Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse legen zu – schwächere Ertragserwartungen im Fokus

20.08.2026 (AMI) – Die internationalen Maismärkte zeigten sich fester. Während schwächere Ertragsprognosen in den USA und der EU die Kurse stützten, begrenzten hohe Ernten in Südamerika den weiteren Preisanstieg.

Die Maisnotierungen an der Chicago Board of Trade (CBOT) setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Der September-Termin gewann im Wochenvergleich umgerechnet 4,63 EUR/t und schloss am 19.08.2026 bei 160,47 EUR/t. Marktstützend wirkten vor allem die Ergebnisse der laufenden Pro Farmer Crop Tour, die die Ertragsperspektiven im US-Cornbelt untersucht.

Die bislang erfassten Bundesstaaten weisen überwiegend niedrigere Ertragserwartungen als im Vorjahr auf. Für Ohio wird ein Durchschnittsertrag von 113,10 dt/ha erwartet und damit rund 3 dt/ha weniger als 2025. Deutlich schwächer fallen die Aussichten in South Dakota aus, wo aktuell mit 93,50 dt/ha gerechnet wird, nachdem im Vorjahr noch 109,32 dt/ha erzielt worden waren. Auch in Indiana liegen die Prognosen mit 115,20 dt/ha unter dem Vorjahresniveau von 121,65 dt/ha. In Nebraska rechnen die Analysten derzeit mit 102,69 dt/ha gegenüber 112,66 dt/ha im vergangenen Jahr. Die rückläufigen Ertragserwartungen verliehen den Maiskursen Auftrieb.

Zusätzliche Unterstützung kam von der Exportseite. In der ersten Augustwoche beliefen sich die US-Exportverkäufe von Mais auf 1,76 Mio. t. Zu den wichtigsten Abnehmern zählten Mexiko mit 0,43 Mio. t, Japan mit 0,41 Mio. t sowie Spanien mit 0,36 Mio. t. Die Zahlen unterstreichen die weiterhin robuste internationale Nachfrage nach US-Mais.

Stützend wirkten zudem festere Weizenkurse infolge anhaltender Exporteinschränkungen aus der Schwarzmeerregion. Die Entwicklung sorgte insgesamt für Auftrieb am Getreidemarkt und zog auch die Maisnotierungen mit nach oben.

Begrenzt wurde der Kursanstieg hingegen durch die voranschreitenden Maisernten in Südamerika und das damit verbundene höhere Angebot am Weltmarkt. Zudem führten technische Verkäufe und Gewinnmitnahmen zeitweise zu Gegenbewegungen am Markt.

Südamerika: Maisernte mit regionalen Verzögerungen weiterhin auf hohem Niveau

In Brasilien ist die ersten Maisernte nahezu abgeschlossen, während die zweite Ernte weiter voranschreitet. Gute Witterungsbedingungen sorgten in weiten Teilen der Anbaugebiete für hohe Ertragserwartungen, auch wenn niedrige Temperaturen und Niederschläge regional den Fortschritt der zweiten Ernte verzögerten. Die Produktion der ersten Maisernte wird leicht über Vorjahresniveau erwartet, während die zweite Ernte knapp unter dem Rekordergebnis der vergangenen Saison gesehen wird.

Die argentinische Maisernte erreichte zuletzt 77 % der geplanten Fläche. Eine anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit verzögert jedoch weiterhin die Arbeiten, insbesondere im Süden des Landes sowie in Córdoba. Trotz regionaler Verzögerungen und vereinzelter Schäden durch starke Winde bestätigen die bisherigen Erträge die Produktionsprognose von 64 Mio. t.

Paris: Maiskurse schwächer – Ukraine-Exporte deutlich reduziert

Die Maisnotierungen an der Euronext in Paris legten nach dem Rücksetzer der Vorwoche wieder zu. Der September-Termin schloss am 19.08.2026 bei 258 EUR/t und damit rund 10 EUR/t über Vorwochenniveau. Unterstützend wirkten erneut die angespannten Versorgungsaussichten in Europa.

Das USDA reduzierte in seinem jüngsten Monatsbericht die Prognose für die EU-Maisernte 2026/27 um weitere 3,5 Mio. t auf nun 50,2 Mio. t. Damit läge die Erzeugung rund 6,5 Mio. t unter dem Vorjahresniveau. Die knapperen Perspektiven spiegeln sich auch im Außenhandel wider. Mit bislang 2,1 Mio. t lagen die EU-Maisimporte im laufenden Wirtschaftsjahr bereits rund 650.000 t über dem Vorjahreswert.

Auch die Situation in der Ukraine verlieh dem Markt Unterstützung. Anhaltend heißes und trockenes Wetter belastete insbesondere in den zentralen und südlichen Anbauregionen die Maisbestände während der Kornfüllung. Die zunehmende Austrocknung der Böden und regional vorzeitige Abreife der Pflanzen dämpften die Ertragsaussichten zusätzlich.

Kernaussage

Die Maismärkte standen zuletzt vor allem unter dem Einfluss rückläufiger Ertragserwartungen in den USA und Europa. Die Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour stützten die Notierungen in Chicago, während in der EU die weiter gesenkte Ernteprognose und zunehmende Wetterrisiken in der Ukraine die Versorgungsaussichten verschärften. Gleichzeitig begrenzten die voranschreitenden Ernten in Südamerika und das höhere globale Angebot den weiteren Kursanstieg.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

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