulse kamen von Spekulationen über eine wieder anziehende Exportnachfrage – insbesondere aus China.

Fundamental bleibt das Umfeld gemischt: Während die US-Endbestände stabil eingeschätzt werden, wirken hohe globale Ernteerwartungen begrenzend, etwa mit einer brasilianischen Produktion von rund 180 Mio. t sowie einer argentinischen Ernte von etwa 50 Mio. t. Unterstützend wirken hingegen knappe Sojaölbestände in den USA, die laut NOPA zuletzt mit rund 0,79 Mio. t ein Fünfmonatstief erreichten.

Insgesamt konnte sich der Sojamarkt damit stabilisieren und die Woche im Plus abschließen, bleibt jedoch anfällig für Impulse aus Wetterentwicklung, Exportnachfrage und Energiemarkt.

Raps und Canola unter Druck – Fallende Rohölkurse belasten

An der Euronext in Paris standen die Rapspreise im Wochenverlauf deutlich unter Druck. Der Fronttermin August 2026 schloss am 16.06.2026 bei 507,50 EUR/t und damit um 13,25 EUR/t unter Vorwochenniveau. Auch der November-Termin 2026 gab um 11,00 EUR/t auf 515,00 EUR/t nach. Belastend wirkten vor allem stark gefallene Rohölkurse infolge geopolitischer Entspannung, was den Biokraftstoffsektor schwächte. Zusätzlich sorgten höhere Anbauflächenschätzungen in Frankreich sowie ein schwacher Sojakomplex für weiteren Preisdruck.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

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