Rekordernte Brasiliens lastet auf Sojakursen
US-Sojabohnen starten am Freitag zum Ende der verkürzten Handelswoche etwas fester in den Markt und gaben zuletzt wieder nach. Der Fronttermin März 26 schloss am 20.01.2026 bei umgerechnet 329,87 EUR/t – ein Wochenplus von 2,40 EUR/t, jedoch schwächer als vor dem Wochenende. Der Folgetermin Mai 26 zeigte sich ebenfalls marginal fester und beendete den Handelstag bei 333,32 EUR/t.
Der Fortschritt der brasilianischen Sojabohnenernte sowie das erneut rekordverdächtige nationale Produktionspotenzial in diesem Jahr üben weiterhin Druck auf den gesamten Ölsaatenkomplex aus. In Brasilien wird zudem mehr Soja in heimischen Mühlen verarbeitet, was mit dem großen Angebot sowie der Konkurrenzsituation am Weltmarkt, zusammenhängt. Insgesamt sollen laut USDA rund 64,4 Mio. t Soja in Brasilien verarbeitet werden, 1,1 Mio. t mehr als zuvor erwartet. Die günstigen Wettervorhersagen für die kommenden zwei Wochen lassen zudem derzeit keine größeren Risiken hinsichtlich einer Gefährdung der Ernte erkennen. Laut dem Beratungsunternehmen Agroconsult wird die brasilianische Sojabohnenproduktion im Wirtschaftsjahr 2025/26 voraussichtlich einen Rekordwert von 182,2 Mio. t erreichen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 4 Mio. t gegenüber der Prognose vom November und von 10,1 Mio. t im Vergleich zum Vorjahr.
Der US-Export läuft solide, nachdem China seine Kaufverpflichtung über 12 Mio. t Sojabohnen erfüllt hat. Jedoch rechnet der Markt mit einem Rückgang der chinesischen Nachfrage nach amerikanischen Produkten zugunsten brasilianischer Herkünfte.
Rapskurse stabilisieren sich
Die Rapskurse bleiben nahezu unverändert mit einer Tendenz nach oben. In Paris schloss der Fronttermin Februar 26 am 20.01.2026 bei 474,25 EUR/t und damit 0,75 EUR/t über der Vorwochenlinie. In Winnipeg legte der Fronttermin März 26 innerhalb einer Woche um umgerechnet 1,06 EUR/t auf 392,35 EUR/t zu und notierte damit in etwa auf Vorwochenniveau.
Der Besuch des kanadischen Premierministers in Peking führte zu einem mit Spannung erwarteten Abkommen zwischen beiden Ländern, welches eine Senkung der chinesischen Einfuhrzölle auf Rapssamen von 85 % auf 15 % vorsieht, gültig ab dem 1. März. Die Zölle auf kanadisches Rapsschrot sollen vollständig aufgehoben werden und den Export von Canolaschrot nach China erleichtern. Das hat vor allem den Kursen an der Börse in Winnipeg Schwung verliehen und stützte die Notierungen in Paris.
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Kiki Verweel
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