Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugung

Mehr Schweinefleisch produziert

20.11.2025 (AMI) – Nachdem die Zahl der bundesweit geschlachteten Schweine in den vergangenen 10 Jahren deutlich gefallen ist, scheint dieser Trend nun vorerst gebrochen. Bereits 2024 kamen rund 1,4 % mehr Schweine zur Schlachtung als im Vorjahr, für 2025 liegt das Plus bislang bei 0,6 %.

Diese Entwicklung geht am Markt allerdings nicht spurlos vorüber. Das umfangreichere Angebot führte im Jahresverlauf immer wieder zu Druck und häufig auch Preisschwächen. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die ungewöhnlich hohen Schlachtgewichte. Im bisherigen Jahresverlauf lagen diese für Schweine der Handelsklasse E bei durchschnittlich 98,8 kg. Damit wurde der Vorjahreswert um 800 g übertroffen. Gerade zu Jahresbeginn und im Herbst führte das große Lebendangebot zu einem Lieferstau und die Tiere wurden schwerer. Die unmittelbare Folge waren zunehmende Mengen an Schweinefleisch bei einer zugleich stagnierenden Nachfrage.

Die Preise geben nach

2023 wurde für Schweine der Handelsklasse E in der Spitze ein Preis von 2,56 EUR/kg gezahlt, im Durchschnitt erzielten die Mäster über das Jahr gesehen rund 2,31 EUR/kg. 2024 lag das durchschnittliche Preisniveau dann bereits nur noch bei 2,14 EUR/kg. 2025 setzt sich dieser Preisrückgang nun weiter fort. Über das gesamte Jahr gesehen konnten die Mäster voraussichtlich nur etwas mehr als 1,90 EUR/kg erzielen. Wirtschaftliches Arbeiten ist mit solchen Preisen schwer, allenfalls in den Sommermonaten konnten die Betriebe zeitweise kleinere Gewinne erwirtschaften. Gleichzeitig gibt es aktuell auch wenig Signale, die in den kommenden Monaten steigende Preise erwarten lassen. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft kommt es zwar üblicherweise zu Impulsen im Fleischhandel, spätestens ab der zweiten Dezemberhälfte stockt der Handel mit Schlachttieren dann aber wohl wieder. Ähnlich wie in den Vorjahren werden dementsprechend auch Anfang 2026 größere Überhänge erwartet.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft
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© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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