Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Wettbewerb am Exportmarkt verschärft sich

20.11.2025 (AMI) – Neben dem Angebot aus der Schwarzmeerregion rücken die Ernten der Südhalbkugel in den Fokus, das übt Druck auf die Weizenkurse aus. In Argentinien wird mit einer Rekordernte gerechnet.

Mit Tagesschwankungen von -1,25 bis +1,75 EUR/t konnte der Fronttermin für Weizen an der Pariser Börse am 19.11.25 auf 190,25 EUR/t und so immerhin auf Vorwochenniveau schließen. Folgetermine der Ernte 25 verzeichneten hingegen ein Wochenplus von bis zu 1 EUR/t, während der Termin der Ernte 26 mit 198,25 EUR/t um 0,75 EUR/t zulegte.

Die global mehr als komfortable Versorgungslage mit Weizen übte in den vorigen Handelstagen etwas Druck auf die Notierungen aus. Der neueste Monatsbericht des USDA unterstreicht das reichliche Angebot nochmals. Das US-Landwirtschaftsministerium korrigierte seine Prognose für die weltweite Weizenproduktion 2025/26 kürzlich gegenüber der Septemberprognose um 12,69 auf 828,89 Mio. t nach oben. Damit kann der Bedarf von voraussichtlichen 814,61 Mio. t mehr als gedeckt werden.

Vor allem das Angebot aus der Schwarzmeerregion sowie Argentinien und Australien setzte die Pariser Notierungen unter Druck. Die Ukraine gab jüngst bekannt, dass die ukrainischen Weizenexporte aufgrund einer üppigen Ernte und geringen Weizenausfuhren zum Saisonstart nun an Fahrt gewinnen. Die Nachfrage nach Weizen aus der Ukraine keimte zudem etwas auf. So zeigte ein Käufer aus dem Sudan Interesse an rund 70.000 t ukrainischem Weizen zur Lieferung im Januar 26, während ein Abnehmer aus Libyen rund 30.000 t Weizen zur Lieferung noch im Dezember orderte.

Unterdessen steigt der Konkurrenzdruck aus Argentinien, zumal in den vorigen Tagen ohnehin nur wenig Weizenausschreibungen veröffentlicht wurden. Die argentinische Getreidebörse von Buenos Aires erwartet eine Rekordernte in Höhe von 24,5 Mio. t, im Vorjahr kamen 18,5 Mio. t zusammen. Zudem sind die argentinischen Weizenpreise deutlich niedriger als die EU-Weizenpreise, was eine starke Konkurrenz für EU-Weizen in wichtigen Importregionen wie Nordafrika darstellt. Trotz alledem liegen die EU-Weizenausfuhren nach Angaben der EU-Kommission auf Vorjahresniveau. Im bisherigen Wirtschaftsjahresverlauf exportierte die Gemeinschaft bis zum 16.11.25 kumuliert rund 9,05 Mio. t, damit nur marginal weniger als im Vorjahreszeitraum mit 9,09 Mio. t.

US-Weizen zwischenzeitlich auf 3-Wochentief

An der CBoT lag der Dezember 25- Kontrakt am 19.11.2025 mit umgerechnet rund 170,25 EUR/t ebenfalls auf Vorwochenniveau. Zwischenzeitlich rutschte der Kurs allerdings noch auf ein 3-Wochentief ab. Spätere Kontrakte verzeichnen Wochenverluste in Höhe von bis zu 2,65 EUR/t, der Termin der Ernte 26 gab um 3,05 auf 183,65 EUR/t nach.

Das global reichliche Angebot sowie die große Exportkonkurrenz lastet auch auf den US-Weizenkursen. Ausschreibungen werden aktuell nur selten veröffentlicht und dann entscheiden sich Importeure oftmals für Weizen aus der Schwarzmeerregion oder Argentinien.

Für etwas Unterstützung sorgte allerdings die Handelsvereinbarung zwischen den USA und China. Die chinesischen Käufe an US-Sojabohnen steigen allmählich. Nun hoffen Marktteilnehmer, dass damit auch das Kaufinteresse an US-Weizen aufkeimt, der Wettbewerb am Exportmarkt ist allerdings groß und die globalen Vorräte reichlich.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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