Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnenkurse leicht fester – China-Käufe stützen

24.06.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse bewegten sich in der vergangenen Woche in einer engen Spanne mit leicht fester Tendenz. Unterstützung kam insbesondere von erstmals wieder gemeldeten US-Sojabohnenkäufen Chinas sowie von wetterbedingten Unsicherheiten im Zusammenhang mit El Niño, während ein starker Dollar, schwächere Rohölkurse und gute US-Bestände belasteten. Die Rapskurse bleiben wegen der Hitzewelle in Frankreich fest und im Aufwärtstrend.

Die Sojabohnenkurse bewegten sich in der vergangenen Woche in einer engen Spanne. An der Börse in Chicago schloss der Sojabohnenkontrakt Juli 2026 am 23.06.2026 bei umgerechnet 360,24 EUR/t und verzeichnete damit ein Wochenplus von 2,16 EUR/t. Der Folgetermin August 2026 legte um 2,99 EUR/t zu und schloss bei umgerechnet 362,50 EUR/t. Unterstützung erhielten die Kurse durch erstmals wieder bestätigte US-Sojabohnenverkäufe an China sowie durch wetterbedingte Unsicherheiten im Zusammenhang mit El Niño. Belastend wirkten hingegen fallende Rohölkurse, ein starker US-Dollar sowie komfortable US-Bestände und überwiegend gute Vegetationsbedingungen.

China trat zuletzt erstmals seit mehreren Wochen wieder als Käufer von US-Sojabohnen auf, wenn auch in begrenztem Umfang. Das USDA bestätigte den Verkauf von 132.000 t US-Sojabohnen an China zur Lieferung im Wirtschaftsjahr 2026/27. Auch wenn das Volumen überschaubar ist, wird der Abschluss am Markt als wichtiges Signal gewertet. Im Mai importierte China insgesamt rund 11,8 Mio. t Sojabohnen, davon stammte der überwiegende Teil weiterhin aus Brasilien. Die Handelsströme bleiben damit klar zugunsten Brasiliens verschoben, nachdem China zuletzt überwiegend südamerikanische Ware bezogen hatte.

Bei dem Treffen zwischen den USA und China am 14. und 15. Mai wurde seitens der USA bestätigt, dass das bestehende Abkommen über jährliche Sojabohnenkäufe in Höhe von 25 Mio. t bis 2028 weiterhin gültig bleibt. Am Donnerstag bestätigte zudem das USDA den Verkauf von 132.000 t US-Sojabohnen an China zur Lieferung im Wirtschaftsjahr 2026/27. Dies stellt den ersten offiziell gemeldeten chinesischen Kauf seit dem Gipfeltreffen im Mai dar.

Die NOAA hat die Entwicklung eines El Niño bestätigt, der sich laut Meteorologen zu einem stärkeren Ereignis ausweiten könnte. Für den US-Mittleren Westen werden zunehmend wetterbedingte Unsicherheiten erwartet, die aktuell vor allem als Risikofaktor für die weitere Vegetationsentwicklung wahrgenommen werden. Konkrete Ertragseffekte lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ableiten.

Als weiterer Belastungsfaktor gelten die zuletzt schwächeren Rohölkurse sowie ein starker US-Dollar. Da Sojaöl eng mit dem Biokraftstoffsektor verbunden ist, wirken sinkende Energiepreise häufig negativ auf den Sojakomplex. Gleichzeitig verschlechtert ein fester US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit von US-Sojabohnen auf dem Weltmarkt und könnte die Exportnachfrage bremsen.

Raps fest im Aufwärtstrend – Hitze in Europa treibt Kurse

Die Rapskurse bleiben angesichts der Hitzewelle in Frankreich fest und setzen ihren deutlichen Aufwärtstrend fort. An der Euronext schloss der August 2026 Termin am 23.06.2026 bei 518,00 EUR/t, ein Wochenplus von 10,50 EUR/t. Der spätere Termin November 2026 gewann um 7,50 EUR/t und schloss bei 522,50 EUR/t. Der europäische Markt ist weiterhin stark besorgt über die Wetterbedingungen in Frankreich sowie in Teilen Spaniens und Deutschlands. Die Auswirkungen der Hitzewelle und die Austrocknung der Bodenwasserreserven könnten in zahlreichen Raps- und Sonnenblumenbeständen erhebliche Schäden verursachen.

Canola in Winnipeg verlor in dieser Woche an der ICE 4,48 EUR/t und schloss bei umgerechnet 465,44 EUR/t. Belastend wirkten vor allem die schwächeren Rohölkurse sowie die insgesamt nachgebende Entwicklung an den internationalen Pflanzenölmärkten.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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