Soja legt in angespannten Handelsumfeld zu
Die US-Sojabohnenkurse konnten in der zurückliegenden Berichtswoche leicht zulegen. Am 29. April 2025 schloss der Fronttermin Mai 2025 bei umgerechnet 336,29 EUR/t – ein Plus von 4,94 EUR/t auf Wochensicht. Auslöser waren technische Käufe und ein zwischenzeitlicher Exportoptimismus zur Wochenmitte, der die Kurse kurzzeitig auf 340 EUR/t steigen ließ. In der Folge gab die Notierung jedoch einen Großteil der Gewinne wieder ab.
Für Unsicherheit sorgten widersprüchliche Aussagen zum Stand der Verhandlungen im Handelsstreit zwischen China und den USA. Während die US-Regierung erklärte, die Gespräche liefen, dementierte Peking dies. Gleichzeitig wies die chinesische Regierung Unternehmen an, zu prüfen, welche US-Importgüter unverzichtbar sind, um diese von dem aktuell geltenden Zollsatz von 125 % auszunehmen. Sojabohnen zählen derzeit nicht dazu. Zudem stellte das chinesische Landwirtschaftsministerium einen Plan vor, wie der Verbrauch von Getreide und Sojaschrot in der Fütterung reduziert werden kann, um die Importabhängigkeit zu verringern.
Die US-Exportinspektionen lieferten keine kursstützenden Impulse. In der 18. Kalenderwoche wurden laut USDA 0,44 Mio. t Sojabohnen für den Export inspiziert – rund 22 % weniger als in der Vorwoche, aber fast 60 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden in der laufenden Saison bisher 43,1 Mio. t Sojabohnen exportiert – gegenüber 38,7 Mio. t im Vorjahr. Die Handelsstreitigkeiten könnten das Tempo in der verbleibenden Saison und darüber hinaus jedoch bremsen, so die Befürchtung.
Feste kanadische Rapskurse begrenzten Verluste in Paris
An der Börse in Paris standen die Rapskurse unter Druck. Der auslaufende Mai-25-Kontrakt schloss am 29.04.2025, seinem vorletzten Handelstag, ohne nennenswerte Abschlüsse bei 479,00 EUR/t – ein Minus von 47,00 EUR/t. Raps der neuen Ernte notierte dagegen mit 469,75 EUR/t nur geringfügig unter dem Niveau der Vorwoche.
Strategie Grains beließ seine Prognose für die EU-Rapsproduktion im Wirtschaftsjahr 2025/26 zum dritten Mal in Folge unverändert bei 19 Mio. t – ein Plus von 13 % gegenüber der Ernte 2024. Die Sojabohnenernte wird nun bei 3,1 Mio. t gesehen, das sind 0,1 Mio. t weniger als im Vormonat prognostiziert, wären aber 3 % mehr als im Vorjahr.
Begrenzt wurden die Verluste in Paris durch die Aufwärtsbewegung der Canola-Notierungen in Winnipeg. Dort kletterte der Kurs im Wochenvergleich um 9,74 auf umgerechnet 433,13 EUR/t.
Wie entwickeln sich die Ölsaaten-Märkte und was sind die relevanten Einflussfaktoren? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Ölsaaten & Bioenergie. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!
© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
Zurück




