Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja behauptet sich – Raps unter Druck

01.07.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago bewegten sich zuletzt nur wenig. Unterstützung erfolgte durch Wetterrisiken und feste Mais- sowie Weizenkurse. Belastend wirkten hingegen umfangreiche USDA-Daten und hohe US-Sojabestände. Während die Rapskurse in Paris aufgrund schwacher Rohölkurse deutlich nachgaben, konnte sich Canola in Kanada behaupten.

An der Börse in Chicago bewegten sich die Sojabohnenkurse in der vergangenen Woche in einer engen Spanne. Am 30.06.2026 wurde der Juli-2026-Kontrakt bei umgerechnet 360,10 EUR/t gehandelt und konnte damit das Vorwochenniveau behaupten. Der später fällige August-2026-Kontrakt schloss bei umgerechnet 362,51 EUR/t und lag damit ebenfalls nahezu unverändert zur Vorwoche.

Unterstützung erhielten die Sojakurse vor allem durch festere Mais- und Weizenkurse. Feste Notierungen bei konkurrierenden Ackerkulturen sowie die enge Verknüpfung der Agrarterminmärkte sorgten auch am Sojamarkt für Auftrieb. Zusätzliche Unterstützung kam von wetterbedingten Risiken in wichtigen US-Anbaugebieten.

Belastend wirkten hingegen die Ende Juni veröffentlichten USDA-Daten. Das US-Landwirtschaftsministerium bezifferte die Sojaanbaufläche in den USA auf rund 32,55 Mio. ha für 2025/26 und 33,87 Mio. ha für 2026/27 und signalisierte damit weiterhin ein umfangreiches Produktionspotenzial. Auch die zum Stichtag 1. Juni gemeldeten Sojabohnenbestände von rund 28,9 Mio. t fielen hoch aus und lagen damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von rund 28,5 Mio. t und unterstrichen die derzeit komfortable Versorgungslage am Markt. Entsprechend blieb das Aufwärtspotenzial der Kurse begrenzt.

Zusätzlich stufte das USDA den Zustand der US-Sojabestände leicht herab. Zuletzt wurden 65 % der Bestände als gut bis exzellent bewertet, nach 66 % in der Vorwoche. Zwar deutet die leichte Verschlechterung auf zunehmenden Wetterstress hin, insgesamt befinden sich die Bestände jedoch weiterhin in einem guten Zustand.

Wetterseitig sorgte zunächst eine kurzfristige Hitzewelle im Mittleren Westen der USA für Unterstützung an den Börsen, da hohe Temperaturen während wichtiger Entwicklungsphasen die Ertragserwartungen beeinträchtigen können. Im weiteren Wochenverlauf begrenzten jedoch Prognosen über eine kühlere Witterung und zusätzliche Niederschläge den Preisanstieg, da sich damit die Bedingungen für die Feldbestände wieder verbessern dürften.

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich zudem verstärkt auf Indien. Dort verzögert ein bislang schwacher und niederschlagsarmer Monsun die Sojaaussaat erheblich. Bis zum 25. Juni waren erst 0,69 Mio. ha bestellt und damit rund 65 % weniger als im Vorjahr. Sollte sich der Regenmangel bis in den Juli fortsetzen, könnten sowohl die Anbaufläche als auch die Ertragsperspektiven sinken. Dies könnte die globale Versorgungslage im weiteren Saisonverlauf etwas straffen und den internationalen Sojamarkt stützen.

Schwache Rohölkurse belasten Raps – Canola behauptet sich

An der Euronext in Paris tendierten die Rapskurse schwächer. Der August-2026-Kontrakt schloss am 30.06.2026 mit einem Wochenverlust von 12,75 EUR/t bei 505,25 EUR/t. Der Folgetermin November 2026 wurde bei 512,75 EUR/t gehandelt, einem Verlust von 9,75 EUR/t gegenüber Vorwoche. Belastet wurde der Markt vor allem durch die deutlich gesunkenen Rohölkurse, die den gesamten Ölsaatenkomplex unter Druck setzten, da Pflanzenöle eine wichtige Rolle bei der Biokraftstoffproduktion spielen. Zusätzlich sorgten die fortschreitende Rapsernte in Europa sowie die Aussicht auf ein ausreichendes Sojaangebot in den USA für Verkaufsdruck, auch wenn Wetterrisiken in Europa und den USA die Verluste zeitweise begrenzten.

Canola konnte sich in der vergangenen Woche stabil halten und schloss an der ICE in Winnipeg am 30.06.2026 auf Vorwochenniveau bei umgerechnet 456,97 EUR/t. Belastend wirkten die Erwartungen einer Rekordanbaufläche in Kanada sowie schwächere Rohöl- und Sojaölkurse. Stützend wirkten hingegen die anhaltend hohe Verarbeitung von Canola in Kanada sowie Wetterunsicherheiten während der Vegetationsperiode, sodass sich die Kurse insgesamt behaupten konnten.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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