Mischfutterpreise bis zu 16 % unter Vorjahr
Die Preise für Futtergetreide scheinen nach Wochen der Schwäche im Oktober 25 allmählich ihren Boden zu finden, aber jetzt fallen bei laufender Ernte die Körnermaispreise. Gegenüber Vormonat büßten Futtergerste und -weizen auf Erzeugerstufe 0,4 % an Wert ein, Körnermais 5 %. Zusätzlich brechen die Rapsschrotpreise ein und auch Sojaschrot tendiert schwächer. Rapsschrot ab Werk verlor im Oktober 25 gegenüber Vormonat 4,3 %; Sojaschrot indes 2 % für konventionelle Ware und knapp 1 % für GVO-freie Partien. Tagesaktuelle Informationen und Preise für Ölschrote finden Sie online im AMI Serviceportal Futtermittel.
Tendierten Mischfutterpreise in den Vormonaten noch moderat schwächer, waren die Preiskorrekturen im Oktober 25 gegenüber Vormonat zum Teil immens. Im Schnitt gaben die, von der AMI GmbH erfassten Mischfutterpreise frei Hof um 2,1 % gegenüber Vormonat nach. Die Spanne reichte von minus 0,1 % für Hähnchenmastfutter bis zu minus 4,9 % für Rindermastfutter. Die Preisschwäche hat alle Mischungen erfasst, allerdings nicht bei den Milchaustauschern. Geringe Milchpulverkonzentrate verzeichnen im Bundesdurchschnitt im Oktober 25 noch ein kleines Plus. Was mit sinkendem Milchgeld in den kommenden Wochen allerdings beendet sein dürfte.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt es für Milchaustauscher durchweg bei schwarzen Zahlen und auch Ferkelaufzuchtfutter I liegt immerhin 3 % über dem Niveau von Oktober 24. Aller anderen Futtermischungen sind billiger als vor einem Jahr – und zwar deutlich. Für Schweinemastergänzer werden aktuell 14 % weniger aufgerufen, für Schweinemastfutter 8 %, für Milchleistungsfutter 7 %, für Geflügelfutter 6 %. Detaillierte Preisentwicklungen und Kommentare aus den Regionen können Sie im AMI Onlineshop bestellen. Dazu im Vergleich: Sojaschrot ab Werk kostet 22 % weniger, Rapsschrot ein Drittel! Gegenüber Oktober 24 ist Futterweizen 16 % billiger, Futtergerste 10 % und Körnermais 12 %.
Uneinheitliche Nachfrage
Hinsichtlich der Kontraktabschlüsse scheint es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West zu geben. In Westdeutschland wird davon gesprochen, dass Landwirte bereits einiges in den Büchern haben und daher nicht unbedingt aktiv werden müssen. Außerdem wird in einem fallenden Markt eher abgewartet und auf einen noch besseren Moment spekuliert. Demgegenüber berichten Hersteller und Handelsunternehmen in Ostdeutschland von ausgesprochen lebhafter Nachfrage nach Mischfutterkontrakten aller Segmente, die sogar bis Ende 2026 gezeichnet werden. Dort scheinen die sinkenden Erlöse für Milch, Ferkel und Schweine die Kontraktbereitschaft der landwirtschaftlichen Betriebe nicht so sehr zu beeinträchtigen wie bei den Kollegen in Westdeutschland.
© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
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Wienke von Schenck
Marktanalystin Getreide und Ölsaaten
Tel. (0228) 33805-351
Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien




