Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Schwarzmeer-Konflikt bewegt Weizenmarkt

13.08.2026 (AMI) – Zunehmenden Angriffe auf Schiffe, Häfen und Exportterminals im Schwarzen Meer behindern die Getreideverschiffungen, was den EU-Weizennotierungen zuletzt Aufwind verlieh. In Summe bleibt der Fronttermin dennoch unter Vorwochenniveau.

Die Pariser Weizennotierungen schlugen in der laufenden Handelswoche keine eindeutige Richtung ein. Ging es zum Start der 33. KW noch bergab, drehte der Kurs zuletzt ins Plus und gewann binnen eines Börsentages 7,25 EUR/t. Auslöser dafür waren insbesondere die jüngsten Entwicklungen in der Schwarzmeerregion. Zwei der größten russischen Getreideterminals in Noworossijsk stellten nach ukrainischen Drohnenangriffen ihren Betrieb ein. Dadurch werden Russlands Weizenexporte beeinträchtigt, weshalb Importeure verstärkt auf andere Herkunftsregionen ausweichen könnten. Hinzu kommt russische Angriffe auf den ukrainischen Hafenkomplex Odessa. Nach Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums könnten alternative Exportwege die verlorenen Kapazitäten frühestens Ende August vollständig ausgleichen. Mit 220,50 EUR/t schloss der Fronttermin August am 12.08.2026 dennoch rund 2 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.

Zwischenzeitlich rutschte der Kurs mit 213,25 EUR/t sogar auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli, nachdem Gerüchte über ein mögliches sicheres Schifffahrtsabkommen im Schwarzen Meer die Sorgen über mögliche Exporteinschränkungen linderten. Hinzu kommt die schwache Nachfrage nach westeuropäischem Weizen. Dabei limitiert unter anderem der feste Euro die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt. EU-Daten zeigen, dass die Ausfuhren von Weichweizen seit Beginn der Saison rund 1 Mio. t erreichten – 57 % weniger als im Vorjahr. Die Daten mehrerer Länder waren allerdings unvollständig. Marktteilnehmer verweisen insbesondere auf ein ungewöhnlich geringes französisches Exportvolumen von nur 157.000 t. Laut Hafendaten exportierte das Land im Juli allerdings rund 400.000 t in Drittländer. Als weiteres Zeichen einer schwachen Nachfrage annullierte Jordanien zuletzt erneut eine Weizenausschreibung. In Deutschland führte indes die Hitzewelle zu Rekordniedrigwasser an der Rheinschiene, wodurch Teile der Frachtschifffahrten zum Erliegen kamen.

Trockenheit stützt US-Weizen

An der Börse in Chicago zeigen die Kurse einen ähnlichen Verlauf. So verlor der Fronttermin September zum Wochenstart zwar umgerechnet 3 EUR/t, gewann kurz darauf jedoch auch 7 EUR/t. In Summe ergibt sich in den USA damit jedoch ein Wochenplus von 3,50 auf 207,73 EUR/t. Berichten zufolge sorgte insbesondere die Stärke am Maismarkt für Aufwind. Das US-Ministerium bewertete am 10.08.2026 rund 51 % der bonierten Sommerweizenschläge als gut bis ausgezeichnet, was einer Abwärtskorrektur von 4 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche entspricht. Marktteilnehmer hatten im Vorfeld mit einer Kürzung von einem Prozentpunkt gerechnet. Auslöser dafür war insbesondere die anhaltende Trockenheit in den USA. Laut Regierungsdaten handelt es sich damit um die stärkste Dürre seit 2023.

Dabei schreitet die Ernte der Sommerungen in den Vereinigten Staaten zügig voran. So konnten bislang rund 24 % der Flächen geräumt werden und damit mehr als die 19 % im Mittel der vergangenen fünf Jahre. Die Winterweizenernte befindet sich mit einem Fortschritt von 91 % indes auf der Zielgeraden.

USDA senkt globale Weizenprognose

Das US-Landwirtschaftsministerium veröffentlichte jüngst seine August-Schätzung zur weltweiten Weizenbilanz 2026/27. Im Zuge dessen wurde die voraussichtliche Erzeugung um rund 667.000 t auf 819,3 Mio. t gekürzt. Das wären nun sogar 24,1 Mio. t weniger als noch in der vergangenen Saison. In den USA dürfte dabei mit 41,7 Mio. t rund 157.000 t von den Feldern geholt werden. Für die EU fällt die Abwärtskorrektur mit 1,8 Mio. t auf 134,2 Mio. t sogar noch etwas deutlicher aus.

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Beitrag von Nadja Pooch
Produktmanagerin Pflanzenbau

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