Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse: Chicago schwächer, Paris fester

22.01.2026 (AMI) – Der Maismarkt zeigte sich zweigeteilt: Rekordmengen belasteten die US-Notierungen, während sich die Euronext von regionalen Angebots- und Importfaktoren tragen ließ.

An der Börse in Chicago standen die Maisnotierungen in der Berichtswoche weiter unter Druck. Der meistgehandelte März-Kontrakt fiel im Wochenvergleich umgerechnet von 142,60 auf 141,45 EUR/t. Belastend wirkte vor allem das weiterhin komfortable globale Angebotsumfeld. Der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die weltweite Maisproduktion 2025/26 inzwischen auf rund 1,31 Mrd. t und damit deutlich höher als noch im Herbst. Auch die jüngsten USDA-Zahlen zu US-Ernte und Lagerbeständen bestätigten eine sehr hohe Verfügbarkeit.

Gleichzeitig blieb der Markt jedoch nach unten abgesichert. Die Nachfrage nach US-Mais zeigte sich weiterhin lebhaft: Das USDA bestätigte in dieser Woche US-Maisverkäufe von insgesamt rund 0,35 Mio. t für 2025/26, darunter 150.000 t nach Kolumbien sowie 195.000 t an unbekannte Abnehmer.

Der Blick richtete sich auch nach Südamerika. In Argentinien sorgten zuletzt begrenzte und ungleichmäßig verteilte Niederschläge in den Pampas für neue Ertragssorgen, nachdem weite Teile des Monats Januar sehr trocken verliefen. Diese Wetterrisiken wirkten kurzfristig stabilisierend. Insgesamt überwog in Chicago jedoch die Aussicht auf ein großes globales Angebot, sodass Aufwärtsbewegungen rasch auf Verkaufsinteresse trafen. Nach dem kräftigen Kursrutsch der Vorwoche fehlten damit weiterhin neue, nachhaltige Impulse.

Ein möglicher Impuls könnte dagegen aus den USA kommen: Medienberichten zufolge soll in den laufenden Verhandlungen zu einem parteiübergreifenden Haushalts-/Finanzpaket erneut eine Regelung für den ganzjährigen Verkauf von E15-Benzin (15 % Ethanol) verankert werden. Ob und in welcher Form das kommt, ist offen. Eine Entscheidung wird vor dem 30.01.2026 erwartet. Sollte die Freigabe erfolgen, würde das den inländischen Ethanolabsatz stützen und damit die Maisnachfrage tendenziell erhöhen.

Paris: Regionale Faktoren und Wechselkurs stützen

An der Euronext entwickelte sich der Maismarkt deutlich fester. Der Frontkontrakt März legte im Wochenvergleich von 188,75 auf 192,75 EUR/t zu. Stützend wirkten vor allem Faktoren in Europa. Zum einen ist das Angebot aus heimischer Produktion spürbar geringer als im Vorjahr. Zum anderen spielte der Wechselkurs eine zentrale Rolle: Der bis Ende vergangener Woche schwächere Euro verteuerte Maisimporte aus Übersee und wirkte damit stützend auf die EU-Notierungen.

Hinzu kommt, dass sich der europäische Markt stärker von den globalen Angebotsimpulsen abkoppelte als Chicago. Während dort die Rekordernte in den USA direkt auf die Notierungen drückte, wurden diese Effekte in Paris durch Importkosten und Regionalfaktoren überlagert. Vor diesem Hintergrund stiegen die Kurse an der Euronext.

Wie entwickelten sich die Kursverläufe für Weizen? Und was sind die relevanten Einflussfaktoren der Getreidemärkte? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Getreide. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugerpreise

Steigende Erlöse bei Geflügel und Rind, Schweine unter Druck

17.07.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für Schlacht- und Nutzvieh in Deutschland entwickelten sich im ersten Halbjahr 2026 sehr unterschiedlich. Vor allem Rinderhalter profitierten von deutlich höheren Preisen, da das Angebot knapp blieb.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Schwarzmeerkonflikt treibt Weizenkurse

16.07.2026 (AMI) – Die Weizennotierungen in Paris und Chicago haben im Wochenverlauf deutlich zugelegt. Auslöser waren vor allem die verschärften Spannungen im Schwarzmeerraum, die Sorgen um russische und ukrainische Exportströme sowie zunehmende Ertragsrisiken in Teilen Europas.   Mehr

Welt | Milch & Milchprodukte | Export

USA exportieren spürbar mehr Milchprodukte

16.07.2026 (AMI) – In den ersten fünf Monaten von 2026 haben die USA ihre Ausfuhren von Milchprodukten nahezu produktübergreifend deutlich ausgeweitet. Besonders kräftig legten die Exporte von Käse, Butter und Molkenpulver zu, während Magermilchpulver nahezu auf Vorjahresniveau verharrte.   Mehr

Deutschland | Milchdauerwaren | Börsennotierungen

Lage bei Molkenpulver ruhig

16.07.2026 (AMI) – Die Pulvermärkte standen Mitte Juli im Zeichen von Ferienzeit und Hitzewellen. Urlaubsbedingt fanden zumeist nur wenig Aktivitäten statt. Molkenpulver wurde zumeist zu unveränderten Konditionen gehandelt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Schlachtschweinemarkt stabilisiert sich

15.07.2026 (AMI) – Der deutsche Schlachtschweinemarkt präsentiert sich aktuell ausgeglichener, aus vielen Regionen wird von einem deutlichen Rückgang der Überhänge berichtet. Ein zügiger Absatz der Tiere wird insbesondere aus dem Süden Deutschlands gemeldet, wo die Mengen teilweise sogar knapp sind.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja und Raps profitieren von Wetter- und Energiemarkt

15.07.2026 (AMI) – Die Kurse an den internationalen Ölsaatenmärkten tendieren weiterhin fester. Sojabohnen profitieren von wetterbedingten Unsicherheiten in den USA sowie einer anhaltend starken Nachfrage aus China. Am Rapsmarkt sorgen steigende Rohölkurse, geopolitische Spannungen und zunehmende Wetterrisiken in Kanada zusätzlich für Unterstützung.   Mehr

Europa | Kartoffeln | Markttrends

Der Kartoffelmarkt und seine Daten

10.07.2026 (AMI) – Mit der Web-Seminarreihe – AgrarDatenManager – bietet die AMI einmalige Einblicke in die Informationsvielfalt von Märkten – auch den für den Kartoffeln. Die Datenflut gilt es zu Priorisieren, um den besten Überblick für kurz- und langfristige Entscheidungen zu behalten.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja deutlich fester – Raps folgt

09.07.2026 (AMI) – Die Kurse für Sojabohnen und Raps haben spürbar zugelegt. Vor allem Sojabohnen in Chicago und Canola in Winnipeg verzeichneten deutliche Aufschläge. Ausschlaggebend waren zunehmende Wetterrisiken in den USA und Kanada. Auch die Rapskurse an der Börse in Paris stiegen, obwohl die laufende Ernte in Europa Spielraum nach oben begrenzt.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetterrisiken treiben Maiskurse

09.07.2026 (AMI) – Hitze im US-Corn Belt und Trockenstress in Europa treiben die Maismärkte weiter an. Robuste Exportzahlen, stabile Nachfrage und geopolitische Entwicklungen sorgten zusätzlich für Bewegung am Maismarkt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Tierbestand

Schweinebestand leicht über Vorjahresniveau

09.07.2026 (AMI) – Nachdem der Schweinebestand in Deutschland über einen längeren Zeitraum hinweg eingebrochen war, entwickelte er sich nun das dritte Jahr in Folge mehr oder weniger stabil.   Mehr