Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

US-Sojakurse fester – Hoffnung auf Handelsdeal stützt

22.10.2025 (AMI) – Die Sojakurse in Chicago legten zu. Optimismus hinsichtlich eines positiven Ausgangs im Handelsstreit zwischen China und den USA sowie die Wiederaufnahme des Sojahandels zwischen beiden Staaten wirkten stützend. Dagegen tendierten die Rapskurse in Paris und Winnipeg schwächer.

Die US-Sojakurse legten in der vergangenen Berichtswoche zu und erreichten zwischenzeitlich am 20.10.2025 ein 1-Monatshoch von In der Folge mussten die Kurse einen Teil der Zuwächse aufgrund von Gewinnmitnahmen wieder abgeben. So schloss der Fronttermin November 25 am 21.10.2025 umgerechnet bei 326,27 EUR/t und damit 6,19 EUR/t über Vorwochenlinie

Gestützt wurden die Kurse durch jüngste Aussagen der US-Regierung: Diese geht von einem erfolgreichen Ausgang der Handelsgespräche mit Peking aus und stellte einen Sojabohnendeal in Aussicht, der den Export von US-Sojabohnen in die Volksrepublik wieder auf ein Niveau ermöglichen soll, das mindestens dem des Vorjahres entspricht. Im September dieses Jahres beliefen sich die US-Sojaexporte nach China erstmals seit November 2018 auf null.

Weitere Unterstützung boten die festen US-Kassapreise. Diese profitierten von der geringen Abgabebereitschaft der Farmer sowie der lebhaften Nachfrage seitens der Ölmühlen. Nach Angaben der NOPA erreichte die Sojabohnenverarbeitung in den USA im September 2025 rund 5,4 Mio. t – ein Plus von 4,2 % gegenüber August und sogar 11,6 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Insgesamt war es das vierthöchste monatliche Volumen überhaupt. Die Ölmühlen hatten nach den Wartungsarbeiten im Sommer im September wieder mit dem Crush begonnen, der jedoch deutlich über den Erwartungen des Marktes lag.

Zeitgleich sanken – trotz der höheren Verarbeitung – die Sojaölbestände zum 30.09.2025 auf ein 9-Monatstief, blieben mit 0,6 Mio.  t jedoch noch rund 16,6 % über dem Niveau des Vorjahres.

Unterdessen setzten die US-Landwirte die Ernte von Mais und Sojabohnen fort. Aufgrund des anhaltenden Regierungsstillstands waren für diese Woche keine Berichte der Statistikabteilung des US-Landwirtschaftsministeriums geplant. Von Reuters befragte Analysten schätzten jedoch im Durchschnitt, dass die US-Sojabohnenernte bis Sonntag zu 73 % abgeschlossen war (Spanne: 61-82 %).

In Brasilien waren laut Angaben der Agrarberatungsfirma AgRural bis zum vergangenen Donnerstag 24 % der Sojabohnen für die Saison 2025/26 ausgesät – gegenüber 14 % eine Woche zuvor und 18 % zum Vorjahreszeitpunkt. Die Arbeiten wurden durch punktuelle Niederschläge begünstigt und dadurch beschleunigt.

Der staatliche Statistikdienst Conab prognostizierte vergangene Woche, dass die brasilianischen Erzeuger in dieser Saison nahezu 178 Mio. t Soja ernten werden – 3,6 % mehr als in der vorangegangenen Saison und damit ein neuer Rekord.

Raps in Paris tendiert schwächer

Die Rapskurse in Paris gaben dagegen auf Wochensicht weiter nach. Am 21.10.2025 schloss der Fronttermin November 25 bei 464,75 EUR/t und damit 0,75 EUR/t niedriger als eine Woche zuvor. Der Folgetermin Februar 26 verlor 1,25 auf 465,5 EUR/t. Besonders die Schwäche des Rohöls belastet die Kurse zudem drückt nach wie vor die große diesjährige EU-Ernte auf die Kurse.

Begrenzt wurden die Verluste durch den Anstieg der Sojakurse in Chicago. In Europa führten die weiterhin sehr enttäuschenden Sonnenblumenerträge dazu, dass die Nachfrage Ölmühlen nach Rapssaat zunimmt.

In Winnipeg verlor die Canolanotierung in der zurückliegenden Berichtwoche ebenfalls. Der November-5-Kontrakt schloss am 21.10.2025 bei umgerechnet 377,65 EUR/t und damit 1,20 EUR/t niedriger als noch eine Woche zuvor.

Die Handelsgespräche zwischen der kanadischen Außenministerin und ihrem chinesischen Amtskollegen weckten erneut Optimismus, dass eine Lösung für den Zollstreit zwischen beiden Ländern gefunden werden könnte. Eine tatsächliche Einigung scheint jedoch weiterhin in weiter Ferne zu liegen.

Laut den neuesten Daten der Canadian Grain Commission beliefen sich die wöchentlichen Canola-Exporte auf 159.200 t und lagen damit etwa doppelt so hoch wie in der Vorwoche. Seit Beginn des Wirtschaftsjahres summieren sich die Exporte jedoch auf 955.300 t und bleiben damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 2,3 Mio. t.

Die Ernte in den Prärieprovinzen ist nahezu abgeschlossen. Dies führte zu einer geringeren Verkaufsaktivität der Farmer, was sich leicht stützend auf die Preise auswirkte. In der Woche bis zum 12.10.2025 lieferten die Landwirte 457.100 t Raps an den Handel – ein Rückgang von 7,6 % gegenüber der Vorwoche.

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Beitrag von Eike Wagner
Produktmanager Pflanzenbau
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