Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnenkurse behaupten feste Tendenz

19.08.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago bleiben positiv gestimmt. Wetterrisiken im US-Midwest, eine starke Verarbeitung in den USA, anhaltende China-Nachfrage und feste Rohölmärkte sorgen weiterhin für Unterstützung. Begrenzend wirken jedoch die hohe globale Versorgung und die großen südamerikanischen Ernten.

Die Sojabohnenkurse präsentierten sich an der Börse in Chicago zuletzt positiv. Zweifel an den US-Ertragsperspektiven, eine lebhafte chinesische Nachfrage, eine hohe Verarbeitungsaktivität in den USA sowie steigende Rohölkurse gaben dem Markt zuletzt Auftrieb. Belastend wirken hingegen weiterhin die großen südamerikanischen Ernten und die insgesamt komfortable globale Versorgungslage. An der CBoT schloss der September-Kontrakt am 18.08.2026 bei umgerechnet 381,10 EUR/t und damit 14,50 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Auch der November-Kontrakt legte zu und schloss bei umgerechnet 386,17 EUR/t, was einem Plus von 14,07 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht.

Am Dienstag rückte insbesondere das Wetter im US-Midwest wieder stärker in den Fokus. Anhaltend nasse Bedingungen im östlichen US-Maisgürtel sowie steigende Temperaturen im Süden des Mittleren Westens sorgen für Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Ertragsentwicklung. Erste Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour signalisierten zudem ein geringeres Ertragspotenzial in Ohio und South Dakota als erwartet. Auch die wöchentliche USDA-Erntebewertung fiel schwächer aus: Der Anteil der US-Sojabohnenbestände in der Kategorie „gut/ausgezeichnet“ wurde um einen Prozentpunkt auf 61 % reduziert, nach 68 % im Vorjahr. Gleichzeitig hatten bis zum 16. August bereits 96 % der US-Sojabohnen geblüht und 85 % Hülsen angesetzt.

Auch die US-Verarbeitung liefert Unterstützung. Nach Angaben der NOPA wurden im Juli 5,9 Mio. t. Sojabohnen verarbeitet. Damit wurde trotz leicht verfehlter Markterwartungen ein Rekordwert für Juli erreicht – 10,7 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig gingen die US-Sojaölbestände deutlich zurück, was insbesondere den Sojaölmarkt stützt.

Auf der Nachfrageseite bleibt China ein wichtiger Impulsgeber. Die jüngsten Käufe von US-Sojabohnen und mehrere USDA-Flash-Sales unterstreichen die hohe Importnachfrage. Weniger überzeugend fallen dagegen die US-Exportinspektionen aus. In der Woche bis zum 13. August beliefen sich die Exporte auf 270.201 t und damit 34 % unter Vorwoche und 46,3 % unter Vorjahr. Auch die Sojabohnenexporte aus den USA, Brasilien und Argentinien gingen im Juli saisonbedingt zurück. Für August und September wird zudem mit einer geringeren chinesischen Importnachfrage gerechnet.

Zusätzliche Unterstützung kommt vom Energiemarkt und vom Pflanzenölkomplex. Steigende Rohölkurse wirken stabilisierend auf die Sojabohnenpreise, während die hohe Nachfrage nach Sojaöl in Indien den Pflanzenölmarkt unterstützt. Wettbewerbsfähige Preise und Lieferprobleme bei Sonnenblumenöl aus der Schwarzmeerregion fördern dabei die Substitution durch Sojaöl.

Raps und Canola – Ölsaaten bleiben fest unterstützt

An der Pariser Börse gab Raps nach dem festen Wochenverlauf zuletzt leicht nach. Der November-26-Kontrakt schloss am 18.08.2026 bei 546,00 EUR/t, damit dennoch 11,25 EUR/t über Vorwochenniveau. Unterstützt wird der Markt vom festen Soja-, Palmöl- und Rohölkomplex. Zudem sorgen erste schwächere Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour und zunehmende Zweifel an den US-Sojaerträgen für Auftrieb. In Europa stützen Sorgen um die kommende Rapsernte die Kurse. So senkte der Deutsche Raiffeisenverband seine Ernteschätzung für 2026 um 330.000 t auf 3,7 Mio. t, nach 4,0 Mio. t im Vorjahr.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

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