Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja und Raps profitieren von Wetter- und Energiemarkt

15.07.2026 (AMI) – Die Kurse an den internationalen Ölsaatenmärkten tendieren weiterhin fester. Sojabohnen profitieren von wetterbedingten Unsicherheiten in den USA sowie einer anhaltend starken Nachfrage aus China. Am Rapsmarkt sorgen steigende Rohölkurse, geopolitische Spannungen und zunehmende Wetterrisiken in Kanada zusätzlich für Unterstützung.

An der Börse in Chicago zeigen die Sojabohnenkurse weiterhin eine freundliche Tendenz. Der Juli-2026-Kontrakt lag mit umgerechnet 388,90 EUR/t rund 4,32 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Auch der Folgetermin August 2026 konnte zulegen und schloss mit einem Wochengewinn von 0,62 EUR/t bei umgerechnet 384,23 EUR/t.

Ausschlaggebend bleibt vor allem die Wetterentwicklung im US-Mittleren Westen. Anhaltend hohe Temperaturen und zeitweise trockene Bedingungen sorgen weiterhin für Unsicherheit hinsichtlich der Ertragspotenziale der US-Ernte. Zwar wurden die Wetterprognosen zuletzt etwas entschärft, dennoch bleibt der Markt wetteranfällig und reagiert sensibel auf neue Vorhersagen. Gleichzeitig verbesserten sich jedoch die Bestandsbewertungen leicht: Nach Angaben des USDA befanden sich zuletzt 65 % der US-Sojabohnenbestände in einem guten bis ausgezeichneten Zustand, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

Unterstützend wirkt zudem die robuste Nachfrage aus China. Die chinesischen Sojabohnenimporte erreichten im Juni mit 13,55 Mio. t einen Rekordwert und lagen damit 10,5 % über dem Vorjahresniveau. Von Januar bis Juni summierten sich die Einfuhren auf 50,15 Mio. t, ein Plus von 1,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Käufe von US-Sojabohnen nehmen weiter zu. Von Januar bis Mai importierte China 8,38 Mio. t aus den USA, nachdem Peking die Käufe Ende vergangenen Jahres wieder aufgenommen hatte. Zudem stützen mehrere bestätigte US-Exportverkäufe die Nachfrageperspektiven.

Belastend wirken hingegen die verbesserten Zustandsbewertungen der US-Sojabohnen sowie die weiter steigende Produktionsprognose in Brasilien. Die jüngste Anhebung der brasilianischen Ernteschätzung durch Conab von 180,25 auf 180,57 Mio. t für 2025/26 unterstreicht die weiterhin komfortable globale Versorgungslage.

Am Produktmarkt entwickelte sich Sojaöl zuletzt besonders fest, gestützt durch die starken Rohölkurse und die Bedeutung als Biodieselrohstoff. Insgesamt bleibt die Marktlage bei Sojabohnen kurzfristig freundlich, aber volatil. Wetterrisiken in den USA, die chinesische Nachfrage sowie die Entwicklung der Energiepreise bleiben die wichtigsten Einflussfaktoren.

Rapsmarkt profitiert von Rohölrally und Wetterrisiken in Kanada

Raps an der Euronext zeigte zuletzt ebenfalls eine freundliche Tendenz und profitierte vor allem vom starken Anstieg der Rohölkurse infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt und die Schifffahrt in der Straße von Hormus stützt insbesondere Pflanzenöle und Biodieselrohstoffe. Der August-2026-Kontrakt notierte am 14.07.2026 bei 522,50 EUR/t und damit 9,00 EUR/t über Vorwochenniveau. Der November-2026-Kontrakt legte um 15,75 EUR/t zu und erreichte 538,75 EUR/t.

Zusätzliche Unterstützung kommt von steigenden Canola-Kursen in Kanada. Dort belasten ausbleibende Niederschläge und zunehmend hohe Temperaturen die Ertragserwartungen. Die Wetterentwicklung in den kanadischen Prärieprovinzen bleibt daher ein zentraler Preistreiber am globalen Rapsmarkt und stützt auch die Notierungen an der Euronext.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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