Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Rapskurse unter Druck – Rohöl belastet Ölsaatenmärkte

29.07.2026 (AMI) – Die internationalen Ölsaatenmärkte zeigten sich zuletzt äußerst volatil. Während Wetterrisiken in den USA und Kanada die Kurse zeitweise stützten, sorgte der starke Rückgang der Rohölkurse für erheblichen Druck auf Raps, Sojabohnen und Canola. Besonders deutlich fielen die Verluste am Rapsmarkt in Paris aus.

Die Sojabohnenkurse an der Börse in Chicago zeigten sich zuletzt volatil. Zum Ende der vergangenen Woche legten die Notierungen deutlich zu. Ausschlaggebend war vor allem die anhaltend trockene und heiße Witterung im Mittleren Westen der USA, die die Ertragsaussichten für die laufende Sojabohnenernte belastet. Zu Wochenbeginn sorgten zudem festere Rohölkurse für zusätzliche Unterstützung, da höhere Energiepreise die Nachfrage nach Sojaöl als Rohstoff für Biokraftstoffe stärken.

Zu Beginn der aktuellen Woche gaben die Sojabohnenkurse jedoch wieder nach. Kursdämpfend wirkten anschließend deutlich schwächere Rohölnotierungen sowie Gewinnmitnahmen nach den vorangegangenen Kursanstiegen. Am 28.07.2026 konnten sich die Kurse jedoch wieder leicht stabilisieren. Der August-2026-Kontrakt in Chicago wurde umgerechnet mit 391,74 EUR/t bewertet. Damit lag die Notierung nur knapp unter Vorwochenniveau. Der September-2026-Kontrakt notierte bei umgerechnet 389,39 EUR/t und damit nur 0,12 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.

Unterstützung kam zuletzt von aktuellen Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). Demnach wurde der Anteil der US-Sojabestände in gutem bis ausgezeichnetem Zustand landesweit von 66 auf 63 % gesenkt. Damit lag die Bewertung unter den Markterwartungen und zugleich auf dem niedrigsten Niveau für diese Jahreszeit seit 2023. Die schwächeren Bonitierungen stützten die Kurse trotz weiterhin nachgebender Rohölnotierungen.

Rückgang bei den Rapskursen in Paris

In der vergangenen Woche gerieten die Rapskurse an der Euronext in Paris deutlich unter Druck. Der August-2026-Kontrakt wurde am 28.07.2026 mit 447,00 EUR/t bewertet und lag damit 100,00 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Der November-2026-Kontrakt zeigte sich hingegen stabiler und notierte bei 531,00 EUR/t, was einem Rückgang von 24,25 EUR/t gegenüber der Vorwoche entsprach. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Augustkontrakt bereits am 31.07.2026 ausläuft und das Handelsvolumen zuletzt vergleichsweise gering war. Der außergewöhnlich starke Kursrückgang ist daher vor allem darauf zurückzuführen.

Die Preisentwicklung wurde in erster Linie von den Rohölkursen bestimmt. Zu Wochenbeginn sorgten steigende Rohölpreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zunächst für Unterstützung am Rapsmarkt. Höhere Energiepreise stärken die Nachfrage nach Pflanzenölen im Biodieselsektor.

Im weiteren Wochenverlauf setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein. Die Rohölkurse gaben innerhalb weniger Tage massiv nach, nachdem sich die Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus entspannt hatte. Die Aussicht auf eine Stabilisierung der Öltransporte belastete den gesamten Energie- und Biodieselkomplex und zog auch die Rapspreise deutlich nach unten.

Zusätzliche Impulse kamen von den internationalen Ölsaatenmärkten. Sojabohnen in Chicago sowie Canola in Kanada tendierten ebenfalls schwächer, während Palmöl aufgrund der allgemeinen Schwäche im Pflanzenölsektor nachgab. In Winnipeg wurde der November-2026-Kontrakt zuletzt umgerechnet mit 488,21 EUR/t bewertet, was einem Wochenverlust von 11,63 EUR/t entsprach, nachdem die Notierungen zwischenzeitlich noch über 520,00 EUR/t gestiegen waren. Unterstützung erhielten die Canola-Kurse jedoch weiterhin durch Wetterrisiken in den kanadischen Prärien. Zunehmende Hitze und Trockenheit schüren Sorgen um die Ertragsentwicklung und begrenzten damit die Kursverluste.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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