Überfüllter europäischer Kartoffelmarkt
Auch wenn noch immer nicht alle wichtigen Anbauländer ihre amtlichen Daten zur Kartoffelernte 2025 vorgelegt haben, scheint längst klar, dass es für die kommenden Monaten überreichlich Kartoffeln gibt. Die belasten wohl jedes Marktsegment, wie die Analyse von Anbau- und Erntetrends zeigt. Besonders überfordert, und das womöglich noch monatelang, dürfte der Markt für Rohstoff zur Herstellung von tiefgekühlten Pommes frites sein. Schon im Vorjahr hieß es im Herbst, dass dafür Produktionskapazitäten ausgeweitet wurden, für die es keinen Bedarf gibt. Die Diskrepanz zwischen Verfügbarkeit und Bedarf ist demnach 2025/26 noch viel größer.
Die Verkäufe von Speisekartoffeln sind nach lebhaften Bevorratungsaktionen stetig. Allerdings gibt es im Gegensatz zum Vorjahr keine extra Bedarfe in Süddeutschland oder auf dem Balkan. Auch sind, so weit erkennbar, auch Qualitätsbeeinträchtigungen nicht so groß. Insofern sind nach Anbauzuwachs und guten Erträgen nun viele Läger sehr voll und auch Provisorien mussten angelegt werden.
Frittenrohstoff wird nur aus dem Vertragsanbau von den Verarbeitern aufgenommen. Wer Verarbeitungskartoffeln vertragsfrei angebaut hat, sucht nach Verwertungsmöglichkeiten, die weder im Export nach im Futter im Winter zu finden sind.
Wie Zahnräder greifen die verschiedenen Teile des europäischen Kartoffelmarktes ineinander. Um da den Überblick zu behalten und rein spekulativen Betrachtungen etwas entgegensetzen zu können, bietet die AMI wieder ihre Fakten und Trends zum EU-Kartoffelmarkt an. Die Marktchartsammlung stellt nicht nur Daten zur besseren Übersicht längerfristiger Trends in Grafiken dar, sondern erläutert nach jedem Kapitel auch die wichtigen Zusammenhänge. Am Ende bietet die Prognose der Kartoffelverwendung in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2025/26 einen zugespitzten Ausblick auf den möglichen weiteren Marktverlauf.
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Christoph Hambloch
Marktanalyst Kartoffeln
Tel. (0228) 33805-352
Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelwirtschaft.




