Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Gute US-Wetterbedingungen bremsen Sojabohnenkurse

05.08.2026 (AMI) – Die internationalen Ölsaatenmärkte tendierten zuletzt schwächer. Verbesserte Wetterbedingungen in den USA setzten insbesondere Sojabohnen an der CBOT unter Druck, während auch Raps und Canola von der schwachen Entwicklung im Sojakomplex sowie nachgebenden Rohölkursen belastet wurden. Stützend wirkten dagegen die weiterhin robuste Exportnachfrage und solide Verarbeitungsmargen.

Die Sojabohnenkurse an der CBoT zeigten sich in der vergangenen Woche volatil, tendierten insgesamt jedoch leicht schwächer. Am 03.08.2026 schloss der August-2026-Kontrakt bei umgerechnet 372,26 EUR/t und damit 17,59 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Auch der September-2026-Kontrakt verlor an Dynamik und notierte mit umgerechnet 373,85 EUR/t um 13,18 EUR/t niedriger als in der Vorwoche.

Belastend wirkten vor allem die verbesserten Wetterprognosen für den US-Mittleren Westen. Die erwarteten Niederschläge während der entscheidenden Hülsenbildungsphase sorgten für optimistischere Ertragserwartungen und setzten die Kurse unter Druck. Laut den jüngsten USDA-Daten hatten bis zum 2. August bereits 88 % der US-Sojabohnenbestände geblüht und 62 % der Bestände Hülsen gebildet – rund sieben Prozentpunkte mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Die Bewertung der Bestände mit „gut bis ausgezeichnet“ blieb mit 63 % gegenüber der Vorwoche unverändert. Zwar liegt dieser Wert sechs Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, bewegt sich jedoch weiterhin im Bereich des langjährigen Mittels.

Zusätzliche Unsicherheit ging zuletzt von den Rohölmärkten aus. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran dämpften die Kaufbereitschaft der Marktteilnehmer und belasteten insbesondere den Sojakomplex sowie Sojaöl. Für leichte Ernüchterung sorgten zudem die jüngsten US-Verarbeitungszahlen. Laut USDA wurden im Juni rund 5,93 Mio. t Sojabohnen verarbeitet. Damit lag die Menge zwar 2,2 % über dem Vormonat und 10,6 % über dem Vorjahresniveau, blieb jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück.

Preisstützend wirkten dagegen die weiterhin robuste Exportnachfrage sowie solide Verarbeitungsmargen in der US-Ölsaatenindustrie. Im Wochenverlauf meldeten private Exporteure Flash-Verkäufe von 132.000 t US-Sojabohnen aus der neuen Ernte nach China.

Insgesamt bewegt sich der Sojabohnenmarkt derzeit zwischen verbesserten Ernteaussichten in den USA, einer weiterhin soliden internationalen Nachfrage und einem hohen globalen Angebot. Für die weitere Preisentwicklung im August bleibt die Wetterentwicklung in den US-Anbaugebieten der entscheidende Faktor.

Raps- und Canolakurse unter Druck

Die Rapskurse an der Euronext gaben zuletzt nach. Am 04.08.2026 notierte der November-2026-Kontrakt bei 518,75 EUR/t und damit rund 12,25 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Belastet wurde der Markt vor allem durch die schwache Entwicklung des Sojakomplexes in Chicago infolge verbesserter Wetterbedingungen in den USA. Zusätzlich sorgten zeitweise sinkende Rohölkurse für Druck auf den Biodiesel- und Pflanzenölsektor.

Auch die Canola-Notierungen in Winnipeg standen zunächst unter Druck. Der November-2026-Kontrakt schloss bei umgerechnet 469,83 EUR/t und verzeichnete damit einen Wochenverlust von 18,38 EUR/t. Auslöser waren günstige Vegetationsbedingungen in weiten Teilen Westkanadas sowie die bevorstehende Ernte. Zu Wochenbeginn zeigte sich der Canolamarkt jedoch wieder fester und konnte sich trotz schwächerer Vorgaben von Sojaöl und Raps behaupten.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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