Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Erntedruck belastet Weizenkurse

02.07.2026 (AMI) – Die Weizenkurse an der Euronext haben auf Wochensicht deutlich nachgegeben. Während hohe Ernteerwartungen in der EU und der Schwarzmeerregion die Kurse belasten, stützen niedrigere Anbauflächen in Nordamerika die Kurse in Chicago.

An der Pariser Börse haben die Weizenkurse zuletzt deutlich nachgegeben. Der September-2026-Kontrakt schloss am 01.07.2026 bei 203 EUR/t und lag damit 6,50 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Die Folgetermine der Ernte 2026 verloren auf Wochensicht bis zu 4,50 EUR/t. Der Kontrakt der Ernte 2027 notierte zuletzt bei 217 EUR/t und gab um 3 EUR/t nach.

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens stehen weiterhin die Ernteaussichten auf der Nordhalbkugel. Besonders aufmerksam verfolgen Marktteilnehmer die Entwicklung innerhalb der EU sowie in der Schwarzmeerregion, wo derzeit mit sehr hohen Ernteerwartungen gerechnet wird.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Fronttermin für Weizen in Paris ein Vierwochenhoch erreicht. Auslöser war die Hitzewelle in Westeuropa, insbesondere in Deutschland und Frankreich, die Sorgen um mögliche Ertragseinbußen schürte.

Mittlerweile hat sich die Situation jedoch etwas geändert. Zwar dürfte die Hitzewelle regional Belastungen verursacht haben, doch fallen die erwarteten Schäden offenbar geringer aus als zunächst befürchtet. Zudem berichten Händler regional von ordentlichen Kornqualitäten. Die Gewitter zum Wochenwechsel brachten vielerorts die dringend benötigten Niederschläge. Für die kommenden Wochen werden jedoch erneut nur geringe Regenmengen prognostiziert, sodass der Trockenstress auf den Beständen wieder zunehmen könnte.

Währenddessen hat Argus seine Schätzung für die russische Weizenproduktion 2026 angehoben. Mit nun 91,2 Mio. t würde die Ernte den höchsten Stand seit 2022 erreichen. Das sind deutlich mehr als die 88 Mio. t, die zuletzt vom USDA veranschlagt wurden. Ausschlaggebend dafür sind laut Argus vor allem verbesserte Aussichten für Winterweizen. Wetterrisiken bleiben jedoch bestehen. Starke Niederschläge im Süden Russlands könnten die Qualitäten beeinträchtigen, während hohe Temperaturen das Ertragspotenzial begrenzen.

Weizenkurse in Chicago über Vorwochenniveau

Während die Notierungen in Paris nachgaben, entwickelten sich die Weizenkurse an der CBoT) etwas fester. Der Fronttermin Juli 2026 schloss zuletzt bei umgerechnet 191,08 EUR/t und legte auf Wochensicht um 1,30 EUR/t zu. Der Folgetermin gewann 0,56 EUR/t, während die späteren Kontrakte ab Dezember 2026 um bis zu 2,01 EUR/t nachgaben. Unterstützung erhielten die Kurse vor allem durch überraschend niedrige Anbauprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sowie von Statistics Canada. Demnach haben US-Farmer zur Ernte 2026 auf rund 17,28 Mio. ha Weizen ausgesät – deutlich weniger als die 18,34 Mio. ha im Vorjahr. Auch in Kanada fiel die Weizenfläche mit rund 10,24 Mio. ha kleiner aus als erwartet und liegt knapp 6 % unter dem Vorjahreswert.

Gleichzeitig wurde das Aufwärtspotenzial der Notierungen durch den schnellen Fortschritt der US-Winterweizenernte begrenzt. Bis zum 28.06.2026 waren bereits 48 % der Flächen geräumt. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 40 %. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren erst 34 % der Bestände eingebracht, während das langjährige Mittel bei 39 % liegt. Der zügige Erntefortschritt und der saisonale Erntedruck auf der Nordhalbkugel bremsen derzeit größere Kursanstiege.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

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