Paris kann sich behaupten, Chicago gibt nach
An der Börse in Paris schloss der Fronttermin für Weizen, der September-25-Kontrakt, knapp über der Vorwoche. Am 13.08.2025 lag der Schlusskurs bei 194,50 EUR/t und damit 0,75 EUR/t über der Vorwochenlinie. Dabei waren Tagesschwankungen von -2 bis +3,75 EUR/t die Regel. Spätere Kontrakte der Ernte 2025 verzeichneten hingegen Kursverluste von bis zu 3,25 EUR/t.
In den vorigen Handelstagen sorgten Spekulationen über ein erneutes Kaufinteresse an französischem Weizen aus Ägypten für Unterstützung. Angesichts der nicht allzu großen Getreidevorräte in der Schwarzmeerregion zum Saisonstart und des niedrigen Kursniveaus wurde auch über das Interesse Algeriens an deutschem Weizen berichtet. Dies verlieh den Pariser Weizennotierungen zwischenzeitlich etwas Auftrieb.
Mit dem Voranschreiten der Getreideernte auf der Nordhalbkugel steigt allerdings auch der Angebotsdruck weiter. So hob das russische Beratungsunternehmen SovEcon jüngst seine Prognose für die diesjährige Weizenernte Russlands um 1,9 auf 85,2 Mio. t an. Dies stützt die Erwartung, dass sich die Ernteergebnisse nach enttäuschenden ersten Berichten verbessert haben. Russland ist der weltweit führende Weizenexporteur. Bei einer größeren Ernte steigt auch das mögliche Exportpotenzial, wodurch der Druck auf die Pariser Notierungen erhöht wird.
Aufgrund der trockenen und warmen Bedingungen der vergangenen Tage konnten Landwirte in weiten Teilen der EU ihre Feldarbeiten fortsetzen. Auch für die kommenden Tage werden trockene Bedingungen vorausgesagt. Marktteilnehmer vermuten, dass die Weizenernte zeitnah beendet werden kann. Die Qualität variiert jedoch regional sehr stark.
US-Winterweizenernte steht kurz vor dem Abschluss
In Chicago tendieren die Weizenkurse schwächer. Der Fronttermin gab binnen einer Woche um umgerechnet knapp 1,90 EUR/t auf 159,14 EUR/t nach. Der globale Angebotsdruck lastet weiterhin saisontypisch auf den Kursen. Die russischen Weizenexporte haben nach einem ungewöhnlich schleppenden Saisonstart in den vorigen Wochen an Fahrt gewonnen. Marktteilnehmer vermuten zudem, dass sich das russische Weizenexportvolumen im August gegenüber Juli nahezu verdoppeln dürfte. Die Getreideernten Russlands laufen nun zügig voran, der Erntefortschritt und die nun positiven Ergebnisse geben Anlass zur Erwartung, dass der inländische Bedarf mehr als ausreichend gedeckt werden und das hohe Exportpotenzial aufrechterhalten werden kann. Das übt Druck auf die Notierungen und die US-Weizenpreise aus.
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Svenja Herrmann
Produktmanagerin Agribusiness
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