Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Exportwettbewerb verschärft sich

06.11.2025 (AMI) – Neben der ohnehin großen Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion trüben nun auch die eintreffenden Ernten auf der Südhalbkugel die EU-Exportchancen.

Die Weizenkurse in Paris knüpfen an den Gewinnen der Vorwoche an. Am 05.11.2025 schloss der Fronttermin Dezember 25 auf 194,25 EUR/t und damit 2,25 EUR/t über Vorwochenlinie. Folgetermine der Ernte 25 verzeichnen sogar ein Wochenplus von bis zu 5 EUR/t und Kontrakte der Ernte 26 verteuerten sich um 4,50 auf 208,75 EUR/t.

Marktteilnehmer blicken derzeit insbesondere auf die Exportaussichten der EU. Nach Angaben der EU-Kommission wurden im bisherigen Wirtschaftsjahresverlauf kumuliert rund 8,03 Mio. t Weichweizen exportiert, das sind nur 3,5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Mitte August 25 lagen die Weichweizenexporte der EU noch knapp 30 % unter Vorjahr. Die Exportkonkurrenz ist weiterhin groß. Russland, weltweit größte Weizenexporteur, konnte nach einem schleppenden Saisonstart seine Ausfuhren in den vorigen Wochen deutlich beschleunigen. Zudem wird von einer höheren geplanten Exportquote für russisches Getreide in der zweiten Saisonhälfte berichtet, was die EU-Exportaussichten nochmals dämpfte.

Hinzu kommt die steigende Konkurrenz der Südhalbkugel. In Australien und Argentinien werden nach jüngsten Angaben des Internationalen Getreiderates mit 33,8 (Vorjahr: 34,1) Mio. t und 22,2 (18,5) Mio. t üppige Ernten und Rekorderträge erwartet, was das Exportpotenzial der Länder erhöht. Ohnehin bietet Argentinien Weizen aktuell günstig am Weltmarkt an, was den Wettbewerb verschärft. So hat unter anderem Frankreich derzeit nur wenig Chancen bei Ausschreibungen von Ägypten oder Marokko, die wichtige französische Zielmärkte sind. Ägypten orderte zum Ende der vorangegangenen Woche nach Angaben von Marktteilnehmern Weizen aus der Schwarzmeerregion zur Lieferung im November und Dezember 25. Marokko fokussiert sich hingegen auf den günstigeren argentinischen Weizen und kaufte Mengen zur Lieferung im Dezember und Januar 25/26. Bald trifft auch die australische Weizenernte auf dem Markt ein, was den globalen Angebotsüberschuss von Weizen bei einer saisontypisch geringen Nachfrage nochmals erhöht.

US-Weizenkurse weiter fest

An der CBoT geht es für Weizen nun schon die dritte Woche in Folge deutlich aufwärts. Der Dezember 25 Kontrakt legte binnen einer Woche um umgerechnet 9,30 auf jüngst 177,35 EUR/t zu, spätere Termine der Ernte 25 verzeichnen ein Wochenplus von bis zu 8,64 EUR/t und der Kontrakt der Ernte 26 lag mit 190,38 EUR/t rund 7,17 EUR/t über Vorwoche. Die Entwicklungen der Gespräche zwischen China und den USA sind weiterhin marktbestimmend. Jüngst bestätigte China, die Zölle auf US-Agrarprodukte auszusetzen, mit Ausnahme für Importe von US-Sojabohnen. Das ließ auf weitere Klärung der Handelsspannungen zwischen den beiden Ländern hoffen und stützte die Kurse letztendlich. Zudem berichteten Marktteilnehmer von einem möglichen Kaufinteresse Chinas an US-Weizen, eine offizielle Bestätigung dafür gab es jedoch aufgrund des anhaltenden Regierungsstillstandes der USA noch nicht.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau
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