Deutschland | Frische Lebensmittel | Index

Lebensmittelpreise haben im Frische-Bereich wieder angezogen

07.08.2025 (AMI) – Es ist weiterhin keine Erholung in Sicht bei der Entwicklung der Lebensmittelpreise. Die Teuerungsrate hat im Frische-Bereich weiter angezogen. Dabei kostete die Mehrheit der Frische-Warengruppen im Juli wieder mehr als noch zwölf Monate zuvor.

Neue Preiserhöhungen im Fleischbereich verstärkten die Entwicklung. Der stärkste Treiber blieb weiterhin das deutlich teurere Rindfleisch. Dem AMI-Frischeindex zufolge zahlten die Verbraucher für frische Lebensmittel im Juli 3,4 % mehr als im Vorjahr.

Preiserhöhungen bei Rind- und Schweinefleisch

Frisches Rindfleisch aus konventioneller Erzeugung kostete im Juli 20,3 % mehr als im Vorjahr. Dabei haben die Preise für Hackfleisch besonders kräftig angezogen. Anfang Juli wurden auf Discountniveau die Preise für einige Produkte aus diesem Teilsegment, wie Bio-Hackfleisch, fettreduziertes Rinderhackfleisch und XXL-Packungen, erneut angehoben. So kostete das Kilogramm fettreduziertes Rinderhack danach 14,98 EUR statt 13,48 EUR. Aber auch gemischtes Hack aus Rind- und Schweinefleisch verteuerte sich in diesem Zuge.

Durch das anhaltend hohe Preisniveau bei Rindfleisch hatten Schweinefleischartikel bezüglich der Nachfrage profitiert. Doch diese Tierart zog nun in Bezug auf die Preisentwicklung nach. Anfang Juli haben die Discounter in Deutschland die Verbraucherpreise für einige Standardartikel angehoben. Im Rahmen dieser Preisrunde kostete Schweinekotelett im Basissortiment des Selbstbedienungsbereiches anschließend 7,13 EUR/kg statt 6,79 EUR/kg. Der Kilogrammpreis für die frische grobe Bratwurst ist von 6,48 EUR auf 7,22 EUR gestiegen. Damit wurde ebenfalls der Entwicklung auf den vorgelagerten Stufen Rechnung getragen. Die Auswirkungen der Preisrunde wurden jedoch überlagert von einer ausgeweiteten Werbeaktivität des Lebensmitteleinzelhandels.

Teureres Steinobst wirkte auf die Obstpreise

Erneut war Obst die Warengruppe mit der zweithöchsten Teuerungsrate im Frische-Bereich. Die Verbraucher zahlten im vergangenen Monat 11,6 % mehr als im Vorjahr. Vor allem bei Steinobst fielen die Preise deutlich höher aus als noch zwölf Monate zuvor. Flächenrückgänge oder Ernteausfälle im Süden und Südosten Europas führten dazu, dass das Angebot weiterhin knapper ausfiel. Für Nektarinen zahlten die Verbraucher deshalb rund 16 % mehr und für Pfirsiche sogar etwa 37 % mehr.

Mehr Informationen zu den Preisentwicklungen der anderen Frische-Warengruppen finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Agribusiness.

Beitrag von Judith Dittrich
Marktexpertin Verbraucherforschung
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© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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