Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja deutlich fester – Raps folgt

09.07.2026 (AMI) – Die Kurse für Sojabohnen und Raps haben spürbar zugelegt. Vor allem Sojabohnen in Chicago und Canola in Winnipeg verzeichneten deutliche Aufschläge. Ausschlaggebend waren zunehmende Wetterrisiken in den USA und Kanada. Auch die Rapskurse an der Börse in Paris stiegen, obwohl die laufende Ernte in Europa Spielraum nach oben begrenzt.

An der Börse in Chicago legten die Sojabohnenkurse im Wochenvergleich deutlich zu. Der August-2026-Kontrakt stieg bis zum 07.07.2026 auf umgerechnet 383,61 EUR/t und gewann damit 24,48 EUR/t gegenüber dem 30.06.2026. Der November-2026-Termin erhöhte sich im selben Zeitraum um 16,10 EUR/t auf 384,90 EUR/t.

Unterstützung erhielt der Markt vor allem durch Wetterrisiken im Mittleren Westen der USA. Hohe Temperaturen und rückläufige Niederschlagsprognosen werden am Markt aufmerksam verfolgt. Vor allem während der aktuellen sommerlichen Entwicklungsphase könnten anhaltend trockene Bedingungen die Ertragsperspektiven beeinträchtigen. Zusätzlich senkte das USDA die Bewertung der US-Sojabestände „gut bis exzellent“ von 66 % auf 64 %. Damit verschlechterte sich die Zustandsbewertung erstmals seit mehreren Wochen wieder leicht.

Neu hinzu kam zuletzt Unterstützung durch festere Rohölpreise. Hintergrund waren neue Spannungen rund um die Straße von Hormus, nachdem erneut Angriffe auf Schiffe in der Region gemeldet worden waren. Feste Rohölnotierungen stützten damit auch den Pflanzenöl- und Biokraftstoffsektor.

Unterstützung kam zudem von Erwartungen einer stärkeren chinesischen Nachfrage nach US-Sojabohnen. Reuters berichtete zuletzt über mögliche Verkäufe von mehr als 300.000 t an China. Nach Angaben aus dem Handel soll der staatliche chinesische Händler COFCO zuletzt zudem mindestens fünf Schiffsladungen US-Sojabohnen gekauft haben. Hintergrund sind Hoffnungen auf eine Belebung des US-Exportgeschäfts im weiteren Verlauf der Saison. Offizielle Bestätigungen größerer Abschlüsse liegen bislang jedoch nur teilweise vor.

Begrenzt wurde das Aufwärtspotenzial weiterhin durch das große südamerikanische Angebot. Nach Einschätzung von Conab und des USDA-Auslandsdienstes steuert Brasilien trotz vorsichtigerer Ertragserwartungen weiterhin auf eine Rekordernte zu. Die große Fläche und hohe Exportverfügbarkeit bleiben damit ein wichtiger Belastungsfaktor für den Weltmarkt. Auch in Argentinien bleibt die Versorgungslage rechnerisch komfortabel, wenngleich die Vermarktung durch zurückhaltende Verkäufe der Erzeuger gebremst wird.

Rapsmarkt stabilisiert sich

An der Euronext in Paris konnten sich die Rapspreise ebenfalls befestigen. Der August-2026-Kontrakt stieg bis zum 07.07.2026 auf 513,50 EUR/t und lag damit 8,25 EUR/t über dem Niveau vom 30.06.2026. Der November-2026-Termin gewann 10,25 EUR/t auf 523,00 EUR/t hinzu.

Gestützt wurde der Rapsmarkt vor allem durch die festen Vorgaben aus dem Sojakomplex. Gleichzeitig richten sich die Marktteilnehmer verstärkt auf die Entwicklung anderer Ölsaaten in Europa. Die hohen Temperaturen in Frankreich sorgen insbesondere bei Sonnenblumen für zunehmenden Wetterstress und stützen damit den gesamten Pflanzenölkomplex. Zusätzlich schreitet die Rapsernte in weiten Teilen der EU zügig voran. Vor allem in Frankreich und Deutschland kommen die Druscharbeiten unter überwiegend trockenen Bedingungen gut voran. Das zunehmende Angebot aus der neuen Ernte begrenzte den Preisanstieg an der Euronext weiterhin.

Auch Canola entwickelte sich deutlich fester. Der November-2026-Kontrakt an der ICE in Winnipeg stieg bis zum 07.07.2026 auf umgerechnet 467,92 EUR/t und gewann damit 13,78 EUR/t gegenüber Vorwoche. Während die Rekordanbaufläche von rund 9,49 Mio. ha in Kanada grundsätzlich belastend wirkt, richtete sich die Aufmerksamkeit zuletzt stärker auf die anhaltend nassen Bedingungen in Teilen der Prärien. Analysten halten dort lokale Flächenverluste für möglich. Damit rückten die Wetterrisiken zuletzt stärker in den Vordergrund als die hohen Flächenschätzungen.

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Beitrag von Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau

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