Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maismarkt: US-Lagerbestände belasten Maiskurse spürbar

01.10.2026 (AMI) – Die Maiskurse in Chicago und Paris gaben zuletzt deutlich nach. Während in den USA hohe Bestände und fehlende China-Impulse belasteten, wurde in der EU die Ernteprognose erneut nach unten korrigiert.

Die Maiskurse in Chicago mussten im Wochenvergleich ordentlich einstecken. Der Dezember-Kontrakt schloss am 30.09.2026 bei umgerechnet 173,62 EUR/t. Damit verlor dieser 8,89 EUR/t zu den Schlusskursen vom vergangenen Mittwoch.

Am Markt blieb das Treffen der Staatschefs der USA und Chinas im Fokus. Zwar wurde das Busan-Abkommen bis zum 10. Januar verlängert und damit zusätzliche Zollerhöhungen vorerst ausgesetzt. Konkrete Hinweise auf zusätzliche chinesische Käufe von US-Mais blieben jedoch aus.

Zusätzlichen Druck brachte schließlich der am Mittwoch veröffentlichte Quartalsbericht des USDA. Demnach beliefen sich die US-Maisbestände zum 1. September auf 53,216 Mio. t. Das sind 35 % mehr als im Vorjahr und zugleich deutlich mehr als vom Markt im Vorfeld erwartet. Die überraschend hohen Lagerbestände verstärkten den Abwärtsdruck auf die Notierungen erheblich.

Das US-Landwirtschaftsministerium meldete zum Sonntag einen Fortschritt von 18 % in der Maisernte, nach 13 % in der Vorwoche. Damit liegt die Ernte im landesweiten Durchschnitt auf dem Niveau des Fünfjahresmittels, auch wenn Niederschläge die Arbeiten im Corn Belt regional bremsten.

Die Nettoexportverkäufe von US-Mais beliefen sich in der Berichtswoche auf 838.300 t der neuen Vermarktungssaison 2026/27. Hinzu kamen 2.500 t für 2027/28. Die physischen Exporte fielen mit 1,900 Mio. t deutlich umfangreicher aus und lieferten dem Markt damit grundsätzlich eine solide Nachfragebasis.

EU-Ernteprognose sinkt weiter, Importe aus der Ukraine steigen

Die Maiskurse in Paris gaben die Gewinne der Vorwoche nahezu vollständig wieder ab. Der November-Termin schloss am 30.09.2026 bei 264,25 EUR/t und damit um 10,50 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.

Die EU-Kommission hat in ihrer monatlichen Schätzung die Maisanbaufläche um rund 100.000 ha auf 7,41 Mio. ha reduziert. Ausschlaggebend waren vor allem Korrekturen in Frankreich, wo hitzegeschädigte Flächen teils nicht für Körnermais genutzt, sondern in die Silagemaiserzeugung überführt wurden. Im Zuge dessen nahm die Kommission auch ihre Prognose für die EU-Maiserzeugung von 50,08 Mio. t auf 48,30 Mio. t zurück. Die stärkste Abwärtskorrektur entfiel mit minus 900.000 t auf Frankreich, dessen Ernte nun auf 8,06 Mio. t veranschlagt wird. Auch für Deutschland wurde die Produktion um 350.000 t auf 3,95 Mio. t gesenkt, für Österreich um 200.000 t auf 1,78 Mio. t und für Ungarn um 290.000 t auf 2,01 Mio. t. Aufwärtskorrekturen gab es dagegen lediglich für Rumänien, dessen Ernte um 300.000 t auf 7,85 Mio. t angehoben wurde, sowie für Bulgarien mit einem Plus von 75.000 t auf 1,84 Mio. t.

In der Ukraine waren die agrometeorologischen Bedingungen in der zweiten Septemberhälfte insgesamt günstig für die Entwicklung später Kulturen. Die Maisbestände befinden sich überwiegend in der Abreife, bei Kornfeuchten von 20 bis 28 %. Während die Bodenwasservorräte in der oberen Bodenschicht regional weiterhin knapp sind, haben stärkere Niederschläge die Feuchtigkeitsversorgung vor allem in den östlichen Landesteilen spürbar verbessert. Insgesamt werden die Bestände überwiegend in zufriedenstellendem Zustand beschrieben.

Trotz der Exportbeschränkungen in der Ukraine nahmen die Maislieferungen in die EU seit Ende August weiter deutlich zu. Im September wurden rund 330.000 t eingeführt, womit sich die Gesamtmenge auf 1,46 Mio. t erhöhte. Damit gelangte bereits mehr als doppelt so viel ukrainischer Mais in die EU wie zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Kernaussage

Die Maismärkte standen zuletzt auf beiden Seiten des Atlantiks unter Druck. In Chicago belasteten vor allem die überraschend hohen US-Lagerbestände zum 1. September sowie ausbleibende Nachfrageimpulse aus China die Notierungen deutlich. In Paris gaben die Kurse ebenfalls nach, obwohl die EU-Kommission ihre Ernteprognose erneut spürbar senkte.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

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